Foodsharing: Idealisten und Bedürftige nutzen einen Kühlschrank für alle

23. Januar 2013, 06:48 Uhr

Zu viel oder zu wenig Essen? Kein Problem! Schauen Sie einfach ins Internet, finden Sie einen Kühlschrank-Hotspot oder einen privaten Spender und der eigene Kühlschrank füllt sich wieder.

14 Bewertungen

Ein Kühlschrank für Alle – kostenlos und frei zugänglich. Darin: Lebensmittel, die Privatleute oder Großhändler statt der Mülltonne lieber der Allgemeinheit vermachen wollen. mehr...

So manches Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen, die Brötchen sind vom Vortag, doch viele Passanten haben erstaunlicherweise keine Berührungsängste. O-Töne Passanten: "Ich war überrascht und ich finde toll, da sollte es einfach mehr von geben." "Ich hab Augen im Kopf und dann guck ich." "Es ist eben abgelaufen, aber das sieht man ja, das steht ja drauf, es ist ja nicht von den Leuten selber hergestellt und man darf wohl auch nicht davon ausgehen, dass da jemand jetzt Gift reintut oder was weiß ich." Der Kühlschrank ist Teil eines neuen Austauschnetzwerkes für Lebensmittel. Auf der Webseite foodsharing.de sind die Adressen der Hotspots zu finden, hier können Privatleute auch ihre überschüssigen Vorräte Selbstabholern anbieten.  O-Ton Raphael Fellmer, Foodsharing Berlin: "Das schöne ist an Foodsharing, dass wir da überhaupt keine Grenzen gesetzt haben und keiner muss sich ausweisen oder so, ob er bedürftig ist oder nicht, aber es gibt auch Leute, die das aus ethischen Gründen machen, die Studenten sind." "Die Idee ist, das wir halt 50 % der Lebensmittel in Deutschland verkommen lassen und jeder kann etwas dagegen tun, um diese Lebensmittelverschwendung zu reduzieren." Rund 5000 Idealisten, Knauser und Bedürftige machen bundesweit bisher mit – eine Massenbewegung ist es also nocht nicht. Eine Tonne Lebensmittel haben dabei den Besitzer gewechselt. O-Ton Raphael Fellmer, Foodsharing Berlin: "Natürlich ist es bei Foodsharing auch so dass das Netzwerk basiert quasi auch auf dem Vertrauen, dass es gut ist, auch auf dem guten Willen der Mitmenschen, sprich, wenn ich bei jemandem zuhause was abhole oder hier, muss ich natürlich das Vertrauen haben, dass es gut ist." Eine mobile Handy-App ist in Planung, um dem modernen Menschen den Essenstausch zu erleichtern. Oder vielleicht auch nur, um ihm den Weg zum nächsten Kühlschrank für Alle zu weisen Schließen