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Wie Gunther Holtorf mit seinem "Otto" in 26 Jahren die ganze Welt bereiste

Es war eine unglaubliche Tour durch die gesamte Welt: Gunther Holtorf ist 26 Jahre lang mit demselben Auto durch 215 Länder, Regionen und Territorien gefahren; insgesamt fast 900.000 Kilometer hat sein Mercedes Geländewagen namens "Otto" mitgemacht. Eine Liebesgeschichte von einem Mann und einer Frau - und einem Auto.

Mit einem Auto um die Welt
  Die ganze Geschichte von Gunther Holtorf, seinem "Otto" und der 26 Jahre währenden Weltreise mit Ehefrau Christine sehen Sie am Mittwochabend bei stern TV. 

Die ganze Geschichte von Gunther Holtorf, seinem "Otto" und der 26 Jahre währenden Weltreise mit Ehefrau Christine sehen Sie am Mittwochabend bei stern TV. 


Zwei echte Kerle auf Tour: Ein Vierteljahrhundert lang bereisten Gunther Holtorf und sein treuer Geländewagen "Otto" die Welt. Überall, wo man mit einem Auto mit Allradantrieb hinkommt, sind sie bereits gewesen. Und das, so Holtorf, seien immerhin 215 Länder, autonome Gebiete und Regionen gewesen. Fast 900.000 Kilometer hat "Otto" auf dem Tacho. Zusammen überquerten sie 411 Grenzen außerhalb der EU. Holtdorf und seine Reisebegleiterin Christine, spätere Ehefrau, waren mit Otto 26 Jahre lang unterwegs. Es war also nicht eine Weltreise – es war die Weltreise.

Alles begann mit einer Anzeige am 17. November 1989 in der "Zeit", über die Gunther Holdorf eine Reisebegleitung suchte – und sich Christine Böhme aus Dresden darauf meldete. Gemeinsam fuhren sie zunächst nach Afrika. Sie reisten kreuz und quer durch den Kontinent, rauf und runter. Insgesamt verbrachten sie damit fünf Jahre. Sie schliefen in der Wildnis in ihrem Wagen, trafen auf Naturvölker und unglaubliche Landschaften. Otto war dabei stets Weggefährte, Küche, Schlafzimmer, Badezimmer und noch mehr: "Otto war Teil der Familie", sagt Gunther Holtdorf. "Wir haben natürlich sparsam gelebt. In den ersten Jahren in Afrika haben wir nicht mehr als 1.000 DM pro Monat ausgegeben – für alles! Das teuerste waren später die Verschiffungen von Otto."

Insgesamt wurde Otto über die Jahre 41 Mal in Containern verschifft und stand auf 113 Hochseefähren, auf wackeligen Flussschiffen und Fischerbooten. 1996 ging es für Otto erstmals per Schiff nach Südamerika. Dort setzten Gunther Holtdorf und seine Christine fort, was sie in Afrika begonnen hatten. Sie bereisten mit Otto jedes einzelne Land. Auf einer Karibikinsel beschäftigte Otto sogar einmal die dortige Regierung, erzählt der heutige 77-Jährige: "In St. Lucia war die Einreisegenehmigung für Otto Tagesordnungspunkt bei der Kabinettsitzung. Es war immer schwerer Otto in die Länder zu bekommen, als uns." In manchen Ländern habe er sogar Jahre gebraucht, um eine Einreisebewilligung zu bekommen. "In einigen Ländern waren wir das erste ausländische Fahrzeug überhaupt", so Holtdorf. 

Von Amerika aus geht es weiter nach Australien, Ozeanien und Asien. Dann, 2007, erkrankte Christine an Krebs. Trotz der Diagnose reiste sie weiter mit Gunther Holtdorf und Otto durch die Welt. Wenige Tage vor ihrem Tod 2010 heirateten sie – nach 20 Jahren gemeinsamer Weltreise. "In den letzten Tagen ihres Lebens hatte sie darum gebeten, dass ich die Reise in jedem Fall zu Ende bringen soll", erzählt Gunther Holtdorf. das hieß: den Rest der Welt zu bereisen. Der inzwischen 68-Jährige fuhr mit Otto noch bis zum Himalaya, durfte sogar nach Nordkorea einreisen.

Die letzte Nacht seiner Reise verbrachte Gunther Holtorf im Oktober 2014 nahe Breslau. Und nach 26 Jahren endete sie für Otto und ihn in Berlin vor dem Brandenburger Tor. Das hatte die Stadtverwaltung zwar nicht erlaubt, doch das war Gunther Holtdorf nun auch egal. 

Seine Weltreise mit Otto hat Gunther Holtdorf übrigens einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde verschafft: Er ist der erste Mann, der mit ein und demselben Auto die meisten Länder der Welt bereist hat. Eigentlich fast alle. Alle, bis auf drei: Tschad, Südsudan und Somalia.

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