Spargel und Erdbeeren gedeihen derzeit nur im geschützten Anbau und beim Sommergetreide drohen Ernteeinbußen und Preisanstiege.
Das Video im Wortlaut: Die einzigen Farbtupfer in der winterbraunen Landschaft sind die Jacken der Arbeiter. Mehr...
So wie auf dieser brandenburgischen Obstplantage sieht es derzeit auf vielen Agrarflächen in Deutschland aus. Die Natur liegt wegen der andauernden Kälte einige Wochen zurück. Das Rösslein einspannen ist ja schon länger aus der Mode, in diesem Märzen kamen viele Bauern aber auch noch nicht zum eggen und säen - wegen dicker Schneedecken, die einfach nicht weichen wollen. Was das für die Obsternte 2013 bedeute, könne man noch nicht abschätzen, sagt Werner Franke vom brandenburgischen Bauernverband. Problematisch sei die Witterung aber für die Sommergetreidesorten, vor allem für die Braugerste. Die müsste längst im Boden sein, sagt Franke. O-ton Franke ("Wenn sie jetzt später gedrillt wird, wird sie erstens im Ertrag schlechter, es gibt weniger und die Qualität wird wahrscheinlich nicht so gut sein und deswegen steigen jetzt schon die Preise für Braugerste für den Herbst, so dass man annimmt, dass die Braugerste das teuerste Getreide aus der Ernte 2013 sein kann.") Manche Bauern überlegten daher, ob sie nicht gleich auf andere Kulturen wie Mais oder Sonnenblumen umstellen sollten, sagt Franke. Insgesamt kostet der Anbau die deutschen Bauern wegen der Kälte mehr Energie, auch der Arbeitsaufwand ist höher. Das merkt auch der Bauer Peter Lipp aus dem hessischen Weiterstadt bei seinen Erdbeeren. Während es auf seinen Freilandflächen noch ziemlich desolat aussieht, grünt und blüht es im sogenannten Sonnentunnel prächtig. Allerdings nicht von allein. O-ton Lipp ("Wenn man ordentliche Erdbeeren haben will, dann muss man dafür sorgen, dass die ordentlich bestäubt werden und ordentlich befruchtet werden. Und ich hab´ jetzt 4800 Mitarbeiter eingekauft, damit diese Arbeiten ordentlich und richtig und gut gemacht werden. Und besonders geeignet dafür sind die Hummeln, denn die fliegen ja schon bei kaltem Wetter, wo die Bienen noch gar nicht fliegen. Und sehen Sie, hier geht´s richtig los. Hier werden richtig unsere Erdbeeren befruchtet, damit wir dann wunderschöne Erdbeeren haben.") Auch der Spargel sprießt derzeit nur im geschützten Anbau. Der König der Gemüse mag es nämlich schön kuschelig. O-ton Lipp ("Die höchste Temperatur der letzen Tage und von gestern auf heute war also 42 Grad und die Mindesttemperatur war zwei Grad. Und das ist zwar ein Riesenunterschied, aber mit 42 Grad war es doch so warm, dass der Spargel richtig anfängt zu wachsen.") Ihren Rückstand wird die Natur aber noch aufholen, davon ist Peter Lipp überzeugt. Mal gehe es früher los und dieses Jahr halt später, gibt sich der Landwirt gelassen. Sicher ist nur eins. Mit dem Spargel ist es ab dem 24. Juni wieder vorbei. Der sogenannte Johannistag markiert traditionell den Ernteschluss beim begehrten Stangengemüse. ORT: POTSDAM, TELTOW, WEITERSTADT Schließen