19. Mai 2009, 07:40 Uhr

"Steinbrück muss weg"

Poltern kann er. Das beweist CSU-Chef Horst Seehofer einmal mehr im Interview mit dem stern: Finanzminister Peer Steinbrück müsse weg, Steuersenkungen her. Sein Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel sei im übrigen bestens. Sie würde ihm sogar einen Gebrauchtwagen abkaufen - "jedes Modell!"

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"Überzeugter Schwarzer": CSU-Chef Horst Seehofer©

CSU-Chef Horst Seehofer legt im Streit um Steuersenkungen nach. In einem Interview mit dem stern sagte Seehofer, es dürfe "überhaupt keinen Zweifel geben, dass es mit der Union in der nächsten Legislaturperiode zu Steuersenkungen kommen wird". Seehofer forderte zudem die Ablösung des SPD-Finanzministers Peer Steinbrück nach der Bundestagswahl. Dessen ständiges "Nein, geht nicht" sei "keine kreative Finanzpolitik". Er wolle, "dass die SPD das Finanzressort nicht wieder besetzt".

Der CSU-Vorsitzende sprach sich dagegen aus, den Bundestagswahlkampf der Union zu sehr auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zuzuschneiden. "Ein Team ist eine Selbstverständlichkeit", sagte er dem stern. In der Union wüssten alle, "dass man als Volkspartei authentische Personen braucht - auch unter der Kanzlerin". Seehofer selbst will für einen Wahlerfolg als "überzeugter Schwarzer" mitkämpfen, allerdings ohne ein besonderes Kompetenzfeld: "Ich brauche nicht diese oder jene Funktion - ich hab' schon zwei ganz herausragende Funktionen für die Union."

Seehofer warnte im stern davor, pausenlos "auf die FDP zu schielen". Der Parteichef sagte: "Wir als CSU müssen so gut abschneiden wie möglich. Und zwar mit unserer eigenen Stärke." Ihm sei "nicht entgangen," dass sich im vergangenen Jahr in Berlin, damals noch unter Führung seines Vorgängers Erwin Huber, über die Schwäche der CSU lustig gemacht worden sei. Dies, so Seehofer, "hat mich aufgewühlt. Wenn Sie seit Jugendzeit für die CSU unterwegs sind - dann geht das schon sehr nahe". Respekt sei in der Politik ein hohes Gut. Mittlerweile sei die CSU aber wieder gut aufgestellt, die Partei sei wieder näher dran am Volk. Es sei "die verdammte Pflicht eines Politikers auf die Bevölkerung zu hören," sagte Seehofer. "Mein stärkster Verbündeter war immer das Volk."

Seehofer bezeichnete seinen Umgang mit der Kanzlerin als "sehr, sehr partnerschaftlich". "Das ist eine Zusammenarbeit, die Freude macht." Bisweilen schicke ihm die Kanzlerin zu später Stunde noch eine SMS, etwa, wenn eine internationale Konferenz gut gelaufen sei. Er schreibe dann zurück: "Deutschland wird eben gut regiert." Angela Merkel würde von ihm einen Gebrauchtwagen kaufen - "jedes Modell. Ich übrigens von ihr auch". Der CSU-Chef räumte ein, dass er der Kanzlerin gelegentlich auf den Nerven herumtrampele. Dies passiere aber nie in böser Absicht. "Es gibt Punkte, bei denen muss die CSU eben hart bleiben."

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KOMMENTARE (10 von 27)
 
Lotusblomst (28.05.2009, 11:20 Uhr)
Gestern so, heute so!
Im Februar 1998 lehnte der damalige "Gesundheitsminister" Seehofer den Nichtraucherschutz ab. Voriges Jahr bedauerte er als Verbraucherschützer dies und meinte in vielen TV-Sendungen, daß die Menschen wie vor Asbeststaub auch vor Tabakrauch geschützt werden müssen. Und jetzt? Nun will er gemeinsam mit FDP die Gesetze zum Schutze der Menschen vor Tabakrauch lockern. Seehofer ist deshalb ein Umfaller und dreht sich wie das Fähnchen im Winde. Auf dem Foto sieht es so aus, als ob er jemandem einen Vogel zeigte. Hoffentlich schaut er sich selbst dabei im Spiegel an. Ein Politiker, der - aus welchen Gründen auch immer - lieber die krankmachenden und tödlichen Produkte der Tabakindustrie toleriert, als die Bevölkerung vor Tabakrauch zu schützen, hat das Vertrauen der Bevölkerung nicht verdient. Weil er derart blind ist, nenne ich ihn nicht mehr Seehofer, sondern Blindhofer. Er sagt: "Es sei die verdammte Pflicht eines Politikers auf die Bevölkerung zu hören, mein stärkster Verbündeter war immer das Volk." Neue Politiker, die ihre Pflicht tun, indem sie Schaden vom Volke abwenden, braucht das Land. Das ist ja auch die Meinung der vielen Kommentarschreiber.
Westerle.Merkwelle (20.05.2009, 22:19 Uhr)
Seehofer hat recht
Steinbrück muss weg. Aber auch Steinnmeier, Merkel, Münte und Seehofer.
Angel_of_Mercy (19.05.2009, 14:47 Uhr)
Gebrauchtwagen Modell Deutschland
wurde längst verkauft. Zu einem guten Preis, für den Käufer.
Mehr muss ich über Seehofer nicht schreiben. Ist die bytes nicht wert.
Ermatrans (19.05.2009, 14:40 Uhr)
Niemand hat über die CSU oder gar Huber gelästert
Beckstein und Huber traten als Tandem auf, weil die beiden nur zusammen einen ganzen Duckmäuser ergeben. Als Dilettanten-Tandem fuhren sie eine Blamage nach der anderen ein - Hin- und her beim Rauchverbot, Transrapid-Projekt versenkt, die kinderfreundlichen Spendablen und Steuersenker vorgheuchelt und trotzdem minus 17.4 % eingefahren ... Seehofer selbst soll sie hinter vorgehaltener Hand als "Pygmäen" geschmäht haben. Seehofer ist da schon ein ganz anderer: Monika Hohlmeier per Hinterzimmerpolitk den Franken untergejubelt, die ihm entgegneten "Franken ist kein Endlager für abgebranntes CSU-Kernmaterial", den Augsburgern eine 250 Mio. € Uni-Klinik und den Münchnern einen 120 Mio. € Konzertsaal ... mit der Einstellung "Das Erzählte reicht" zugesagt und sich dabei überführen lassen.
Ich halte zwar nicht viel von der SPD, aber um Seehofer als Dampfplauderer zu enttarnen, reichte es:
www.bayernspd-landtag.de/downl/PK09/090331FM_DHH09.pdf
jetrabbit (19.05.2009, 13:56 Uhr)
mai 25 2009
nibiru wird wieder sichtbar in der südlichen hemisphere. politik is sowas von egal in diesem sinne.
auwei (19.05.2009, 12:06 Uhr)
Unter Druck
Man muss Seehofer verstehen. Der Mann steht massiv unter Druck. Sein Programm ist das der "Dinos" ("Nicht die Mamma"): Nicht der Huber / Beckstein. Und das wars. Also braucht er Profil - natürlich gegen Merkel. Dumm nur, dass wir uns den Mist auch noch anhören müssen. Als Minister war er ein Reinfall, als Steinbrück-Kritiker ist er die Steigerung des Reinfalls.
kabelmann (19.05.2009, 11:33 Uhr)
@Doc_D
Ich find jetzt im Parteiprogramm noch immer nix zur Planwirtschaft.
JanvanHelsing (19.05.2009, 11:29 Uhr)
@Doc D
haben sie schon vergessen wo unsere BuKa Murksel herkommt, aus eben diesen Unrechtsstaat, war dort sogar FDJ Kulturbeauftragte, durfte als Pastorentochter studieren und besuchte 1986 die BRD...ein Schelm ....
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Die Rechten kann man nicht wählen, wer will schon aus D. einen großen Hooligan Spielplatz machen?
CDSUSFDPGrüne geht auch nicht und nicht zur Wahl gehen geht ja gar nicht, also wer oder was bleibt übrig???
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Denn bedenke wenn man gegen die Linke ist, kann man konsequenter Weise auch die anderen nicht wählen, denn da sind die anderen Blockparteien der ehmlg. DDR aufgegangen...
Aber das wird in konservativen Wahlkreisen gerne vergessen, seit 1945 übrigens
Stern-Leser24 (19.05.2009, 11:28 Uhr)
@ Doc_D Ich bin kein DDR-Freund und auch kein Wähler der LINKS-Partei...
stellen sie sich vor, es gibt auch noch andere Parteien.
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Ich will nur verdeutlichen, egal wie, aber der jetzigen Regierung gehört in ganz klarer Weise die ROTE KARTE gezeigt!!!
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Wir brauchen eine Regierung die im Sinne des Volkes handelt und nicht nur ihre eigenen Interessen befriedigt. Dass ganze Banken und Subventionsgeschachere gehört endlich abgeschafft. Die Gutachtenbeschafferei in ihren eigenen Reihen, Beschaffung von immer mehr staatlich subvensionierter Posten und Pöstchen usw...
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Wir brauchen endlich eine Regierung die nach dem Verursacherprinzip handelt und bestraft!!!
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Hochachtungsvoll
nach Diktat verreist.
Doc_D (19.05.2009, 11:13 Uhr)
... und der Seehofer gleich mit
Wer verkündet, der Staat hätte ein Einnahmeproblem und kein Ausgabenproblem, der muss in der Tat weg. Aber so ein Windbeutel wie der Seehofer kann gleich mit verschwinden.
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@Stern-Leser24: Frondienste (übrigens ohne "h") will natürlich keiner, aber dann bitte auch nicht die Linke wählen (für die sie sich hier stark machen, wie ich vermute). Die Linke ist die Fronarbeitspartei schlechthin, ihr System nannte sich DDR, war ein Unrechtsstaat und ist untergegangen.
Aber es ist schon so, das ein System, wo jeder versuchen muss, das meiste für sich rauszuholen, nicht ganz optimal für diese Welt ist.
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