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30. April 2008, 07:37 Uhr

Jobmarkt enttäuscht im April

Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im April erneut gesunken - allerdings weit weniger als erwartet. Die SPD gibt sich trotz 3,4 Millionen Arbeitslosen zuversichtlich, dass es in absehbarer Zeit Vollbeschäftigung geben wird. Experten hatten jedoch einen Rückgang um das Vierfache erwartet.

Der Arbeitsmarkt profitiert vom Frühjahrsaufschwung - allerdings weniger als erwartet© Oliver Stratmann/DDP

Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im April auf 3,414 Millionen gesunken. Dies seien 94.000 weniger gewesen als im März und 563.000 weniger als im April 2007, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Die Arbeitslosenquote sei um 0,3 Punkte auf 8,1 Prozent gefallen. Saisonbereinigt ging die Erwerbslosenzahl demnach um 7000 zurück. Experten hatten allerdings einen bereinigten Rückgang um 30.000 erwartet.

Volkswirte und Konjunkturforscher waren zuvor davon ausgegangen, dass eine kräftige Frühjahrsbelebung die Erwerbslosenzahl im April um rund 150.000 auf 3,35 Millionen hat sinken lassen. Das wären rund 620.000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Der Arbeitsmarkt habe hauptsächlich davon profitiert, dass zum Frühjahrsbeginn auf dem Bau, in Gärtnereien und der Gastronomie wieder verstärkt Arbeitskräfte eingestellt würden. Für eine zusätzliche Entspannung auf dem Arbeitsmarkt sorge die kräftige Nachfrage in der exportorientierten Maschinenbau- und Elektrobranche.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise sagte, die Arbeitsmarktentwicklung werde weiter von der guten Konjunktur getragen. Die Arbeitslosigkeit sei aber geringer gesunken als erwartet. Dies liege zum Teil daran, dass im Winter die Arbeitslosigkeit weniger als sonst üblich gestiegen sei und daher nun deren Abbau entsprechend geringer ausfalle. Zudem habe es am Zähltag Computerprobleme bei der BA gegeben. "Die Beschäftigung wächst weiter, und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau", erklärte Weise. Für September, Oktober und November dieses Jahres hält Weise sogar eine Unterschreitung der Drei-Millionen-Marke möglich. Für das Jahr 2008 rechnet er mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,2 Millionen. Scholz rechnet mit Vollbeschäftigung Bundesarbeitsminister Olaf Scholz zeigt sich indes zuversichtlich, dass es in absehbarer Zeit Vollbeschäftigung geben wird. "Wir können und werden es schaffen", sagte der SPD-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Natürlich nicht über Nacht, aber Schritt für Schritt. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt um 200.000 gesunken. Das ist der niedrigste Stand in einem April seit 1993." Vollbeschäftigung sei kein Traum, sondern ein realistisches Ziel, betonte der Minister. "Dieses Ziel hatten viele viel zu lang aus den Augen verloren."

Scholz kritisierte in dem Interview zugleich die Praxis von Arbeitsagenturen, auch Job-Angebote zu Niedrigstlöhnen zu vermitteln. "So etwas nehme ich keineswegs hin! Solche Dumpinglöhne darf es in Deutschland nicht geben - erst Recht nicht als Job-Angebot bei der Arbeitsagentur", sagte er. Der Minister zeigte sich zuversichtlich, den von ihm geplanten Mindestlohn bis Ende Juni für die in Frage kommenden Branchen zu verwirklichen.

DPA/AP
 
 
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