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Umfragen zu den Wahlen 2009

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19. Mai 2009, 11:21 Uhr

Deutsche würden Köhler wählen

Könnten die Deutschen den Bundespräsidenten direkt wählen, wäre die Entscheidung sonnenklar: 69 Prozent sprechen sich für Amtsinhaber Horst Köhler aus. Selbst unter Anhängern der Linkspartei genießt er Sympathie. Forsa-Chef Güllner spricht von einer "fatalen Situation" für die SPD.

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Auch bei Anhängern der Linkspartei beliebt: Bundespräsident Horst Köhler© Daniel Roland/AP

Die Deutschen würden Horst Köhler wählen. Das ist, kurz gefasst, das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des stern. Demnach würden 69 Prozent für den Amtsinhaber stimmen, wenn sie den Bundespräsidenten direkt wählen könnten. Gesine Schwan, die von der SPD nominiert wurde, kommt nur auf 15 Prozent. Der Kandidat der Linkspartei, Peter Sodann, ist für lediglich 5 Prozent ein passender neuer Hausherr auf Schloss Bellevue.

Forsa-Chef Manfred Güllner, der die Umfrage durchgeführt hat, sagt im stern.de-Interview im Café Einstein, dass Köhlers Popularität zuletzt sogar noch gestiegen ist. Das habe auch etwas mit dem Vertrauen in das Amt und die Gewöhnung an dessen Inhaber zu tun. "Wenn der Amtsinhaber keinen Fehler macht, dann wird er eben im Laufe der Zeit beliebt", sagt Güllner. Den Menschen sei nicht verständlich, warum er durch Gegenkandidaten aus dem Amt gekegelt werden sollte.

Das Dilemma der SPD

Erstaunlicherweise genießt Horst Köhler, der vor fünf Jahren von Union und FDP nominiert worden war, auch unter den Anhängern der anderen Parteien große Sympathie. Unter den SPD-Wählern würden sich nach den Forsa-Daten 66 Prozent für Köhler entscheiden (Schwan: 21 Prozent), unter den Grünen-Anhängern 45 Prozent (Schwan: 45 Prozent) und selbst bei der Klientel der Linkspartei steht Köhler hoch im Kurs: 49 Prozent würden für ihn votieren.

Die SPD hingegen werde durch Schwans Nominierung in eine "fatale Situation" geführt, sagt Güllner. "Es ist ja für die SPD in jedem Fall ein Problem, wenn Gesine Schwan wider Erwarten gewinnen würde. Dann hat die SPD die Diskussion am Hals, wie sie es mit der Linkspartei hält. Sie kann ja nur mit den Stimmen mit der Linken gewinnen. Wenn sie verliert, hat die SPD wieder das Verlierer-Image."

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KOMMENTARE (10 von 17)
 
Skillet4 (21.05.2009, 14:25 Uhr)
Pappkamerad für’s Volk
Gerade diese Vita des Herrn Köhler ist es aber wohl, die ihn angeblich für „das höchste Amt“ qualifiziert. So geht das. So einer würde bis zum biologischen Ableben in diesem „Amt“ bestätigt. Da gehe ich jede Wette ein. Und danach könnte man ja eine Köhler-Attrappe einsetzen. So eine Art Dummy für Dummis. Und keiner würde es merken…
Juris1 (21.05.2009, 14:21 Uhr)
Werbekampagne des Stern - Deutsche würden NICHT Köhler wählen !!
Lieber Stern, bitte verschont mich mit weiteren Werbekampagnen.
Deutsche würden eben nicht Köhler wählen. Leider kann der Steuerzahler den obersten Repräsentanten unseres Staates nicht selbst wählen.
Und im Falle einer Wahl würde ich lieber Günter Wallraff oder Peter Sloterdijk wählen und ganz sicher nicht Herrn Horst Köhler.
By the way Herr Köhler: Nicht WIR haben über unsere Verhältnisse gelebt sondern die Riege der Ober- und Mittelschicht.
Und wer jetzt sagt: Mittelschicht - das bin doch ich - glückwunsch ! - Aber sind sie wirklich Mittelschicht?
Gehören Sie noch zur Mittelschicht? Wahrscheinlich nicht. Denn nach Untersuchungen über die zu versteuernden Bruttoeinkommen in Deutschland ist die sogenannte Mittelschicht in so gut wie ausgestorben. Aber Sie können das ja einmal ganz leicht selbst überprüfen.
Wenn Sie zur Mittelschicht gehören, dann verfügen Sie unter anderem über eine mittlere Kaufkraft. Kaufkraft ist nichts anderes als Geld, also das, was wir zum Bezahlen benutzen. Geld in diesem Sinne sind also Bargeld und Girokontenguthaben. Kreditkarten und Geldkarten sind nichts anderes als "Sonderposten" zu Girokonten und brauchen nicht extra mitgerechnet zu werden. Also ist eine mittlere Kaufkraft eine mittlere Menge an Bargeld und/oder Girokontenguthaben.
Wie hoch ist nun aber eine mittlere Kaufkraft? Die Deutsche Bundesbank weiß ziemlich genau, wie viel Geld in Deutschland vorhanden ist. Sie nennt die Menge des Geldes, das hier angesprochen ist, die Geldmenge M1. Die Guthaben auf Tagesgeldkonten zählen ebenfalls zu M1. Bei der sogenannten Geldmenge M2 sind außerdem Termin- und Spargelder und bei der Geldmenge M3 weitere geldähnliche Forderungen hinzugerechnet. Wir bleiben aber mal bei M1. Die Deutsche Bundesbank sammelt die ständigen Meldungen der Kreditinstitute hierzu und veröffentlicht ihr Wissen jeden Monat in ihren "Monatsberichten". Nach dem neuesten "Monatsbericht März 2008" betrug die Geldmenge M1 im Januar 2008 960,6 Mrd. €.
Man könnte zur Ermittlung der mittleren Kaufkraft jetzt zwar mit der Bevölkerungszahl in Deutschland rechnen (zuletzt 82.314.900). Es macht aber wenig Sinn, Säuglinge und Kinder mitzurechnen. Rechnen wir daher lieber mit der Zahl der Haushalte in Deutschland. Die liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland bei 39.767.000. Die Geldmenge geteilt durch die Zahl der Haushalte ergibt somit die durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt, sie beträgt danach 24.086 €.
Bei diesem Betrag handelt es sich nicht um ein Monats- oder Jahreseinkommen, sondern um das in dieser Sekunde vorhandene Geld. Geld verbrennt ja nicht, wenn man es ausgibt. Es wechselt lediglich den Besitzer. Die mittlere Geldmenge ist wie ein Wasserpegel eines Flusses. Das Einkommen ist das auf den Pegel zufließende Geld, die Ausgaben sind das vom Pegel wegfließende Geld. Das Geld ist aber — wenn man die Volkswirtschaft insgesamt betrachtet — stets vorhanden. Statistisch gesehen verfügt also in dieser Sekunde (Stand: Ende Januar 2008) jeder Haushalt über 24.086 €.
Nun werden Sie einwenden, dass es ja auch Staat, Kommunen und eine Unzahl von Unternehmen (allesamt juristische Personen) gibt, die man nicht einfach unterschlagen könne. Klar gibt es diese juristischen Personen. Aber die gehören ja letztlich irgendwelchen natürlichen Personen, sodass auch das Geld der juristischen Personen letztlich der jeweiligen natürlichen Person gehört — das gilt selbst in Bezug auf Staat und Kommunen. Bei Letzteren ist auch zu bedenken, dass die sich angesichts ihrer erdrückenden Verschuldung ohnehin keine nennenswerten Geldbestände leisten. (Im März 2007 wurde erstmals das "Finanzvermögen des Staatssektors" bekannt gegeben. Vater Staat besaß Ende 2005 ca. 58 Mrd. €, also etwa 1482 € pro Haushalt oder 704 € pro Einwohner, http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2007/p1140061.htm.)
Zählen Sie also einmal in Ihrem Haushalt zusammen: Ihr aktuelles Bargeld und Ihr aktuelles Guthaben (sofern vorhanden) auf Ihrem Giro- oder Tagesgeldkonto. Kein Sparkonto, kein Termingeld, keine Wertpapiere oder Ähnliches! Wenn Sie ein Unternehmen besitzen, dann zählen Sie auch das Geld dieses Unternehmens hinzu — bei Anteilen an einem Unternehmen nur den auf Sie entfallenden Anteil am Geld! Wenn Sie also zur Mittelschicht gehören, dann verfügt Ihr Haushalt in dieser Sekunde ungefähr über 24.086 € in Form von Bargeld, Girokontoguthaben und/oder Tagesgeld. Wenn Sie (wie etwa 95 % der Bevölkerung in Deutschland) weniger als diesen Betrag haben, dann gehören Sie zu den Verlierern in dieser Gesellschaft. Wenn Sie mehr haben, dann gehören Sie zu den Gewinnern.
Sie haben bestimmt schon von der Definition gehört oder gelesen, wonach "relative Armut" vorliege, wenn das Einkommen geringer als die Hälfte des Durchschnittseinkommens in dem betreffenden Land sei ( http://de.wikipedia.org/wiki/Armut#Relative_Armut ). In Anlehnung an diese Definition gehören Sie zu den Armen in Deutschland, wenn Ihr Haushalt im Moment weniger als 12.000 € Geld hat.
Natürlich muss so viel Geld nicht unbedingt in jeder Sekunde in ihrem Besitz sein. Sie sollten es aber wenigstens im Monats- oder Jahresdurchschnitt besitzen, also z. B. am Monatsanfang 48.000 €, in der Monatsmitte noch 24.000 € und am Monatsende 0 €. Dann gehören Sie – unter dem Gesichtspunkt der Kaufkraft – tatsächlich zur Mittelschicht.
Wenn Sie Termin- und Spargelder mitrechnen wollen, dann müssen wir nach der Geldmenge M3 schauen. Die lag im Januar 2008 bei 2.039,3 Mrd. €, sodass der mittlere Betrag pro Haushalt bei 51.281 € liegt.
Übrigens haben seit Ende der 1960er Jahre wenigstens 95% der Bevölkerung permanent an absoluter (geldmengenbereinigter) Kaufkraft verloren. Die Einkommensteuerstatistiken zeigen bei anhand der zu versteuernden Einkünfte – also völlig unabhängig von Steuern und "Staatsquote" – dass über 95% der Steuerzahler mit dem Geldmengenwachstum in Deutschland nicht Schritthalten konnten. Gemessen an der Geldmenge sind deren Bruttoeinkommen von z. B. 1974 bis 1998 um fast 70% gefallen ( http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/einkommen.htm#3 )! Nur wenige Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben mit dem Geldmengenwachstum mitgehalten (echte Mittelschicht), während wenige Tausend Menschen in Deutschland (Oberschicht) sich vor Geld kaum noch retten können und gar nicht wissen, wie sie es noch ausgeben sollen.
Und ich bleibe dabei: Ich habe nicht über meine Verhältnisse gelebt und gehöre auch nicht zur Mittelschicht.
stjohnspoint (21.05.2009, 14:17 Uhr)
Deutsche haben sich schon immer ihren eigen Henker gewählt.
Kalehne,Sie haben es auf den Punkt gebracht. Auch Frösche würden nicht den Storch wählen. Solange Medien Hofberichterstattung betreiben, wird Demokratie nicht gelebt, Revoulutionen nicht stattfinden.Abwrackprämien wären sofort und ohne Limit für alle Parteien fällig. Die Unfähigkeit unserer Gesellschaft, wird weiter für eine "Fremdherrschaft" sorgen, die da heißt, uneingeschränkter Kapitalismus. Mit Heinrich Heine.."Denkich an Deutschland in der Nacht...!
Aufruf zum Generalstreik.
pitiplatsch (20.05.2009, 21:25 Uhr)
Deutsche würden Köhler wählen
und Frösche würden Störche wählen. Blödzeitung lässt Grüßen.
kalaehne (19.05.2009, 22:01 Uhr)
Die Menschen kennen die Vergangenheit des Herr Köhler nicht...
...Ein Bundespräsident braucht Vertrauen. Sollte da wirklich weiterhin ein ehemaliger Sopitzenbanker Bundespräsident sein ? Das wäre gewiß kein gutes Zeichen in einer Zeit, in der unser Staat und mit ihm Millionen Menschen unter einer Wirtschaftskrise leiden, die ganz wesentlich von Bankern, auch von deutschen Bankern, zu verantworten ist... Herr Köhler hat in hoher Funktion deutschen Sparkassen und somit auch den Landesbanken gedient, hat eine frühere Bundesregierung in Finanzangelegenheiten beraten und war auch für politische Entscheidungen des IWF mitverantwortlich. Eine solche Vita kann keine Basis für dauerhaftes Vertrauen sein ... Juergen Kalaehne, BGM a. D.
ganzbaf (19.05.2009, 21:49 Uhr)
Forsa - Fake...

Never ever wollen 49% der Linken diesen Anzugständer als BP ;-P
sedanon (19.05.2009, 16:01 Uhr)
Neoliberale...
Handpuppe mit Westerwelles Hand im After. Bildlich gesprochen ;-)
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Zitat aus Köhlers Rede :"Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt". Ja, klar. Vor allem WIR.
Angel_of_Mercy (19.05.2009, 15:17 Uhr)
Bundesversammlung
wählt den Bundespräsidenten. Bundesversammlung besteht aus Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Volksvertretungen der Länder nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt werden. Normalerweise bestehen zweitere aus Eliten des Bundeslandes, aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Medien, Politik. Sehr oft sind auch parteilose darunter. Sehr oft auch fragwürdige, wie der verstorbene Widerstandskämpfer(Oettinger) Hans Filbinger bei der letzten Präsidentenwahl.
Das Volk ist insofern indirekt beteiligt, da es ja Bundestag und Landtage wählt.
kabelmann (19.05.2009, 15:09 Uhr)
Ich würde ihn nicht wählen
Ich mag keine neoliberalen Schwätzer, die in Zeiten der Krise unseren Langzeitarbeitslosen erklären, sie hätten über ihre Verhältnisse gelebt.
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Aber Gott seis gedankt, ich darf ja das Oberhaupt des Staates garnicht wählen. Wäre ja noch schöner. Ich als kleiner Wahlbeteiligter darf den Oberchef wählen. Nee nee, das wäre ja nicht demokratisch....zumindest nicht nach heutigen Gesichtspunkten
nightmare_online (19.05.2009, 14:49 Uhr)
@MisterBrezeldent
Sie fallen auf üble Propaganda herein, denn: Katzen würde MÄUSE kaufen. :-)
Die Frage bleibt aber, ob mit diesem Artikel die gleiche Absicht verbunden ist.
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