17. Juni 2009, 22:15 Uhr

Im Rausch des freien Falls

"Wingsuit Base Jumper" Ueli Gegenschatz

Wie ein Vogel zu fliegen gehört wohl zu den ältesten Träumen der Menschheit. "Wingsuit Base Jumping", eine neue Extremsportart macht es möglich. Mit "Fügelanzügen" stürzen sich Sportler von Klippen und fliegen im Sturzflug dem Boden entgegen.

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Fallschirmspringen extrem: Mit einem speziellen Flügelanzug stürzen sich Wingsuit-Sportler in die Tiefe©

Mit bis zu 200 Stundenkilometern stürzen sie sich in die Tiefe. Sie lassen sich Felswände, Hochhäuser oder Staumauern herabfallen - und genießen dabei den Rausch des freien Falls. Ihr Fallschirm öffnet sich erst kurz vor dem Aufprall: "Wingsuit Base Jumper".

Auch der Schweizer Ueli Gegenschatz betreibt diese, noch junge und vielleicht verwegenste Extremsportart. Angefangen hat er als 19-Jähriger mit dem Fallschirmspringen beim Militärdienst. Seitdem lässt ihn die Sucht nach dem freien Fall nicht mehr los.

Über 6000 Sprünge hat der 38-jährige inzwischen hinter sich. Inzwischen ist er einer der besten "Wingsuit Base Jumper" überhaupt: Sogar der Absprung aus der gefürchteten Eiger Nordwand ist ihm gelungen.

Woher kommt der Name "Wingsuit Base Jumping"?

Beim "Wingsuit Base Jumping" ist eine besondere Form des Fallschirmspringens: Dabei stürzen sich waghalsige Sportler mit einem speziellen Flügelanzug in die Tiefe - ihr Fallschirm öffnet sich erst kurz vor dem Aufschlag am Boden.

"Wingsuits" sind Anzüge aus Kuntstoffe, die zwischen Beinen und Körper und zwischen Armen und Körper eine "Flughaut" haben.

"Base" ist eine Bezeichnung für Sprünge von festem Untergrund, etwa von Brücken, Hochhäusern, Antennenmasten oder Felsen.

Wie läuft ein Sprung ab?

Die Sportler springen von Brücken, Hochhäusern oder Felswänden in die Tiefe. Dabei werden Arme und Beine ausgebreitet, so dass die "Häute" des Flügelanzugs eine Flügelfläche bilden. Mit der richtigen Körperhaltung kann der Träger eines solchen Flügelanzuges eine Horizontalgeschwindigkeit von über 200 Stundenkilometern erreichen. Zur Landung öffnet der Wingsuit-Flieger dann einen Fallschirm. Wingsuit-Flüge dauern nur wenige Minuten.

Was eigentlich ziemlich einfach aussieht, erfordert perfekte Körperbeherrschung und jahrelanges Training. Wingsuit-Kurse mit Absprüngen aus dem Flugzeug gibt es bereits häufig. Allerdings nur für erfahrene Fallschirmspringer. Und solche Extremflüge schaffen höchstens 30 Männer weltweit.

Seit wann gibt es diese Extremsportart?

Schon in den dreißiger Jahren experimentierten Fallschirmspringer mit künstlichen Flügel; die meisten Versuche endeten tödlich. An der Technik wurde aber immer weiter gebastelt.

Als ausgereift gilt sie aber erst seit wenigen Jahren: Ende der 1990er Jahre kam der erste "Wingsuit" unter dem Namen "Bird-Man" auf den Markt. Heute kennt man die Spezialanzüge daher auch als "Bird-Man-Anzug" - benannt nach dem führenden Hersteller.

Wie gefährlich ist der Sport?

Das ist natürlich schwer zu sagen. Unfälle, auch tödliche, gibt es natürlich. Doch die Zahl der Unfälle wächst nicht, die Zahl der "Wingsuit"-Flieger dagegen stark. Überwiegend springen die Flieger allerdings aus Flugzeugen!

KOMMENTARE (2 von 2)
 
gianna88 (17.06.2009, 23:57 Uhr)
adrenalinsüchtig
Ich finde die Sportart sehr interessant. Ich bin eine frau, 20 Jahre und mein traum wäre es ein basejumper zu werden. Schließlich brauch jeder ein Hobby.:D Leider ist es ein langer und teurer weg dahin.
Deserttiger (17.06.2009, 23:48 Uhr)
Und dank der 120 km/h Windgeschwindigkeit
hat das gesamte Publikum nun eine neue Frisur :)