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Der ungeklärte Mordfall der Simone Strobel

Es sollte die Reise ihres Lebens werden - ein Jahr Australien. Zusammen mit dem langjährigen Freund und einem weiteren Pärchen. Doch für Simone Strobel endete der Traum mit dem Tod. Die 25-Jährige wurde vermutlich erstickt. Die Umstände sind mysteriös, widersprüchlich und noch immer ungeklärt. Warum schweigen die Freunde über die Todesnacht?

  Simone Strobel starb mit 25 Jahren unter mysteriösen Umständen während einer Australien-Reise. Wahrscheinlich wurde sie erstickt. Zu den näheren Umständen wollen ihr damaliger Freund und zwei weitere Reisebegleiter nichts (mehr) sagen.

Simone Strobel starb mit 25 Jahren unter mysteriösen Umständen während einer Australien-Reise. Wahrscheinlich wurde sie erstickt. Zu den näheren Umständen wollen ihr damaliger Freund und zwei weitere Reisebegleiter nichts (mehr) sagen.

Simone Strobels Eltern leben seit elf Jahren in Ungewissheit. Was ist ihrer Tochter in jener Nacht vom 11. auf den 12. Februar 2005 zugestoßen? Damals verschwand die 25-Jährige von einem Campingplatz im australischen Lismore zunächst spurlos. Fünf Tage später fand man ihre Leiche  –  ganz in der Nähe. Nackt, abgedeckt mit Palmenzweigen. Sie war bereits stark verwest, wahrscheinlich ist Simone Strobel erstickt worden. "Ich verstehe nicht, und das ist es, was mich so aufwühlt, wie man sie so entsorgt hat, so entehrt hat. Das ist unfassbar", sagt ihr Vater Gustav Strobel.

Simone war mit ihrem langjährigen Freund Tobias, dessen Schwester und einem Studienkollegen in Australien unterwegs. Work-and-Travel, ein Jahr lang wollten sie diesen Traum leben, bevor sie ins richtige Erwachsenenleben starten. Simone und Tobias waren schon sechs Jahre ein Paar, sie arbeitete als Erzieherin in ihrem Geburtsort Rieden bei Würzburg. Die Reise begann für Simone und Tobias im August 2004. 

"Es ist was ganz, ganz Schlimmes passiert"

Simone führte regelmäßig Tagebuch, sie schrieb: "Es ähnelt dem Paradies auf Erden. Es ist hier einfach unbeschreiblich schön." Als Tobias' Schwester und der Studienfreund in Australien nach einigen Wochen zu ihnen stießen, reisten die Vier in einem gemieteten Van gemeinsam weiter, ein Zwischenstopp führte sie nach Lismore. Dann erhielten Simones Eltern daheim in Rieden einen Anruf: "Es war der Tobias dran, der sagte: Gustl, es ist was ganz, ganz Schlimmes passiert! Die Simone ist weg!", erzählt Gustav Strobel.

Zuvor hatte Tobias seine Freundin bei der Polizei in Lismore als vermisst gemeldet. Dort gab er an, er habe in der Nacht eine Diskussion mit seiner Schwester gehabt. Daraufhin sei Simone wütend geworden und einfach weggegangen. Wohin, wisse er nicht. Die Polizei suchte tagelang nach der 25-Jährigen – bis sie schließlich nur 90 Meter vom Campingplatz entfernt gefunden wurde. "Morgens rief mich von der Verwandtschaft jemand an und fragte: 'Habt ihr schon gelesen? Im Internet steht, sie haben eine Leiche gefunden in der Nähe.'", erinnert sich der Vater. 

Einiges deutet auf eine Beziehungstat hin

Die Polizei ermittelte in alle Richtungen, vernahm zahlreiche Zeugen, die Simone und ihre Begleiter in der besagten Nacht noch gesehen hatten. Zuletzt wurden sie in einem Hotel beobachtet, in dem sich auch eine Kneipe befindet. Das Personal berichtete, dass es einen Streit zwischen dem Paar beobachtet habe und die Gruppe sogar gebeten habe, die Kneipe zu verlassen. Bilder einer Überwachungskamera nahmen eine offensichtliche Diskussion der Gruppe auf. Das waren die letzten Bilder von Simone Strobel. 

Bei der Polizei konnte sich Tobias E. an jenen Streit nicht mehr erinnern, sagte aus, sie hätten eine gute Beziehung gehabt, Simone sei glücklich gewesen. Simones Tagebucheinträge aus dieser Zeit zeichnen jedoch ein anderes Bild. Einen Tag vor ihrem Verschwinden notierte sie: Nachdem ich Toby gebeten habe, mich und Katy zu ihm in den Van zu lassen, flippte er total aus, und es ist die "badeste Vibration" zwischen uns, solange wir hier in Australien sind. Einen Tag später, ihr letzter Eintrag: Der heutige Tag begann genauso scheiße, wie der gestrige Tag aufgehört hat!

Die Polizei vermutet inzwischen, dass es sich bei Simones vermeintlicher Ermordung um eine Beziehungstat handelt. 

Reisebegleiter verweigern Aussage

Simones Bruder war nach der Todesnachricht direkt nach Australien gereist und erinnert sich an die Worte von Tobias, der gesagt hat: "'Alexander, wir haben keinen Streit gehabt! Wir hatten so eine schöne Zeit, die ganze Zeit.' Diese Unterhaltung hat sich bei mir eingebrannt", so Alexander Strobel. Auch Gabi und Gustav Strobel konnten und wollten lange Zeit nicht glauben, dass der Freund ihrer Tochter etwas mit dem Tod ihrer Simone zu tun haben könnte. Sie hielten engen Kontakt zu Tobias E. und seiner Familie, fragten immer wieder nach den Umständen jener Nacht. Doch mehr Details kamen erst ans Licht, als der mitgereiste Studienkollege zweieinhalb Jahre nach Simones Tod gegenüber der Polizei einräumte, dass Tobias E. ihn damals aufgefordert habe, nichts von einem Streit zwischen ihm und Simone zu erzählen. 

An Simones Leiche befanden sich DNA-Spuren, die jedoch bis heute nicht eindeutig identifizierbar sind. Fest steht, dass der Fundort nicht der Tatort ist.
Stattdessen war ihr Körper sorgsam abgelegt worden. Auch das spräche für eine Verbindung zwischen Täter und Opfer. Sowohl die Ermittler in Australien als auch die Kriminalpolizei in Würzburg kamen zu dem Ergebnis: "Irgendetwas ist zwischen Tobias und Simone passiert. Und es endete für Simone tödlich. Und darin, dass sie dann an den Bäumen dort versteckt wurde", so Dave Mackie von der Polizei Lismore. Karl-Heinz Schmitt, der Pressesprecher der Polizei Würzburg erklärt: "Unser Haupttatverdächtiger ist der Freund von Simone Strobel. Er hatte auch auf die beiden anderen eingewirkt, bei der Polizei falsche Aussagen zu machen. Und ich denke, wer so etwas macht, der hat irgendetwas zu verbergen." Die Indizien jedoch reichen bis heute nicht für einen Haftbefehl oder eine Anklage aus – vor allem, weil alle drei Reisebegleiter von Simone seit mehreren Jahren alle weiteren Aussagen verweigern. 

Ein Aufruf an diejenigen, die mehr wissen…

Simone Strobel ist nun elf Jahre tot. Noch immer sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Allerdings ist die Polizei davon überzeugt, dass jemand unter Simones Freunden oder alle mehr über die Nacht des 11. Februar 2005 wissen, als sie bisher gesagt haben. Deshalb haben auch Simones Eltern die Hoffnung nicht verloren, dass der schreckliche Tod ihrer Tochter noch aufgeklärt werden kann, so Gabi Strobel: "Es ist einfach nur ein Aufruf an die, die mehr wissen, was an diesem Abend passiert ist und uns erlösen von dieser Qual des Nachdenkens und des Grübelns."

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