Poltern kann er. Das beweist CSU-Chef Horst Seehofer einmal mehr im Interview mit dem stern: Finanzminister Peer Steinbrück müsse weg, Steuersenkungen her. Sein Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel sei im übrigen bestens. Sie würde ihm sogar einen Gebrauchtwagen abkaufen - "jedes Modell!"

"Überzeugter Schwarzer": CSU-Chef Horst Seehofer© Michaela Rehle/Reuters
CSU-Chef Horst Seehofer legt im Streit um Steuersenkungen nach. In einem Interview mit dem stern sagte Seehofer, es dürfe "überhaupt keinen Zweifel geben, dass es mit der Union in der nächsten Legislaturperiode zu Steuersenkungen kommen wird". Seehofer forderte zudem die Ablösung des SPD-Finanzministers Peer Steinbrück nach der Bundestagswahl. Dessen ständiges "Nein, geht nicht" sei "keine kreative Finanzpolitik". Er wolle, "dass die SPD das Finanzressort nicht wieder besetzt".
Der CSU-Vorsitzende sprach sich dagegen aus, den Bundestagswahlkampf der Union zu sehr auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zuzuschneiden. "Ein Team ist eine Selbstverständlichkeit", sagte er dem stern. In der Union wüssten alle, "dass man als Volkspartei authentische Personen braucht - auch unter der Kanzlerin". Seehofer selbst will für einen Wahlerfolg als "überzeugter Schwarzer" mitkämpfen, allerdings ohne ein besonderes Kompetenzfeld: "Ich brauche nicht diese oder jene Funktion - ich hab' schon zwei ganz herausragende Funktionen für die Union."
Seehofer warnte im stern davor, pausenlos "auf die FDP zu schielen". Der Parteichef sagte: "Wir als CSU müssen so gut abschneiden wie möglich. Und zwar mit unserer eigenen Stärke." Ihm sei "nicht entgangen," dass sich im vergangenen Jahr in Berlin, damals noch unter Führung seines Vorgängers Erwin Huber, über die Schwäche der CSU lustig gemacht worden sei. Dies, so Seehofer, "hat mich aufgewühlt. Wenn Sie seit Jugendzeit für die CSU unterwegs sind - dann geht das schon sehr nahe". Respekt sei in der Politik ein hohes Gut. Mittlerweile sei die CSU aber wieder gut aufgestellt, die Partei sei wieder näher dran am Volk. Es sei "die verdammte Pflicht eines Politikers auf die Bevölkerung zu hören," sagte Seehofer. "Mein stärkster Verbündeter war immer das Volk."
Seehofer bezeichnete seinen Umgang mit der Kanzlerin als "sehr, sehr partnerschaftlich". "Das ist eine Zusammenarbeit, die Freude macht." Bisweilen schicke ihm die Kanzlerin zu später Stunde noch eine SMS, etwa, wenn eine internationale Konferenz gut gelaufen sei. Er schreibe dann zurück: "Deutschland wird eben gut regiert." Angela Merkel würde von ihm einen Gebrauchtwagen kaufen - "jedes Modell. Ich übrigens von ihr auch". Der CSU-Chef räumte ein, dass er der Kanzlerin gelegentlich auf den Nerven herumtrampele. Dies passiere aber nie in böser Absicht. "Es gibt Punkte, bei denen muss die CSU eben hart bleiben."
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