Online-Diskriminierung in Frankreich: Twitter drohen 1.000 Euro Strafe täglich

26. Januar 2013, 12:31 Uhr

In Frankreich ist eine heftige Diskussion über die freie Meinungsäußerung entflammt. Grund sind die Forderungen der Landesregierung gegenüber Twitter, die Namen aller Poster zu veröffentlichen, die sich daneben benehmen.

In Frankreich ist eine heftige Diskussion über die freie Meinungsäußerung entflammt. Grund sind die Forderungen der Landesregierung gegenüber Twitter, die Namen aller Poster zu veröffentlichen, die sich daneben benehmen. mehr...

Genauer geht es um diejenigen, die rassistische, homosexuellenfeindliche und antisemitische Tweets absetzen. Zwar werden beleidigende und verletzende Posts gelöscht, mehr passiert in der Regel jedoch nicht. Sollte Twitter nicht einwilligen, muss das Unternehmen eine Strafe von 1.000 Euro entrichten – wohl gemerkt pro Tag.

O-Ton: Gilles Klein, Journalist und Blogger

„In Paris haben wir eine breite Zielgruppe. Viele Leute wie ich, Menschen in Nachrichten, in der Kommunikation, Computer-Versessene und Spieler twittern. Wenn du dich in Frankreich durchsetzen willst, musst du dich den örtlichen Gegebenheiten anpassen.“

Die Meinung der Bevölkerung geht deutlich auseinander – klar dafür sind Menschen wie dieser Rabbi, die eben die primären Ziele dieser digitalen Angriffe sind.

Vox-Pops

„Das französische Recht soll hart mit Leuten umgehen, die sowas von sich geben.“

„Das sollte nicht sein. Das ist ein Land der Redefreiheit. Du kannst tweeten, was du willst. Es ist ziemlich gefährlich, dass die französische Regierung Leute verfolgen will.“

Twitter-Verantwortliche haben sich bislang nicht bezüglich der Forderungen geäußert. Jene Statements sind nach französischem Recht aber illegal, etwas dürfte also passieren. Viele Menschen, die häufig mit Twitter umgehen, betrachten zumindest die Richtung der französischen Regierung positiv: Sie dürfen nicht einfach alles im Internet sagen, was ihnen gerade in den Sinn kommen mag. Schließen