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Verboten! Aber nützlich?

So genannte Blitzer-Apps wollen zuverlässig vor Radarkontrollen warnen. Sie zu benutzen ist verboten. Was die verschiedenen Apps taugen und ob die Aufregung berechtigt ist, verraten unsere Experten.

  stern TV hat den Test gemacht: Wie funktionieren die verschiedenen Radarwarnsysteme?

stern TV hat den Test gemacht: Wie funktionieren die verschiedenen Radarwarnsysteme?

Knapp 4.000 fest installierte Starenkästen sollen bundesweit an unseren Straßen stehen. Hinzu kommen die mobilen Radarfallen, die Städte und Kommunen zeitweilig aufstellen, um Autofahrer per Foto und Geldbuße an die erlaubte Geschwindigkeit zu erinnern. Kein Wunder also, dass der Markt an Applikationen boomt, die während der Fahrt davor warnen. Inzwischen gibt es weit über 100 verschiedene Blitzer-Apps. Doch Verkehrsexperten wissen: Nach der Straßenverkehrsordnung sind Radarwarngeräte verboten. Der unerlaubte Einsatz einer Blitzer-App soll 75 Euro kosten. Zusätzlich gibt es vier Punkte in Flensburg.

Der Blitzer-App-Tauglichkeitstest

stern TV will wissen, ob die Aufregung um die Radarwarn-Apps gerechtfertigt ist: Wie zuverlässig warnen die Programme überhaupt? Ist eine zügige Fahrt von A nach B möglich, ohne geblitzt zu werden? Oder lösen die Apps sogar Fehlalarme aus? IT-Experte Tobias Schrödel hat sich getraut die Blitzer-Apps zu testen. Die Fahrt geht von München nach Stuttgart. Es ging zunächst durch München, dann auf die Autobahn und anschließend durch die Vororte von Stuttgart – bei sportlicher Fahrweise genügend Möglichkeiten, von einem Starenkasten oder einer Laserpistole der Polizei erwischt zu werden. Erkennen sollten das die Test-Apps "Blitzer.de Pro", "Glob-Traffic und Radars", "Waze" und "Trapster". Im Ergebnis haben fast alle Blitzer-Apps ordentlich vor Radarfallen gewarnt. "Trapster" allerdings warnte gerne auch an Stellen, an denen der Starenkasten längst abgebaut wurde. Auch warnten Apps vor Radarfallen auf der Gegenfahrbahn – überflüssig und irritierend. Am ausgereiftesten erwies sich auf der Testfahrt "Blitzer.de Pro": Diese App warnte fast nur, wenn es relevant war und war in kürzester Zeit über den Aufbau einer mobilen Falle informiert.

Lockerung des Blitzer-App-Verbots im Gespräch

Unbestritten ist, dass die Straßenverkehrsordnung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer dient. Ziel von Radarkontrollen soll sein, die Autofahrer an diese Ordnung zu erinnern und dazu erziehen, sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen grundsätzlich zu halten. Dies kann – wie die Polizei selbst initiiert – womöglich auch durch die vorherige Bekanntgabe von Kontrollen passieren. So warnt die Polizei NRW auf ihren Internetseiten täglich selbst vor Radarfallen und informiert die Medien über groß angelegte Blitz-Aktionen.

Inzwischen melden sich selbst Verkehrsexperten zu Wort, die eine teilweise Legalisierung von Blitzer-Apps oder -Navis diskutieren wollen. Den jüngsten Vorstoß auf politischer Ebene unternahm der Verkehrsexperte der CDU-Bundestagsfraktion Thomas Jarzombek: Er setzt sich dafür ein, dass Autofahrer Blitzer-Warner nutzen dürfen, die auf fest montierte Starenkästen an Unfallschwerpunkten oder Gefahrenstellen hinweisen. Warnungen vor mobilen Blitzern sollen laut Jarzombeks Vorschlag aber untersagt bleiben. Dadurch soll notorischen Rasern nicht das Leben erleichtert, sondern die Verkehrssicherheit erhöht werden. Auf der Konferenz der Verkehrsminister im April 2013 lehnten die meisten eine Lockerung des Blitzer-App-Verbots ab. Die Minister der Länder Hessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt schlossen sich einer teilweisen Lockerung der Rechtslage an.

Bis die Gesetzeslage eindeutiger wird, bleiben die Blitzerwarn-Apps eine juristische Grauzone. Am Ende sei empfohlen, das zu tun, was die meisten der von stern TV getesteten Blitzer-Apps verlangten: Sich möglichst oft, am besten alle paar Minuten, den Risiken des Rasens bewusst zu werden.

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