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27. September 2009, 20:24 Uhr

Verlierer Steinmeier will Oppositionsführer werden

Trotz des Wahldebakels denkt SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier nicht an einen Rückzug. Im Gegenteil: Er will die SPD durch die Opposition führen.

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Frank-Walter Steinmeier denkt trotz der Niederlage nicht an Rückzug© Miguel Villagran/Getty Images

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat seine Niederlage bei der Bundestagswahl eingestanden. "Das ist eine bittere Niederlage", sagte der Außenminister am Sonntagabend in der SPD-Zentrale in Berlin. "Das ist ein bitterer Tag für die SPD." Zugleich kündigte Steinmeier an, neuer Fraktionschef und damit Oppositionsführer werden zu wollen. "Ich habe diese Verantwortung als Spitzenkandidat gern getragen, und deshalb sage ich gerade an diesem bitteren Abend: Ich werde aus der Verantwortung nicht fliehen."

Steinmeier gab zu: "Das Ergebnis ist so, dass nach Lage der Dinge CDU/CSU und FDP miteinander eine Mehrheit haben und eine Mehrheit werden bilden können." Als Opposition werde die SPD sehr genau darauf achten, wie sich die neue Regierung bewähre. "Die müssen jetzt beweisen, dass sie es können. Und ich behalte meine Zweifel, dass sie es können." Die SPD werde genau darauf achten, dass kein "Rückmarsch in die 90er Jahre" stattfinde. Unter großem Applaus der SPD-Anhänger fügte er hinzu: "Wir werden dafür kämpfen, dass es keinen Rückweg in die Kernenergie gibt."

Weiter sagte Steinmeier, die SPD habe in ihrer Geschichte stets dafür gesorgt, dass die soziale Balance nicht verloren gehe. "Diese soziale Balance zu finden, sie immer wieder neu zu schaffen, das ist die historische Mission der Sozialdemokratischen Partei. Und diese Mission ist nicht beendet."

Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF können Union und FDP mit komfortabler Mehrheit eine neue Bundesregierung bilden. Die SPD erlitt dagegen ihr mit Abstand schlechtestes Wahlergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik.

DPA/Reuters
KOMMENTARE (10 von 20)
 
kabelmann (28.09.2009, 07:00 Uhr)
@mupfeline
Entschuldigen sie, ich dachte echt, sie meinen das ernst. Dann muss sich wohl Steinmeier auf Pippi Langstrumpf beziehen, frei nach dem Motto: "Ich mach mir die Welt so wie sie mir gefällt"
knilch_59 (27.09.2009, 22:22 Uhr)
Oppositionsführer ist ein Scheißjob,
aber einer muss ihn ja machen. Also gibt der angeblich treue Parteisoldat Steinmeier den Platzhalter her, bis sich ein vernünftiger Kandidat findet. Das ist wenigstens der Versuch den Schaden, den er und seinesgleichen seiner Partei zugefügt haben, zu begrenzen.
RDUKE7777777 (27.09.2009, 21:26 Uhr)
Zitat
"Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht"

Seit heute NOCH MEHR denn je. Gute Nacht. Ihr werdet noch sehen....
Sozimod (27.09.2009, 21:19 Uhr)
Niedergang auf Jahre
ist möglich. Die Agenda 2010-2020 zerstörte eine ehemalige Volkspartei. Die CDU ist mit ihren 27% auch keine. Wir sind in das Bürglerliche Zeitalter zurück. Ich fühle Neuwahlen im Jahr 2011, oder 2012. Wenn die SPD glaubhaft einen Neuanfang will, trennen sie sich von den Neoliberealen. Die soziale Not wird höchstwahrscheinlich noch größer. Die Sozialsysteme stehen vor einem Kollaps. Kriege werden weiter als das Ultimo Ratio gesehen.
Gewissen (27.09.2009, 20:49 Uhr)
Gas Gerd
Schröder war der Anfang vom Untergang der SPD. Und damit basta.
hellwachabsolut (27.09.2009, 20:44 Uhr)
>>Opposition tut der SPD gut.<<
Man braucht nicht lange zu suchen, um die Dummen der Republik zufinden. Die sind nämlich in der SPD, die immer noch nicht begrifen haben, warum die die Wahlen reihenweise verlieren.
Aber vielleicht kann die Opposition hier etwas helfen.
seppilein (27.09.2009, 20:36 Uhr)
richtig ...
@ kunoo

das haben Sie klar erkannt - die Nachdenkseiten zeigen einiges auf ...

und die CDU und die FDP haben zusammen ca. 48 - 48,5 % der abgegebenen Stimmen erhalten - somit kann Frau Merkel, so wie Sie es gesagt hat, die Kanzlerin "aller" Deutschen sein ...
kunoo (27.09.2009, 20:29 Uhr)
SPD - die fünfte Kolonne von wem?
Die Sturheit und Abgehobenheit der SPD-Führung kann nur damit erklärt werden, dass entweder diese großartige Führungsclique sich auf Gedeih und Verderb an ihre Posten klammert - oder, was zunehmend plausibel erscheint, diese Führungsmafia eigene und fremdbestimmte Ziele verfolgt, die mit den ursprünglichen Zielen der SPD nicht das Geringste zu tun haben. Die Analyse dieser Theorie, nachzulesen unter http://www.nachdenkseiten.de/?p=4169 hat etwas Bestechendes und absolut Nachvollziehbares. Mit Dummheit und Ignoranz allein ist das Verhalten der Sozis nämlich kaum noch zu erklären. Hoffentlich zeigt der Bundesparteitag der SPD im November den Verantwortlichen die rote Karte und setzt ein Signal zum Neuanfang. Ansonsten - gute Nacht, Deutschland.
mupfeline (27.09.2009, 20:28 Uhr)
@kabelmann
Schon mal was von dem Wort "Ironie" gehört?
Die Aussage dass der Wähler schuld ist dass die SPD nicht gewonnen hat die stammt nicht von mir sondern wurde vorhin von den SPD-Oberen im TV verkündet.

Was hat Pipi mit alldem zu tun? Selbst im Tukatuka-Land gilt wohl der Grundsatz dass die Wähler schuld sind wenn die Parteien verlieren, oder? Oder könnte es nicht sein dass die Wähler nicht ganz so dumm sind wie die Politiker denken ... !?
Volker_Mainhattan (27.09.2009, 20:23 Uhr)
Steinmeier.....
...merkt er denn noch was? Er will Opositionsführer werden, mit welcher Begründung? Er und (der schon etwas scheinbar realitätsarme) Münte haben die SPD an die Wandgefahren, ganz alleine....Sie haben nichts verstanden, überhaupt nichts...Das "S" stsnd einmal für sozial, dieses "soziale Gewissen, diesen Part hat mittlerweile die Linke übernommen....Abdanken, old Men, lasst junge visionäre Vordenker ran: Wowereit, Nahles, ja sogar Ypsilanti - baut sie wieder aus - eine neue moderne SPD....
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