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Kipping spricht von vertraulicher Liste mit 18 Reformen

Griechenlands Regierungsschef Alexis Tsipras hatte bei seinem Berlin-Besuch 18 Reformen im Gepäck. Das berichtet Linken-Chefin Katja Kipping nach seinem Treffen mit ihr und Fraktionschef Gregor Gysi.

  Linken-Chefin Katja Kipping und Fraktionschef Gregor Gysi bei einem Treffen mit Griechenlands Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Berlin

Linken-Chefin Katja Kipping und Fraktionschef Gregor Gysi bei einem Treffen mit Griechenlands Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Berlin

Das #link;http://www.stern.de/2182252.html;Treffen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras# hat nach dem Eindruck der Linkspartei dazu beigetragen, bei der Bundesregierung "etwas mehr Verständnis" für die schwierige Lage der Griechen zu wecken. Dies sei dringend notwendig, sagte die Parteivorsitzende Katja Kipping am Dienstag nach einem Treffen mit Tsipras in Berlin. "Es stimmt einfach nicht, dass Griechenland keine konkreten Reformvorschläge unterbreitet", fügte sie hinzu. Eine vertrauliche Liste mit 18 Maßnahmen enthalte vor allem Vorschläge zur Steuergerechtigkeit und Reichtumsbeteuerung.

Der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi, erklärte, die akuten Liquiditätsprobleme Athens ließen sich leicht lösen, wenn die Vermögen aller griechischen Steuerflüchtlinge in Luxemburg und anderen europäischen Staaten vorübergehend eingefroren würden. Außerdem gehe es in dieser Krise nur vordergründig um Geld.

Gysi: "Tsipras ist ein Glücksfall für Europa."

In Wirklichkeit versuchten die anderen 18 Staaten der Eurozone, Athen ihren "neoliberalen Kurs" aufzuzwingen. Gysi sagte: "Tsipras ist ein Glücksfall für Europa."

Tsipras hat sich nach den Worten von Gysi bei dem Gespräch "klipp und klar" gegen Privatisierungen und höhere Verbrauchssteuern ausgesprochen. Diese Maßnahmen würden der griechischen Regierung zwar von außen immer wieder empfohlen, Athen wolle aber einen anderen Weg gehen.

Kein Boxkampf

Merkel hatte am Montagabend mit Tsipras ein langes Gespräch über die Lage in seinem Land und über die Beziehungen Griechenlands zur EU geführt. Athen könnte ohne Finanzhilfen bald der Staatsbankrott drohen.

"Ich glaube, eine gewisse sprachliche Abrüstung war sehr hilfreich", sagte Kipping zuvor im ARD-Morgenmagazin. Das Ringen um die Zukunft Europas "sollte man nicht wie einen Boxkampf inszenieren, wo einer am Ende k.o. gehen muss".

lie/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters
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