6. Juni 2007, 22:15 Uhr

Achtung - Datenspione am "Hotspot"

Unsichere WLAN-Netze

Immer mehr Menschen gehen in Cafés und Bars über kostenlose WLAN-Netze ins Internet. Was die wenigsten wissen: An den meisten "Hotspots" können Fremde problemlos E-Mails und Passwörter mitlesen. stern TV erklärt, wie Sie sich vor den Datendieben schützen.

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Ob in Cafés, Hotels, in Bahnhöfen oder an Flughäfen: Die sogenannten Hotspots, an denen man kostenlos per WLAN im Internet surfen kann, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch dabei setzen sich die meisten Nutzer einem erheblichen Sicherheitsrisiko aus: Die Mehrzahl der öffentlichen Hotspots sind nicht extra gesichert.

So können Fremde in Reichweite mit einem einfachen Programm sämtlichen Datenverkehr mitlesen - solange man nicht spezielle Sicherungen aktiviert hat. Besonders gefährlich ist das E-Mail-Empfangen und -Verschicken in öffentlichen Netzen. Denn auch die Login-Passwörter können mitgelesen und gekapert werden. Dann ist allerlei Missbrauch möglich: Der "Hacker" kann sich unter dem fremden Namen auf dubiosen Seiten anmelden, Bekannte aus der Adressenliste belästigen, das Passwort ändern. Dann hat man komplett die Kontrolle darüber verloren, was im eigenen Namen geschieht.

Besonders heikel ist es auch, Hotspots beruflich zu nutzen: Firmengeheimnisse, Betriebsinterna, die Korrespondenz mit Kunden oder Vorgesetzten können ausspioniert werden. Von den fremden Mitleser bekommt man nichts mit.

Dabei lässt sich der Datenverkehr ganz einfach sichern - allerdings muss man wissen, wie. Denn die Verschlüsselung bei E-Mailprogrammen wie zum Beispiel MS Outlook ist nicht automatisch voreingestellt. Auch wer direkt auf der Website von Anbietern wie etwa GMX seine E-Mails verwaltet, muss bestimmte Sicherheitskniffe kennen.

Ist Ihr Anbieter sicher? Hier finden Sie die größten E-Mail-Dienste in der Übersicht: Wie sicher sind GMX, AOL & Co.?

1. Warum können am W-Lan-Hotspot Fremde meine E-Mails und Passwörter mitlesen?

Die meisten W-Lan-Hotspots übertragen die Daten zwischen Internet-Modem und den Computern ihrer Nutzer unverschlüsselt per Funk. Das bedeutet, dass E-Mails und Passwörter im Klartext gefunkt werden. Diesen Funkverkehr können Dritte mit einfachen Programmen, die es kostenlos im Internet gibt, mitlesen.

2. Wie bemerke ich, dass Fremde meine Daten mitlesen?

Gar nicht. Sie bekommen leider nicht mit, wenn Fremde Ihre Daten an einem W-Lan-Hotspot "mitsniffen". Achten Sie deshalb immer auf Verschlüsselung.

3. Kann man meine Daten auch direkt auf der Website meines Anbieters mitlesen?

Viele Menschen nutzen kein E-Mailprogramm wie etwa Outlook, sondern schreiben und lesen Ihre E-Mails direkt auf den Seiten von Anbietern wie zum Beispiel auf web.de. Aber aufpassen: Nicht alle Anbieter verschlüsseln den Datenverkehr auf ihrer Website, jedenfalls nicht bei den Standard-Zugängen oder kostenlosen Basic-Accounts. Hier können Dritte am WLAN-Hotspot Ihr Passwort und Ihre Emails mitlesen.

Achten Sie stets auf ein kleines gelbe Schloss unten im Browserfenster. Nur wenn es erscheint, surfen Sie hier auch am W-Lan-Hotspot sicher.

Ist Ihr E-Mail-Account sicher? Welche Anbieter den E-Mail-Verkehr auf ihrer Seite verschlüsseln und welche nicht, können Sie hier nachlesen: Wie sicher sind GMX, AOL & Co.?

4. Wie sichert man E-Mails für den W-Lan-Hotspot?

Wenn Sie Ihre Post über ein E-Mailprogramm organisieren, müssen Sie in die "SSL"-Verschlüsselung aktivieren. Für das am häufigsten verwendete Programm Outlook haben wir hier eine Anleitung: Eine sichere SSL-Verbindung einrichten

Wenn Sie Ihre Post direkt auf den Seiten der Anbieter wie GMX verwalten, erhalten Sie hier genauere Informationen: Wie sicher sind GMX, AOL & Co.?

Machen Sie sich aber in jedem Fall auch bei Ihrem E-Mail-Anbieter schlau.

5. Warum bieten manche E-Mail-Anbieter nicht eine standardmäßige Verschlüsselung an?

Verschlüsselung braucht mehr Rechnerleistung - für den Anbieter ein Kostenpunkt. Akzeptiert Ihr Anbieter keine Verschlüsselung, sollten Sie Ihre E-Mails auf keinen Fall an einem WLAN-Hotspot abrufen oder verschicken.

6. Können am W-Lan-Hotspot auch andere Passwörter und Daten mitgelesen werden?

Ja. Jeglicher Verkehr von ihrem Computer ins Internet kann an den meisten WLAN-Hotspots mitgelesen werden. Deshalb sollten Sie stets auf Verschlüsselung achten - vor allem auch bei Einkäufen per Kreditkarte.

7. Wie gefährlich ist Online-Banking am W-Lan-Hotspot?

Online-Banking ist am WLAN-Hotspot nicht unsicherer als von zu Hause aus. Die Online-Banken lassen in der Regel aus Sicherheitsgründen nur verschlüsselte Verbindungen zu. Um ganz sicher zu gehen, achten Sie darauf, ob in der unteren Leiste Ihres Browser-Fensters das geschlossene gelbe Schloss zu sehen ist.

8. Wie sicher ist mein eBay-Passwort, sind Einkäufe mit Kreditkarte?

Bei eBay wird zumindest Ihr Passwort auch an WLAN-Hotspots verschlüsselt übertragen.

Für alle Einkäufe im Internet gilt: Achten Sie aufs gelbe Schlösschen unten im Browserfenster. Wenn es geschlossen zu sehen ist, werden Ihre Daten verschlüsselt - und ihre Kreditkartendaten sind genau so sicher wie wenn Sie von zu Hause aus einkaufen.

9. Gibt es auch verschlüsselte WLAN-Hotspots?

Ja, aber selten. An öffentlichen Hotspots wird die Verschlüsselung häufig bewusst nicht gemacht, damit es für Gäste unkomplizierter ist, hier zu surfen.

Zu Hause sollten Sie Ihr WLAN-Netz in jedem Fall verschlüsseln.

10. Wie sicher ist das Empfangen von E-Mails auf dem Handy?

Grundsätzlich sind Handy-Verbindungen viel sicherer als ein unverschlüsseltes WLAN-Netz - egal ob Sie GSM, GPRS oder UMTS nutzen. Dennoch sollten Sie auch hier die Verschlüsselung aktivieren, denn auch der Handy-Verkehr lässt sich mit bestimmten Programmen "abfangen".