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7000 Kilometer mit dem Fahrrad zur Traumfrau

Liebe kennt keine Grenzen. Das beweist spätestens die Geschichte von Pikay aus Indien und Lotta aus Schweden. Um seine Traumfrau wiederzusehen, stieg der Inder aufs Rad und fuhr einfach los – 7000 Kilometer.

  Liebe kennt keine Grenzen: Pikay und Lotta haben sich gefunden.

Liebe kennt keine Grenzen: Pikay und Lotta haben sich gefunden.

Die Geschichte von Pikay und Lotta klingt wie ein Märchen von einem armen Jungen und einer Prinzessin. Doch dieses Märchen wurde wahr: Lotta ist eine schwedische Adelige. Pikay, mit richtigem Namen Pradyumna Mahanandia, ist Inder und wuchs in Armut auf, verbrachte seine Kindheit in einer Lehmhütte.

Als junger Mann schlug Pikay sich als Straßenkünstler durch. Auf dem Markt im indischen Neu Delhi trafen sich Lotta und er das erste Mal. "Ich sah einen jungen Mann mit lockigem Haar, der Portraits zeichnete, und fühlte mich davon sehr angezogen", erinnert sich Lotta heute. Pikay zeichnete ein Bild von ihr. Dabei funkte es zwischen den beiden auf Anhieb. "Es war am 17. Dezember '75, als diese blonde, fröhliche, blauäugige Touristin vor mir auftauchte", erzählt er. Eigentlich wäre die Begegnung eine Sache von nur zehn Minuten gewesen. Doch sie veränderte ihr ganzes Leben. Drei Tage nach dem Kennenlernen wusste Pikay bereits, dass er Lotta heiraten will: "Ich habe gesagt, es ist Schicksal, Du wirst meine Frau." Und sie habe ihm geglaubt, sagt Lotta: "Ich habe meinen Verstand einfach ausgeschaltet."

Er musste Lotta wiedersehen!

Es war Liebe auf den ersten Blick. Die beiden verbrachten drei traumhafte Wochen in Neu Delhi, machten Spaziergänge, verliebten sich so richtig. Doch Lotta musste irgendwann zurück nach Hause, nach Schweden. Sie schrieben sich Briefe, mehr war damals nicht möglich.
Pikay zeichnete ein Jahr lang weiter auf den Straßen von Neu Delhi. Dann fasste er einen Entschluss: Er musste Lotta wiedersehen! Er verkaufte seinen gesamten Besitz und fuhr los nach Schweden – auf einem alten Damenfahrrad. Vor ihm lagen 7.000 Kilometer. Ein Busticket konnte er sich nicht leisten. "Ich hatte kein Geld, nur 80 Dollar insgesamt. Fliegen? Nur Könige konnten in den Siebzigern fliegen." 

Der junge Mann fuhr damals ohne Karten, einfach auf den Hauptstraßen Richtung Westen, durch Wüsten und Einöde. "In Afghanistan gab es zum Glück nur eine Straße, die führte von Ost nach West. Die konnte man gar nicht verpassen." Meist sei er den ganzen Tag über gefahren, schlief am Straßenrand oder unter Brücken. Eine monatelange Strapaze. "Manchmal, etwa in Kandahar oder in Herat, da habe ich gezweifelt, ob ich es schaffe. Ich war so müde, ich dachte ich sterbe. Als wenn meine Seele meinen Körper verlässt, so fühlte es sich an."

Fünf Fahrräder und eine Zugfahrt

Der Kontakt zu Lotta motivierte Pikay immer weiter. Sie schrieben sich auch unterwegs – von Postamt zu Postamt, in Teheran oder Istanbul. Pikay holte die Briefe dort ab und antwortete. "Ich habe gemerkt, wie er sich freut. Er hat immer geschrieben und hat sich wirklich Briefe von mir gewünscht – das fing schon in Indien an", erzählt Lotta. 

Auf seiner langen Reise verschliss Pikay fünf Fahrräder. Den letzten Teil fuhr er schließlich mit dem Zug: Am 28. Mai 1977 nahm Lotta ihn in Göteborg in Empfang. "Es war unglaublich, das war dasselbe wohlige Gefühl, wie vorher", sagt Lotta. "Wir haben eigentlich nur geweint, kaum gesprochen. Sie hat mich geküsst!" Fast fünf Monate war Pikay gefahren, um seine Lotta wiederzusehen. "Meine Verwandten fragten: 'Wann ist dein Urlaub vorbei?' Das ist kein Urlaub, antwortete ich. Ich bleibe hier. Ich heirate und gründe eine Familie. Deswegen bin ich hier." 

Heute, fast vierzig Jahre später, ist genau das längst eingetreten. Pikay und Lotta haben geheiratet und eine Familie gegründet. Noch immer reisen sie regelmäßig gemeinsam nach Indien, engagieren sich dort für Schüler.

Ihre Geschichte machte in der ganzen Welt Schlagzeilen, das Buch über ihre Liebesgeschichte wurde ein Bestseller. Das Ehepaar lebt heute zurückgezogen auf einem Gutshof in Schweden. Man möchte fast schließen mit den Worten:
Und wenn sie nicht gestorben sind …

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