. .

Umfragen zu den Wahlen 2009

Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
29. April 2009, 06:55 Uhr

Linkspartei knickt ein

Die Linkspartei verliert in der Krise immer mehr Anhänger - in der aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des stern erreicht sie nur noch neun Prozent. Und dass es zu sozialen Unruhen kommt, wovon die Linken profitieren könnten, glaubt die große Mehrheit der Deutschen nicht.

Linke, Güllner, Manfred, Forsa, FDP, CDU, CSU, Umfrage, Sonntgsfrage, Linkspartei

© stern-Infografik

In Krisenzeiten sehnen sich die Deutschen offenbar nach Sicherheit: In der aktuellen Forsa-Umfrage erreichten Union und SPD ihre Jahresbestwerte, die kleinen Parteien verloren hingegen. Für CDU und CSU würden 36 Prozent der Wähler ihre Stimme abgeben, wenn jetzt Bundestagswahl wäre (+1 Prozentpunkt). Die Sozialdemokraten verbesserten sich in der Wählergunst auf 25 Prozent (+2 Punkte). FDP (15 Prozent) und Grüne (9 Prozent) büßten jeweils einen Punkt ein. Die Linkspartei erzielte erstmals seit Anfang Mai 2007 mit 9 Prozent ein einstelliges Ergebnis, das entspricht einem Minus von 2 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Forsa-Chef Manfred Güllner begründet die Hinzugewinne der Volksparteien mit dem Wahlkampfauftakt der SPD. "Es ist ein Wahlkampfklima entstanden. Die SPD hat ein Postulat der unentschlossenen Wähler zurückgewonnen, zur Union sind Wähler zurückgekehrt, die bei der FDP zwischengeparkt haben", sagte Güllner im Interview mit stern.de. Die Verluste der Linkspartei führt der Demoskop darauf zurück, dass die Linken in der Krise keine Lösungen anzubieten hätten. Güllners Prognose: "Es könnte noch weiter abwärts gehen."

Die Sorge, dass es zu sozialen Unruhen in der Krise kommen könnte, die DGB-Chef Michael Sommer und SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan geäußert haben, teilt die große Mehrheit der Deutschen nicht. Lediglich 29 Prozent der Befragten haben Angst vor Unruhen, 68 Prozent der Bundesbürger gehen davon aus, dass es weiter ruhig bleibt. Am stärksten ist der Glaube an eine mögliche "soziale Explosion" unter den Anhängern der Linkspartei verbreitet (44 Prozent).

Gemeinsam liegt das "bürgerliche Lager" aus CDU/CSU und FDP derzeit mit 51 Prozent vor dem "linken Lager" aus SPD, Grünen und Linkspartei (zusammen 43 Prozent). Die "Ampel-Koalition" aus SPD, FDP und Grünen blieb wie in der Vorwoche unter der 50-Prozent-Marke (gemeinsam 49 Prozent).

Lesen Sie mehr im neuen stern

Lesen Sie mehr im neuen stern

uj, mas, lk
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Linkspartei-Chef Lafontaine, der Gassenhauer

Soziale Unruhen? Oskar Lafontaine wäre wohl nichts lieber als das, in einem Interview sprach er wieder einmal vom Generalstreik. Gleichzeitig sinken die Umfragewerte der Linkspartei im Saarland. Auf den Spuren eines Spielers, der gerade nichts gewinnt. mehr...

Autobauer in der Krise Vollbremsung bei Daimler

Milliardenverluste und eine nicht enden wollende Absatzflaute - Daimler ächzt unter der Last der weltweiten Autokrise. Konzernchef Dieter Zetsche fährt einen rigiden Sparkurs, bei dem vor allem die Beschäftigten bluten müssen. Autoexperten prophezeien: Auch bei den anderen deutschen Herstellern wird sich die Lage noch verschärfen. mehr...

"Unruhen durch Krise" Köhler mahnt Ruhe an

Drohen Deutschland soziale Unruhen durch die Wirtschaftskrise? Davor warnen Bundespräsidentenkandidatin Gesine Schwan und DGB-Chef Michael Sommer. Bundespräsident Horst Köhler glaubt nicht an das Horrorszenario und warnt vor "Panikmache". mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage