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Air Berlin soll krankgeschriebene Piloten zum Fliegen animiert haben

Derzeit gibt es jeden Tag Neues von Air Berlin: Topbonus-Vielflieger können ihre Meilen wieder einlösen. Außerdem soll die Fluggesellschaft Piloten animiert haben, krankgeschrieben zu fliegen.

Air-Berlin-Maschinen in Düsseldorf

Insgesamt verfügt Air Berlin mit rund 8000 Mitarbeitern über eine Flotte von 144 Flugzeugen

Topbonus-Mitglieder können gesammelte Meilen nicht mehr für Flüge nutzen

Viele Vielflieger von Air Berlin dachten, sie würden nach der  des Prämienprogramms "topbonus" leer ausgehen. Jetzt schickte Air Berlin eine Mitteilung an die Nutzer, dass die Meilen problemlos wieder eingelöst werden können – allerdings nicht mehr für Flugoptionen.

Die 4,3 Millionen Mitglieder des Vielfliegerprogramms können in kleinem Umfang ihre angesparten und eingefrorenen Meilen wieder nutzen: Die Meilen können im neuen "topbonus Pop-up Shop“ eingelöst werden. Ab 10.000 Prämienmeilen haben Vielflieger dort die Möglichkeit, Gutscheine bei Sixt, Secret Escapes oder HelloFresh mit einem Wert ab 20 Euro einzulösen. Das Angebot soll in den nächsten Wochen erweitert werden, heißt es in der Mitteilung.

Außerdem können neue Meilen nur noch auf Flügen im weltweiten Streckennetz von "Etihad Airways" und von einigen Firmen am Boden gesammelt werden. Die arabische Fluggesellschaft "Etihad" ist Eigentümerin von Topbonus und Großaktionärin der Air Berlin.

Air Berlin animiert krankgeschriebene Piloten zum Fliegen

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hat krankgeschriebene Piloten, die sich fit genug fühlen, zum Fliegen ermuntert, berichtete die "Zeit" am Mittwoch. Der Zeitung lag eine interne Mitteilung aus dem Air Berlin-Intranet vor.

Darin heißt es: "Viele Arbeitnehmer denken, dass es verboten ist, während der Krankschreibung an den Arbeitsplatz zurückzukommen und zu arbeiten. Ein Mythos... Ein Mitarbeiter kann also auch vor Ablauf der Krankschreibung wieder arbeiten gehen - und er sollte das sogar, soweit mit seinem persönlichen Befinden vereinbar, wenn er vorzeitig wieder arbeitsfähig ist. Viele Grüße, Ihr Flugbetrieb."

"Diese Art, mit dem Personal umzugehen, ist neu", sagte ein langjähriger Pilot von  der "Zeit". "Das Motiv unseres Arbeitgebers war wohl, Mitarbeiter, die sich aus Frust krankschreiben lassen, zu ermuntern, schnellstmöglich wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Aber pauschal zu sagen: 'Leute kommt vorzeitig aus der Krankschreibung zurück, wenn Ihr Euch gut fühlt!', das halte ich für gefährlich. Der Arbeitgeber ist sogar haftbar, wenn dann etwas passiert."

Nachdem sich in der vergangenen Woche etwa hundert Piloten überraschend krank meldeten, wurde der hohe Krankenstand als Protest gedeutet. Air Berlin fordere jedoch "keinen auf, krank zur Arbeit zu kommen, sondern nur, wenn er wieder gesund ist", sagte das Unternehmen gegenüber der "Zeit".

Lufthansa will Air Berlins Langstreckenjets nicht

Die Lufthansa bietet nicht für die Langstreckenjets des insolventen Konkurrenten Air Berlin. Sein Unternehmen habe ein Angebot über die 38 bereits angemieteten Mittelstrecken-Maschinen und 20 bis 40 weitere Flugzeuge abgegeben, nicht aber für die Langstrecke, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwochabend in Frankfurt. Damit würden viele Arbeitsplätze gerettet, die bei der Tochter Eurowings weiter bestehen sollen. "Wir glauben, bald bis zu 3000 neue Mitarbeiter begrüßen zu können."

Am Donnerstag berät sich der Gläubigerausschuss der Air Berlin über die Zukunft der Fluggesellschaft. Neben Lufthansa haben weitere Fluggesellschaften und Geschäftsleute für Teile oder die ganze Firma Angebote abgegeben. Insgesamt verfügt die Air Berlin mit rund 8000 Mitarbeitern über eine Flotte von 144 Flugzeugen, von denen aber 38 bereits samt Besatzungen an die Eurowings vermietet sind.

dm (mit dpa)

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