. .

Superwahljahr 2009 - Berichte & Umfragen

Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
27. Juni 2009, 10:45 Uhr

Merkel fegt Steuerdebatte vom Tisch

Die Mehrwertsteuer bleibt, wie sie ist. Basta! Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat klargestelt, dass mit ihr Steuererhöhungen nach der Wahl nicht zu machen sind. Und auch CSU-Chef Horst Seehofer erteilte etwaigen Überlegungen in der Schwesterpartei eine klare Absage.

Merkel, Kanzlerin, Steuererhöhungen, Mehrwertssteuer, CDU, CSU

Kanzlerin Merkel stellt klar: An der Mehrwertsteuerschraube wird nicht gedreht© Jens Büttner/DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Erhöhung der Mehrwertsteuer nach der Bundestagswahl ausgeschlossen. "Jede Diskussion über die Mehrwertsteuer ist schädlich für die Konjunktur. Mit mir wird es in der nächsten Legislaturperiode keine Erhöhung geben, weder des vollen noch des reduzierten Mehrwertsteuersatzes", sagte Merkel der "Bild am Sonntag" (BamS). Eine Erhöhung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes "wäre sozial ungerecht und wachstumsfeindlich", sagte die CDU-Vorsitzende. "Deutschland muss schnell aus der Krise herauskommen. Dafür brauchen wir Entlastungen und keine Belastungen."

Vor der Verabschiedung des Wahlprogramms von CDU und CSU am Sonntag hatte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger mit seiner Forderung, die ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben auf 9,5 Prozent zu erhöhen, den unionsinternen Steuerstreit weiter verschärft. Führende Parteimitglieder wiesen Oettingers Vorstoß bereits am Freitag zurück.

Seehofer: "Gift für die Wirtschaft"

Wie die Kanzlerin erteilte auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer Steuererhöhungen eine klare Absage. "Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterzeichnen, wenn darin eine höhere Mehrwertsteuer enthalten ist", sagte der bayerische Ministerpräsident der "BamS". "Wenn Steuersenkungen sinnvoll sind, um Wachstum und Arbeitsplätze zu befördern, dann bewirken Steuererhöhungen genau das Gegenteil. Sie sind Gift für die Wirtschaft und kommen nicht in Frage."

Seehofer machte deutlich, dass die Absage für Steuererhöhungen für die ganze nächste Legislaturperiode gelte: "Im Unionswahlprogramm sind Steuererhöhungen definitiv ausgeschlossen. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die nach der Wahl etwas anderes machen, als sie vorher gesagt haben. Unser Wahlprogramm geht von 2009 bis 2013", sagte der CSU-Chef.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bekräftigte, die CDU wolle sich entgegen dem Wunsch der Schwesterpartei noch nicht auf ein festes Datum für eine Steuersenkung festlegen. "Die Glaubwürdigkeit gebietet es, dass wir jetzt im Jahr 2009 noch keine genauen Jahreszahlen festschreiben", sagte Pofalle im Deutschlandradio Kultur.

AP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Rekordschulden-Etat Steuerversprechen "absurd"

Der Bund wird 2010 gut 86 Milliarden Euro neue Schulden machen - so viel wie noch nie. Das Kabinett billigte den Haushaltsentwurf von Peer Steinbrück. Vor diesem Hintergrund warnte der Finanzminister Union und FDP davor, vollmundig Steuersenkungen zu versprechen. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist mit ihm aber auch nicht zu machen. mehr...

Bundestagswahlkampf Die Steuern werden steigen

Fast alle Parteien versprechen, nach der Bundestagswahl die Steuern zu senken. Allen voran die FDP, die sogar eine große Steuerreform in Aussicht stellt. Aber ist das angesichts der vom Kabinett gebilligten Rekordverschuldung des Staates und der Wirtschaftskrise überhaupt möglich? stern-Reporter Andreas Hoffmann hat nachgerechnet und die drei wichtigsten Fragen zum Thema Steuern beantwortet. mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage