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Wie kriminell sind Flüchtlinge tatsächlich?

Kriminelle, Diebe, Vergewaltiger - seit der Silvesternacht stehen muslimische Flüchtlinge unter Generalverdacht. Was ist dran, an den Vermutungen über diese Personengruppen?

  Kriminaldirektor Ulf Küch ermittelte, inwiefern die Kriminalitätsrate in Braunschweig gestiegen ist, seitdem dort so viele Flüchtlinge leben. 

Kriminaldirektor Ulf Küch ermittelte, inwiefern die Kriminalitätsrate in Braunschweig gestiegen ist, seitdem dort so viele Flüchtlinge leben. 


Bekannt ist: Es soll sich überwiegend um Männer aus Tunesien, Algerien und Marokko gehandelt haben, die in der Silvesternacht in Köln, Bielefeld, Hamburg und anderen Städten übergriffig wurden. Seit den Vorfällen stehen muslimische Flüchtlinge vielerorts unter Generalverdacht. Es herrscht ein diffuses Gefühl der Angst und Unsicherheit.

So auch in Braunschweig Kralenriede, ein gutbürgerlicher Stadtteil, in dessen unmittelbarer Umgebung erst zwischen 200 und 300 Flüchtlinge untergebracht waren, dann – zu Spitzenzeiten – bis zu 4.000. Nachbarn schließen sich in Gruppen zusammen, es werden Alarmanlagen installiert, Autos nicht mehr auf der Straße geparkt. Man möchte sich schützen. Vor der Kamera wollen nur wenige Bewohner von konkreten Vorfällen berichten, aus Angst missverstanden zu werden. Diejenigen, die sprechen, berichten von versuchten Einbrüchen, von Belästigungen, Sachbeschädigungen.

Mit der Zahl der Asylbewerber in Kralenriede habe auch die Zahl der Straftaten zugenommen. Das räumt der Leiter der Kriminalpolizei Braunschweig Ulf Küch ein. „Uns fiel auf, dass die Anzahl der Ladendiebstähle, der hochpreisigen Diebstähle, sowohl in Krahlenriede als auch in der Innenstadt, zugenommen haben. Nicht etwas zu Essen, sondern teure Parfüms oder Bekleidungsgegenstände. Dazu bekamen wir es mit einigen Raubüberfällen zu tun, die uns Sorge bereitet haben. Und die Zahl der Wohnungseinbrüche hat im Stadtteil Kralenriede enorm zugenommen.“

Küch beschäftigt sich seit Monaten intensiv mit Straftaten von Asylbewerbern und kennt die Probleme aus seiner Stadt. Um gezielt gegen die Täter vorgehen zu können, gründete Ulf Küch die so genannte "Soko Asyl". Diese Sonderkommision, die sich offiziell und richtiger "Soko Zerm" (Sonderkommission Zentrale Ermittlungen) nennt, bündelt – anders bei der Polizei üblich – alle Straftaten, die von nichtdeutschen Straftätern verübt wurden. Egal um welche Straftat es sich handelt, ob Raub, Einbruch, Körperverletzung oder sonstige Delikte. Dabei fiel auf, dass es große Unterschiede zwischen den Nationalitäten gibt: "Menschen aus bestimmten Regionen wie aus dem Kosovo oder allein reisende Männer aus Zentral- und Nordafrika begehen vermehrt organisiert Straftaten, während syrische und irakische Familien am wenigsten Probleme bereiten. Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem eine solche Familie hier Probleme bereitet hat", so Ulf Küch. "Die sind froh, dass sie hier sind. Die haben wirklich nur ihr Leben gerettet." Der Anteil von Kriminellen unter den Flüchtlingen allgemein sei prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung. Unter den Asylbewerbern gebe es nur einen kleinen Prozentsatz, der Probleme bereite – dafür jedoch umso massiver. Diese und weitere Fakten der Kommissionsarbeit in Braunschweig fasste Küch in einem Buch zusammen.

Ein Kreislauf aus Geldnot und Straftaten

Im 370 Kilometer entfernten Bauzen traf stern TV in einer Flüchtlingsunterkunft, dem ehemaligen Vier-Sterne-Spreehotel, Faouzi und Mohamad aus Tunesien. Sie wurden schon mehrfach straffällig und sehen auch keinen anderen Weg.

Der 35-jährige Faouzi lebt dort seit einem Jahr. Mit den 330 Euro Verpflegungsgeld kommt er nicht aus. Essen, Trinken, Zigaretten, Kleidung – das Geld reiche nicht. Doch Faouzi ist auch aus einem anderen Grund stets knapp bei Kasse: Gegen ihn liegen mindestens acht Strafbefehlen wegen Diebstahls und Schwarzfahrens vor, wegen einer Körperverletzung muss er demnächst vor Gericht. Die Strafbefehle stottert er von seinen 330 Euro in Raten ab. Ein Kreislauf aus Geldnot und Diebstälen. "Wenn Sie beim Faouzi diese ganzen Ratenbeträge zusammennehmen, kommen Sie auf etwa 200 Euro. Dann bleibt nicht viel von seinen 330 Euro übrig", weiß der Unterkunftsleiter Peter-Kilian Rausch. "Man könnte überspitzt sagen: Er 'muss' ja klauen, weil er sonst wirklich zu wenig Geld hat. Das ist natürlich keinerlei Entschuldigung."

Ähnlich wie bei Faouzi liegen die Dinge bei seinem Freund Muhamad. Auch er bewahrt unter seiner Matratze mehrere Strafbefehle auf, unter anderem wegen Ladendiebstahls und Betrugs. Dafür zahlt er monatlich 20 Euro ab. Er erzählt, dass er in Tunesien außerdem wegen Teppichschmuggelns 33.000 Euro Strafe hätte zahlen sollen, so dass er zuerst nach Italien, dann nach Deutschland geflohen sei.

Die wenigsten Bewohner der Unterkunft in Bautzen, in der mehr als 200 Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht sind, seien straffällig, sagt Peter-Kilian Rausch. Allerdings: "Die Nordafrikaner, und in meinem Fall die Tunesier, sind extrem straffällig. Natürlich nicht alle. Ich möchte davor warnen, diese Personengruppe zu stigmatisieren. Aber ich habe hier so 15-20 junge Burschen, die vom ersten Tag an Ungedeih gemacht haben, permanentes Klauen, Schwarzfahren, schwere Körperverletzung..."

"Eine kleine Gruppe von Menschen kommt mit dem Ziel nach Deutschland, hier Straftaten zu begehen"

Die im Polizeijargon "Nafris" genannten Nordafrikaner fallen tatsächlich durch Bandenkriminalität und organisierte Strukturen auf und heben sich von der durchschnittlichen Deliktrate der Flüchtlinge aus anderen Herkunftsländern ab, so ein Ergebnis der Braunschweiger Ermittler und anderer Polizeibehörden. Die gute Nachricht ist, dass das 17-Mitarbeiter starke Team der "Soko Asyl" die Intensivstraftäter, die für den massiven Anstieg der Straftaten in Braunschweig hauptverantwortlich war, durch die neue Vorgehensweise dingfest machen konnte, berichtet Ulf Küch. Eben dadurch, dass die Herkunft von Straftätern mehr ins Blickfeld der Ermittlungen gerückt sei. Der Anstieg für ganz Braunschweig sei aber nur marginal. "Das ist ein überschaubarer Personenkreis, der diese Straftaten begeht. Und gegen die gehen wir vor. Es ist nicht die Masse der Flüchtlinge, das möchte ich noch einmal betonen. Die verhalten sich ausgesprochen friedlich und kooperativ hier."


Die überwiegend jungen Männer aus Tunesien, Algerien und Marokko und auch aus dem Kosovo, fliehen aus ihren Herkunftsländern aus Perspektivlosigkeit, aus Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Not. Sie sind keine Kriegsflüchtlinge. Doch auch für sie gilt das derzeitige Asylgesetz, mit dem sie natürlich keine Aussicht auf Asyl, einen festen Wohnsitz oder gar eine Arbeitsgenehmigung haben. Viele von ihnen sind bereits seit Jahren hier, weil ihr Status ungeklärt ist. Andere wiederum sind mit der aktuellen Flüchtlingswelle ins Land gekommen. Die "Willkommenskultur" des vergangenen Sommers und die lange praktizierte Nicht-Registrierung von Flüchtlingen werde nicht nur für die Polizei noch lange ein Thema und auch ein Problem bleiben, so Ulf Küch."Es gibt diese kleine Gruppe von Menschen, die mit dem Ziel nach Deutschland kommt, hier Straftaten zu begehen. Nur darf es schlicht nicht sein, dass die große Mehrheit der dankbaren und friedlichen Flüchtlinge mit diesen Personen über einen Kamm geschoren wird."

Es ist wohl wichtiger mehr denn je, diese Debatte zu führen, die in Deutschland durch eigene Erfahrungen der Menschen, durch eine gefühlte Bedrohung oder gefährliches Halbwissen befeuert wird. Lesen Sie hier, welche Antworten Ulf Küch, Leiter der Kripo Braunschweig und der "Soko Asyl" live bei stern TV dazu zu sagen hatte:

Das stern TV-Studiogespräch: Anworten von Ulf Küch auf brennende Fragen

Steffen Hallaschka: Sie sagen, es gibt nur einen leichten Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge. Wie passt das zu dem beschriebenen Anstieg der Fälle in Ihrer Stadt?

Es ist in der Tat nur ein begrenzter Personenkreis. Und das ist auch der Grund, weshalb wir in der zweiten Jahreshälfte an das Problem sehr offensiv herangegangen sind, und zwar zu einem Zeitpunkt, als in Deutschland die noch 'Willkommenseuphorie' herrschte. Damals war es sehr umstritten, was wir gemacht haben. Aber es ist ja immer das Problem, wenn sehr viele Menschen zusammenkommen – egal welcher Herkunft – dass immer auch Kriminalität dabei ist. Und das ist bei Flüchtlingen nicht anders. 

Aber die Kriminalität ist ja nicht nur in erwartbarer Größenordnung angestiegen, sondern bei den Wohnungseinbrüchen soll es in Braunschweig Kralenriede ja sogar eine Verzehnfachung gewesen sein. 

Das ist richtig. Anfang des Jahres hatten wir in diesem kleinen Stadtteil mit 3000 Bewohnern, einen erheblichen Anstieg an Wohnungseinbrüchen. Darauf haben wir uns entsprechend ausgerichtet. Diejenigen Täter, die diese Einbrüche begangen haben, wurden alle gefasst und sitzen mittlerweile hinter Gittern. Wir gehen anders mit dem Problem um, als es vielleicht woanders gemacht wird. Ich sage nämlich: Einbruch ohne Konsequenzen darf es in diesem Staat nicht geben. Wen jemand gegen die Gesetze verstößt, dann muss er auch merken, dass das geahndet wird. Wenn ich das Bautzener Beispiel des jungen Mannes sehe, der mehrere Strafbefehle hat – und es passiert nichts – dann hat der doch den Eindruck, dass er damit hier so weiter machen kann. 


Haben sie das Problem denn in Kralenriede bezwungen? Würden Sie sagen, die Beispiele, die die Bewohner uns genannt haben, sind nur noch eine gefühlte Bedrohung?

Ja, weitestgehend. Natürlich finden dort auch noch Straftaten statt. Dafür ist auch der Durchlauf einfach zu groß. Wir haben in diesem Stadtteil im letzten Jahr etwa 40.000 Menschen gehabt. Beschäftigt haben uns etwa 150 bis 200 Kriminelle. Und gegen die gehen wir vor. Das Unwohlsein der Bevölkerung durch diese Flüchtlingseinrichtung insgesamt liegt insgesamt eher daran, dass in der Vergangenheit nicht darüber gesprochen wurde. Und in Braunschweig haben wir dann diese Mauer des Schweigens durchbrochen, haben uns kriminalpolizeilich aufgestellt. Denn auch die Kolleginnen und Kollegen vom Streifendienst sind ja teilweise verzweifelt. Die haben manch einen morgens um zehn Uhr festgenommen und nachmittags waren sie schon wieder da.

Ihre Konsequenz und Ihr Erfolg in Braunschweig in allen Ehren. Doch daheim sitzen ganz viele Menschen an ganz vielen Orten in Deutschland, wo es ein hohes Flüchtlingsaufkommen gibt, und die sagen: "Das sind Szenen, wie wir sie hier auch erleben, wie Belästigung oder gestiegene Kriminalität. Und genau deswegen dürfen wir jetzt keine Flüchtlinge mehr ins Land lassen." Haben Sie dafür Verständnis?

Ich kann nachvollziehen, dass die Menschen solche Gefühle haben. Wenn man die Sache allerdings nüchtern und differenziert betrachtet, die Zahlen und die Fälle, die angezeigt werden, kann ich für die Stadt Braunschweig sagen, dass wir mit einer Bevölkerung von 250.000 Einwohnern jährlich rund 25.000 Straftaten hatten. Im letzten Jahr waren es gut 40.000 Einwohner mehr. Die Zahl der Straftaten insgesamt für die Stadt hat sich aber nur um 300 Fälle erhöht. Insofern ist die Prognose, dass wir 'von Kriminalität überschwemmt werden', nicht eingetroffen. Aber das nützt natürlich demjenigen nichts, der Opfer einer solchen Straftat wird. Dem kann man nicht sagen: 'Statistisch gesehen hast  du Pech gehabt.' Nein, unsere – und meiner Meinung nach notwendige – Vorgehensweise ist anders: Nämlich dass wir gezielt und konsequent durchgreifen gegen Straftäter. Das muss passieren. Und da darf es auch keine Diskussion geben. Denn uns ist vollkommen gleich, ob das ein Nordafrikaner, ein Schwarzafrikaner oder ein Mensch aus dem Kosovo ist. Ob sie Mustafa oder Karl heißen. Vor dem Gesetz ist das unerheblich. Er wird bestraft.

Sie sagen, rund um die zentrale Aufnahmestelle in Niedersachsen, gibt es kein relevantes Problem mit Flüchtlingen aus Syrien, aus Afghanistan oder mit Kurden. Aber die Nordafrikaner, die Schwarzafrikaner und auch die Kosovaren machen spürbar und relevante Probleme.  Können derart offene Worte nicht auch Futter für neue Hetze werden? So dass sich manche die Hände reiben und sagen: Jetzt wissen wir, wer Schuld ist.

Ich bin seit über 41 Jahren bei der Kriminalpolizei und ich kann Ihnen versichern, dass ich tief in die Abgründe menschlicher Seelen geschaut habe. Dieses aktuelle Problem – und auch das, was Silvester in Köln passiert ist – da wurde ja sofort alles miteinander vermengt. Diese Tätergruppen, mit dem so genannten "Antanztrick" und die Taschendiebe, die sind ja schon seit mehreren Jahren in Deutschland bekannt. Wohnungseinbrüche, "Enkeltrick", das sind alles keine neuen Straftaten. Wir haben uns in Braunschweig mal ganz gezielt die Flüchtlinge in der Stadt angesehen, und festgestellt, dass darunter sehr wenige sind, die kriminell sind. Aber es sind Kriminelle dabei, und da muss man konsequent gegen vorgehen. 

Dazu muss man sagen: Die Zahlen der aus Nordafrika Kommenden  steigen derzeit. Und das sind ja offenbar Menschen, die ohne wirklichen Asylgrund aber dennoch erstmal nach Deutschland kommen und oftmals auch nicht einfach abgeschoben werden können. Genau zu dem Thema hat uns über die Kommentare auf unserer Facebook-Seite eine Zuschauerin geschrieben: "Unsere Gesetze sind teilweise lächerlich. Die Polizei nimmt fest, die Justiz lässt sie laufen. Wie soll da Abschreckung wirken?" Und bei den zwei Bautzener Tunesiern muss man sich tatsächlich fragen: Warum sitzen die nicht im Gefängnis?

Die Frage stelle ich mir auch. In Braunschweig haben wir einen anderen, klaren rechtstaatlichen Weg gewählt, der vorher mit der Staatsanwaltschaft besprochen wurde. Es geht ohne die Justiz und die Gerichte nicht. Und alle haben erkannt, dass wir sonst ein Problem bekommen, das uns gesellschaftlich erhebliche Schwierigkeiten bereiten wird, wenn wir es zulassen, dass handeln keine Konsequenzen nach sich zieht. Und wenn unter den Flüchtlingen welche sind, die meinen, hier Straftaten begehen zu müssen, dann müssen wir bei denen konsequent einschreiten. Und ich würde mir wünschen, dass es da auch bundesweit  etwas umgedacht wird und dass man davon runter kommt, alles so butterweich zu sehen. Wir haben ein Problem, aber ich sage: Wir können das polizeilich lösen. 

Das heißt, die Justiz war bisher zu zahnlos? Und es werden Rechtsmittel gebraucht, auch Ausländer schneller abzuurteilen? 

Wir vom Bund der Kriminalbeamten fordern keine härteren Strafen gegen Straftäter. Die einzige Ausnahme wären die Silvestervorfälle hier in Köln. Dort ist ein Phänomen aufgetreten, dass wir so noch nicht kannten. Da sind wir grundsätzlich der Meinung, dass Beleidigungen auf sexueller Grundlage, und wenn Frauen massiv angegangen werden, solche Taten aus dem so genannten 'Beleidungstatbestand' rausnehmen muss und ins Sexualstrafrecht einfließen muss. Dann ist der Duktus ein anderer. Denn das Gesetz muss einen Schutz darstellen. 

Ein weiterer Zuschauer hat sich in unserer Facebook-Diskussion eingemischt, er schreibt: "Es ist ja mittlerweile bekannt, dass in Polizeiberichten die Nationalität weggelassen wird, sobald man Asylsuchende damit in Verbindung bringen könnte." Gibt oder gab es diese Sprechverbote wirklich, so dass man zu vorsichtig war im Umgang mit Asylbewerbern unter den Straftätern?

Ja, wir sind zu vorsichtig gewesen. Allerdings sollten jetzt nicht alle 'Aha!' rufen. Das hatte eigentlich andere Gründe. Denn vor dem Hintergrund einer rassistisch geführten Diskussion einer Partei, die die ganz einfachen 'Lösungen' anbieten, waren andere Politiker sehr in Sorge, dass genau das passiert. Ich halte das für einen Fehler, deshalb haben wir das geändert und das Problem offen besprochen. Wenn wir schon vor einem Jahr so offen darüber gesprochen hätten, wäre die Aufregung jetzt gar nicht so groß. Eine Straftat ist unabhängig von der Nationalität. Es gibt keine kriminellen Völker. Und deshalb gilt auch: Nur weil sich einige Tunesier daneben benehmen, ist nicht das ganze Volk kriminell. 

Und es gibt Hoffnung: Ein Erlass des Innenministeriums will, dass sich auch andere Polizeibezirke, in denen es ein erhöhtes Flüchtlingsaufkommen gibt, an Ihr Vorbild halten und weitere Sonderkommissionen dieser Art eingerichtet werden.

Ich kann nur hoffen, dass unsere Arbeitsweise ein Beispiel für andere sein kann, ähnlich zu verfahren, und damit auch etwas Druck von der Gesellschaft genommen wird.



Kommentare (1)

  • Faiza
    Faiza
    Liebe Stern-Community!

    Als Marokkanerin möchte ich dringend etwas los werden. Bei den syrischen, irakischen, afghanischen und kurdischen Flüchtigen handelt es sich um Menschen die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind. Dementsprechend handelt es sich höchst wahrscheinlich um einen Querschnitt der dort lebenden Gesellschaft und einer ähnlichen Verteilung von straffälligen und nicht straffälligen Menschen wie hier in Deutschland. Daher wahrscheinlich die wenigen Probleme mit Flüchtlingen aus diesen Herkunftsländern. Bei den Flüchtlingen aus dem Maghreb handelt es sich zu einem großen Teil um junge Männer die schon in ihrer Heimat wenig dazu beigetragen haben ihre Lebensumstände zu verbessern. Ob das an mangelnder Bildung, Frustration oder schwierigen ökonomischen oder sozialen Bedingungen liegt kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist jedoch das es sich auch bei den Armen rumgesprochen hat, dass Marokkaner keine Chance auf Asyl haben. Das bedeutet das diejenigen die nicht kriminell werden wollen entweder in ihrer Heimat bleiben oder ganz schnell wieder zurück kehren. Bitte denken Sie daher bitte nicht, dass diese Menschen die Gesellschaft im Maghreb wiederspiegeln. Als ich das letzte mal in Marokko war hat man mir berichtet das es in einem bekannten Problembezirk deutlich ruhiger geworden ist, da viele die Chance genutzt haben sich nach Europa abzusetzen.

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