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News am 14.02.2012
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1. September 2010, 22:15 Uhr

Von Zwängen beherrscht

Unheimliche Macht

Sie waschen sich 100 Mal am Tag die Hände, putzen stundenlang die Wohnung. Oder sie kontrollieren mehrmals, ob auch alle Teppichfransen gerade liegen. Zwei Millionen Deutsche leiden unter solchen Zwängen. Sie alle wissen, dass sie etwas Unsinniges tun. Doch von ihren Handlungen können sie nicht lassen.

Welche Ursachen haben Zwangskrankheiten?

Für Zwangserkrankungen gibt es keine eindeutigen Ursachen. Die Wissenschaft geht von einer Kombination von biologischen und psychologischen Faktoren aus, aus denen die Zwänge entstehen.

So können zum einen die Gene eine Rolle spielen: Offenbar wird bei Zwangspatienten der Botenstoff Serotonin im Gehirn nicht ausreichend gebildet. Als psychische Ursachen kommen regelmäßiger, starker psychischer Druck im Alltag oder traumatische Erlebnisse in Kindheit und Jugend in Frage.

Wie äußert sich eine Zwangserkrankung?

Betroffene haben ein starkes Sicherheitsbedürfnis und fühlen sich in ihrer eigenen Umgebung am wohlsten. Denn dort können sie ihren alltäglichen Ritualen am besten nachgehen. Sie versuchen, ihre Zwänge so lange wie möglich von ihrem Umfeld abzuriegeln - ihr Schamgefühl ist einfach zu groß. Aus Angst vor möglichen Fehlentscheidungen sind Zwangserkrankte kaum in der Lage, alltägliche Entscheidungen zu treffen. Das strengt sie so sehr an, dass sie sich oft komplett einigeln.

Welche Folgen haben die Zwänge für die Patienten?

Durch die Krankheit verlieren Zwangspatienten oft den Kontakt zu Familie und Freunden. Viele sind auch nicht mehr dazu in der Lage, zu arbeiten. Am Ende dieses schleichenden Prozesses steht häufig die totale soziale Isolation.

Wie laufen Therapien ab?

Die Therapien sind aufwendig und können sowohl ambulant, als auch stationär durchgeführt werden. Die Patienten werden mit Situationen konfrontiert, die für sie unangenehm sind. So sollen sie lernen, mit bestimmten Situationen umzugehen und mit ihrer Krankheit zu leben.

Wie hoch sind die Heilungschancen?

Eine vollständige Heilung von einer Zwangskrankheit bleibt leider eine große Ausnahme. Eine gezielte Therapie kann die Lebenssituation jedoch erheblich verbessern.

Außerdem machen die medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten mehr und mehr Fortschritte. Wichtig ist vor allem, dass sich Betroffene in Behandlung begeben und sich nicht verstecken. Ohne Therapie werden die Zwänge nicht besser, sondern in der Regel immer schlimmer.

Wo finden Betroffene und Angehörige Hilfe?

Hilfe, Unterstützung, wichtige Adressen und Infos bietet die Deutsche Gesellschaft für Zwangskrankheiten (DGZ).

Hier finden Sie auch einen Leitfaden, wie man sich als Angehöriger von Zwangserkrankten verhalten sollte.

Ein Onlineforum für Betroffene und Angehörige finden Sie hier: www.zwangserkrankungen.de.

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