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24. Februar 2009, 17:56 Uhr
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"Du hast ja gar keinen Papa!"

Als sie das Ergebnis des Vaterschaftstests erfährt, muss Alexandra Merkt sich festhalten: Laut DNA-Gutachten kann der Vater ihrer Tochter nicht der Vater sein. Merkt weiß, dass das ein Irrtum ist. Doch keiner glaubt ihr. Ein jahrelanger Kampf um die Wahrheit beginnt.

Können heute wieder lachen: Alexandra und Sina Merkt© stern TV

lernt Alexandra Merkt Jörg-Oliver B. in einem Stuttgarter Irish Pub kennen. Die beiden werden ein Paar, sechs Monate später ist Merkt schwanger. Er versucht, sie zur Abtreibung zu bewegen, aber sie will ihr Kind bekommen. Als die kleine Sina im April 1998 geboren wird, besucht Jörg-Oliver B. die beiden im Krankenhaus, mimt den stolzen Papa. Doch mit der ersten Zahlungsaufforderung stellt er seine Vaterschaft in Frage und weigert sich, Unterhalt für das kleine Mädchen zu bezahlen. "Ich habe an mir selbst gezweifelt!" Alexandra Merkt will die Vaterschaft gerichtlich feststellen lassen. Beim Amtsgericht Stuttgart ist ihr Fall damals einer von vielen. Wie üblich ordnet das Gericht einen Vaterschaftstest an.

Als das Testergebnis zeigt, dass der Beklagte nicht der Vater des kleinen Mädchens sein kann, hält Familienrichter Wolf Andrée-Römholdt den Fall für nichts Besonderes: Allzu oft hat er erlebt, dass Frauen den falschen Mann für den Vater ihres Kindes halten und auch dann noch widersprechen, wenn das Ergebnis des gerichtlich angeordneten Vaterschaftstests eindeutig ist. Alexandra Merkt ist fassungslos über das Testergebnis.

Ihr damaliger Anwalt rät ihr nicht zu einem Widerspruch - auch er scheint einen Irrtum des Gutachters auszuschließen. Freunde vermuten: "Es muss einen anderen Mann gegeben haben!". Beim Jugendamt verweigert man der jungen Mutter den Unterhaltsvorschuss für ihre Tochter, weil sie darauf beharrt, dass Jörg Oliver B. der Vater sei. Da das gerichtliche Gutachten B. als Vater ausschließt, liegt für das Jugendamt der Schluss nahe, dass Alexandra Merkt den wahren Vater verheimlichen will.

Merkt aber weiß, dass kein anderer Mann in Frage kommt. Dennoch beginnt sie, an sich selbst zu zweifeln: "Ich habe mich irgendwann gefragt, wie ich schwanger geworden bin. Es war wie eine Gehirnwäsche, weil alle Dir etwas einreden wollen, was einfach nicht stimmt." Sie bekommt Depressionen, leidet unter Essstörungen, wird arbeitsunfähig. Hinzu kommen finanzielle Probleme, weil sie keinerlei Unterhaltszahlungen erhält.

Ihre Tochter Sina wird in der Schule gehänselt: "Du hast ja gar keinen Papa", sagen die Kinder. Sie bekommt Schulangst, leidet an Migräne, erbricht sich häufig. Jahrelang versucht Alexandra Merkt den Gutachter dazu zu bewegen, sein Testergebnis zu überprüfen. Immer wieder ruft sie in seinem Institut an, aber es passiert nichts.

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