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17. Juli 2009, 19:22 Uhr

Stegner nennt Carstensen einen Lügner

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner hat Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen (CDU) vorgeworfen, bei den umstritten HSH-Bonuszahlungen die Unwahrheit gesagt zu haben. Auch im Landtag wurde beim Streit um vorgezogene Neuwahlen mit harten Bandagen gekämpft.

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Stegner wirft Carstensen falsches Spiel im Fall HSH-Entschädigung vor© Fabian Bimmer/AP

Im schleswig-holsteinischen Machtkampf hat SPD-Landeschef Ralf Stegner Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) einem Bericht zufolge der Lüge bezichtigt. Der Regierungschef habe ihm von den umstrittenen Bonus-Zahlungen an den Chef der HSH Nordbank, Jens Nonnenmacher, erst berichtet, als die Entscheidung darüber längst getroffen sei, sagte Stegner "Spiegel Online". "Carstensen hat mich am 30. Juni informiert. Da hatte der Präsidialausschuss, dem kein einziger Sozialdemokrat angehört, längst entschieden", sagte der SPD-Politiker. Carstensen dagegen wirft Stegner dem Bericht zufolge vor, er sei über die Boni frühzeitig informiert gewesen.

Umfrage sieht Schwarz-Gelb vorn

Laut einer Forsa-Umfrage sind drei Viertel der Schleswig-Holsteiner für eine Neuwahl des Landesparlaments im September. Nach der Erhebung im Auftrag der "Lübecker Nachrichten" können CDU und FDP dabei mit einer Regierungsmehrheit rechnen. Die CDU käme demnach auf 38 Prozent (minus 2,2 Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2005), die FDP würde kräftig auf 14 Prozent (plus 7,4 Punkte) zulegen. Dagegen könnte die SPD auf 27 Prozent (minus 11,7 Punkte) abstürzen.

Unterdessen kam es am Freitag zu einem massiven Schlagabtausch im Kieler Landtag. Scharfe Töne prägten die Debatte über eine Auflösung des Parlaments, das darüber am Montag entscheiden wird. Auf einen vorgezogenen Urnengang stellt sich nach anfänglichem Zögern nun auch die SPD ein. "Es wird Neuwahlen geben müssen", sagte Stegner, dem Antrag zur Landtagsauflösung werde die SPD aber nicht zustimmen. Ministerpräsident Carstensen, der nicht in die Debatte eingriff, lehnte erneut die SPD-Forderung nach Rücktritt ab.

Der von CDU und Opposition attackierte Stegner bekräftigte, die SPD werde geschlossen gegen die Landtagsauflösung stimmen. Die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit würde damit verfehlt. Für diesen Fall wird erwartet, dass Carstensen die Vertrauensfrage stellt. Darüber könnte am Donnerstag entschieden werden. Sollte Carstensen dann keine Mehrheit bekommen, kann er die Wahlperiode binnen zehn Tagen vorzeitig beenden - der Weg zur Neuwahl am 27. September, dem Tag der Bundestagswahl, wäre frei.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 26)
 
gokahe (20.07.2009, 07:38 Uhr)
frisch geschriebener Artikel???
habe ich in einen Kommentar gelesen. Richtig lesen!! Auch das ist nur eine AP/DPA-Meldung. Warum wohl???
gruß
gokahe
cobdet (18.07.2009, 14:33 Uhr)
bedarf es noch mehr ...
..zugleich kommt aber auch aus den reihen der Christdemokraten deutliche Kritik am Regierungshandeln.
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Es waren nur zwei Sätze, die Landtagspräsident Martin Kayenburg zur Lage sagte. Die aber hatten es in sich. In der am Mittwoch (15. Juli) beginnenden Landtagssitzung „wird deutlich werden, dass das Parlament mit der Behandlung durch die Regierung nicht einverstanden ist“, sagte der CDU-Politiker. Und: „Es gibt kein Einvernehmen mit den Fraktionsspitzen.“ Damit übte Kayenburg gleich in doppelter Hinsicht Generalkritik. Erstens: Als der Landtag im Frühjahr beschloss, Vorstandsgehälter und Boni bei der Bank zu begrenzen, war die Vereinbarung mit Nonnenmacher längst unter Dach und Fach. Denn der Präsidialausschuss hatte ihm - wie gestern bekannt wurde - ein Sonderkündigungsrecht zum 31. Juli 2009 bereits im vergangenen November eingeräumt. Das Parlament wurde darüber nicht informiert.
Zweitens: Auch die CDU-Fraktionsspitze hat dem Millionen-Bonus nicht zugestimmt. Vorsitzender Johann Wadephul sagte, man habe ihn zwar informiert. Aber: „Ein Einvernehmen ist mit uns nicht erzielt worden.“ Und der CDU-Finanzexperte Frank Sauter erklärte diplomatisch und deutlich zugleich, „es hätte mit Sicherheit geholfen“, wenn das Parlament über die mit Nonnenmacher getroffene Vereinbarung unterrichtet worden wäre. Mit ihren Erklärungen stellten sich die CDU-Politiker inhaltlich auf die Seite ihres SPD-Kollegen Ralf Stegner und widersprachen anderslautenden Behauptungen von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Wie berichtet, hatte er in einem Schreiben an Kayenburg gesagt, dass das „Einverständnis“ der regierungstragenden Fraktionen eingeholt
(Kieler Nachrichten/online vom 18.7.2009 um 12.25 Uhr)
Wer jetzt noch Carstensen wählt würde als Kalb auch seinen eigenen Metzger aussuchen
dreicon (18.07.2009, 12:28 Uhr)
Heilig? Scheinheilig?
Ich habe mich schon immer gewundert, weshalb "politische Lügen" bei der Union, und schon überhaupt bei ihrem bayerischen Derivat gang und gäbe sind, und ihr überhaupt nicht übel genommen werden. Im Gegenteil, sie werden erwartet, und mit dem anerkennenden Urteil "A Hund is er ja scho" kommentiert. Bei "links" stehenden Parteien jedoch sind sie Todsünden und unverzeihlich.
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Mit etwas nachdenken bin ich jedoch darauf gekommen: Christdemokraten und Christsozialisten sind, wie der Name unschwer verrät Christen. Und diesen wird per "te absolvo" alles verziehen, wenn sie denn nur eines dieser Gottescharniere, auch Priester , oder auch nur Pfaffen genannt, bestimmungsgemäß benutzen.
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Linke jedoch sind allesamt gottlose Zeitgenossen, welche von niemanden Vergebung erwarten können. Und da sie aus diesem Grunde automatisch der Verdammnis anheim fallen, müssen sie schon zu Lebzeiten von den erlösten Christen als solche benannt und ausgesondert werden.
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So einfach ist das.
TT2007 (18.07.2009, 11:27 Uhr)
Trauerspiel HSH
Die tiefsten Blick hinter die Kulissen dieses Trauerspiels gewährte in meinen Augen das Interview mit dem aus diesem Grund zurückgetretenen ehemaligen Wirtschaftsminister Marnette (CDU). In meinen Augen die einzige aufrechte Gestalt mit Fachkompetenz: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,617645,00.html
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An der Stelle von Herrn Schütz wäre mir das unqualifizierte SPD-Bashing von vor einigen Tagen übrigens auch richtig peinlich, da haben Sie Recht, interpolantics.
cobdet (18.07.2009, 11:27 Uhr)
Für mich der ultimative Beweis..
dafür das Carstensen "Gott und die Welt " belügt ist alleine die Tatsache, das auf Bild online die Koalitionskrise in Schleswig Holstein gar nicht stattfindet. Seit 2 Tagen finde ich auf bild.de keine Zeile zu dem Vorgang.
Glaubt hier wirklich einer im Ernst die Bild würde sich so eine Gelegenheit auf die SPD einzudreschen entgehen lassen, wenn auch nur der Hauch von Wahrheit in Carstensens Behauptung "er hätte Stegener informiert" stecken würde ?
Lustig ist auch die Stern überschrift "Schwarz Gelbe Mehrheit droht auch im Bundesrat" Ist "DROHEN" nicht etwas schlechtes,etwas vor dem man sich hüten sollte ?
universal1909 (18.07.2009, 11:14 Uhr)
Fakt ist doch, dass CARSTENSEN gelogen hat
und daher als Mitglieder einer christlichen Partei nun zurücktreten müßte. Es heißt doch ein Gebot: Du sollst nicht lügen etc.
Unter anderem ist zu lesen:
Unwahre Aussagen über Bonuszahlung belasten Carstensen
Peter Harry Carstensen unter Druck: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hat den Landtag nach ".......-Informationen im Zusammenhang mit der 2,9-Millionen-Euro-Sonderzahlung für HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher falsch informiert.
Doch ein Einverständnis der Fraktionsspitzen von CDU und SPD in Kiel hat es nie gegeben, weder vor noch nach der Sitzung des Präsidialausschusses der HSH Nordbank am 26. Juni.
interpolantics (18.07.2009, 11:08 Uhr)
Wo bleiben die Richtigstellungen
und Entschuldigungen vom rechtskonservativen Stern-Journalisten Herrn Schütz? Dieses Heft ist sowas von verkommen.
cobdet (18.07.2009, 10:30 Uhr)
@Doshi
würden sie mal so freundlich sein und ihre Behauptung belegen ?
Funktion und Zeitraum von Stegeners Tätigkeit in den Gremien der HSH hätte ich dann doch gerne von ihnen benannt.
Ausserdem geht es darum ob Carstensen das Parlament, seine eigene Partei und die Bevölkerung belogen hat und genau so sieht es wohl zur Zeit aus.
Übrigens die Reihenfolge Parlament,Partei und Bevölkerung ist mit Absicht so gewählt, denn so setzt der "Liebe Harry" die Prioritäten
In anderen Fällen gehört dann noch ein "Wir der MP" dazu denn an 1 er Stelle bei Harry kommt immer der Harry
Doshi (18.07.2009, 10:24 Uhr)
Stegener......oh weh...
Er ist doch schon lange in den Gremien der HSH gewesen, dieser machtgeile Lügner!!!! Arme SPD. Mit dem kann es nur bergab gehen.
cobdet (18.07.2009, 10:24 Uhr)
Bravo Helmers
Endlich mal ein frisch geschriebener Beitrag. Toll muss man schon sagen , immerhin eine eigenständige Leistung auch wenn man mit den Schlussfolgerungen nicht ganz einverstanden ist.
Jetzt habe ich aber noch 2 Bitten
1. Wenn sie nicht völlig unglaubwürdig werden wollen nennen sie endlich das Aktenzeichen
und
2. Wiederholen sie den jetzigen Beitrag nicht wieder 20 mal zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit
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