. .
News am 21.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
7. Januar 2009, 11:06 Uhr
Schriftgröße: A A A

Wirtschaftskrise erreicht den Arbeitsmarkt

Die weltweite Wirtschaftskrise schlägt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit erstmals auf den Arbeitsmarkt durch: Im Dezember stieg die Zahl der Erwerbslosen um 114.000 auf 3,1 Millionen. Die Arbeitslosenquote legte auf 7,4 Prozent zu. Im Vergleich zu den Vorjahren steht der Arbeitsmarkt aber noch glänzend da.

Arbeitslosenzahl, Arbeitsmarkt, Bundesagentur für Arbeit

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist zum Jahresende wieder kräftig gestiegen© Frank May/DPA

Nach einem Rekordtiefstand im Spätherbst hat sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland zum Jahresende wieder erhöht. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im vergangenen Monat um 114.000 auf 3,1 Millionen Menschen. Das waren etwa 300.000 weniger als vor einem Jahr, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise am Mittwoch in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote nahm im Dezember binnen Monatsfrist um 0,3 Punkte auf 7,4 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,1 Prozent gelegen. Nach Aussage der BA hat die Wirtschaftskrise inzwischen den Arbeitsmarkt erreicht.

BA-Vorstandschef Weise sagte, das Jahr 2008 sei eines der besten Jahre für den Arbeitsmarkt gewesen. Der Anstieg im Dezember sei aber deutlich stärker gewesen als im Durchschnitt der letzten drei Jahre. Die positive Grundtendenz, die bereits in den vergangenen Monaten an Schwung verloren habe, habe sich nicht mehr fortgesetzt. "Entsprechend gedämpft ist auch unser Optimismus für das Jahr 2009", sagte Weise. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Dezember um 18.000 auf 3,2 Millionen gestiegen.

Deutlich mehr Kurzarbeiter

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag nach der Hochrechnung der Bundesagentur zuletzt (im Oktober) bei 28 Millionen; dies sei gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 511.000.

Deutlich gestiegen ist hingegen die Kurzarbeit. Im November lagen laut Bundesagentur Meldungen für 164.000 Kurzarbeiter vor, das waren 125.000 mehr als im Jahr zuvor. "Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter in den nächsten Monaten kräftig erhöhen wird", teilte die Bundesagentur mit.

Rein zahlenmäßig stehe der Arbeitsmarkt immer noch gut da, kommentierten Bank-Fachleute die Zahlen. Dies liege aber daran, dass die Arbeitslosenstatistik derzeit nicht mehr die tatsächliche Lage auf dem Arbeitsmarkt abbilde, gab etwa Alexander Koch von der HypoVereinsbank zu bedenken. So federten derzeit noch viele Unternehmen ihre Auftragsflaute mit Sonderurlaub, dem Abbau von Leiharbeitern und Kurzarbeit ab.

Sollte sich nach den Weihnachtsferien keine grundsätzliche wirtschaftliche Besserung abzeichnen, drohe in vielen Branchen der Abbau von Arbeitsplätzen, schätzte auch DZ-Bank-Volkswirt Philipp Jäger. "Derzeit haben wir noch einen Stillstand auf dem Arbeitsmarkt mit einer unveränderten saisonbereinigten Arbeitslosigkeit, bevor im Januar der Abbau von Stellen beginnt."

Wie stark die Arbeitslosigkeit wächst, wird nach Ansicht von Stephan Bielmeier von der Deutschen Bank auch davon abhängen, wie sich die krisengeschüttelte Zeitarbeitsbranche verhält. "Die Frage ist, wie lange Zeitarbeitsfirmen ihre Beschäftigten noch halten können", meinte er. Im zu Ende gegangenen Jahr hatte die Zeitarbeitsbranche 700.000 Männer und Frauen unter Vertrag - so viele wie nie zuvor.

Die Arbeitslosenzahl war im Oktober erstmals seit dem Wiedervereinigungsboom vor 16 Jahren unter die Drei-Millionen-Marke gesunken. Im November ging sie um weitere 8000 auf 2 988 000 Menschen ohne Job zurück. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,1 Prozent gelegen.

DPA/AP/Reuters
KOMMENTARE (7 von 7)
 
utospatz (09.01.2009, 15:32 Uhr)
Jahrzentelang haben Konkurenzfähigkeitsschwätzer
hunderttausende Zeitarbeiter, Leiharbeiter und 7 millionen Hartz IV-Empfänger produziert.
Jedem Sinn, oder Unsinnschwätzer auf's Maul geschaut. Nun kommt langsam die Quittung. 7 millionen Hartzler schielen beim Zahnstocherkauf auf "Made in China"!
Wenn nun ca' 20 millionen Normalverdiener sich gemäß ihrem Einkommen verhalten, ihren zukünftigen Konsum nicht mit Krediten gestalten, sehen alle diese Dummschwätzer wesentlich älter aus wie die Alten!
Arrogante Autoindustrie, jahrzehntelang Manager und Aktionäre fett machen, jetzt um die Leistungsfähigkeit des Steuerzahlers betteln. Da kann ich doch locker sagen:"Lass fahren dahin, Idioten machen niemals Sinn"!
Laramie (07.01.2009, 12:42 Uhr)
Presse und Nachrichten
Das die Presse und die Nachrichten die politisch gewollten oder geschoenten zahlen uebernehmen wundert mich nicht. Denn erstens werden die Entscheider-Posten in den Fernsehsendern von den politischen Parteien besetzt die das Sagen haben und zweitens ist die Presse zwar vordergruendig von der Regierung unabhaengig aber nicht unabhaengig von Werbeeinnahmen und die werden nun mal von den wirtschaftlich maechtigen vergeben , deren Parteien ja gerade regieren ..... und ohnehin wird jede Regierung das tun was die reichen wollen. So gesehen haben wir eher eine Art Plutokratie ....
Schweineferkel (07.01.2009, 11:15 Uhr)
Kurz bei der AA vorbeigeschaut
Im Dezember erhielten
5.571.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur
Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II.
Quelle ist die akuelle Statistik der AA.
Die stehen wohl nicht alle in Lohn und Brot und suchen nur aus Jux und Dollerei eine neue Stelle.
Zu den Menschen die im Korridor zwischen 400 und 800€ Arbeiten. Das sind 243.000. Also doch nicht ganz so wenige.
Sternchen2020 (07.01.2009, 10:59 Uhr)
@undjetztnochder: Parteiengeschwätz
für welche Partei haben Sie nun hier gesprochen?
.
Ihr Pech: Jedermann kann - sofenr er ein paar Stunden zeit erübrigen will -die genau aufgeschlüsselten Statistiken abfrageen, einsehen und sich vom Desaster überzeugen. Einige schwammige Passagen kann man durch Klärung per Mail bei der AA in Nürnberg hinterfragen.
.
Also erst nachdenken, dann informieren und nicht einfach wild los schwadronieren.
undjetztnochder (07.01.2009, 10:49 Uhr)
@Vorredner
Ich weiß nicht, wofür Sie hier Stimmung machen wollen, aber ich kann es mir denken...
Dass mit den 400,01 € stimmt zwar, aber diese Jobs macht keiner, da man dann lieber 400 € Jobber gleibt, das ist für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber besser. Nein, das Ganze wird erst ab mindestens dem Doppelten interessant, deswegen finden Sie auch in dem Korridor von 400-800 € nur wenig Beschäftigte und dann auch meist nur solche, die sich in einer Phase der stetigen Arbeitszeitverlängerung hin auf 38 Stunden befinden.
2. Es gibt viele Arbeitssuchende, die sich einfach nur verbessern wollen, obwohl sie z.T. sogar einen gut bezahlten Job haben - von wegen nur 1 Euro Jobber.
Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen und sich mit den vielen Betroffenen samt Familien nicht mitfreuen können, weil es Ihnen nicht in den politischen Kram passt: die Zahl der Menschen in Lohn und Brot in Deutschland ist so hoch wie lange nicht. Es gilt nun, dieses Niveau auch in Zeiten einer internationalen Wirtschaftkrise so wacker wie möglich zu verteidigen. Mit Nörglern Ihren Kalibers und den dazu gehörigen politischen Parteien wird uns dass ganz sicher nicht gelingen!
johnniedeamonic (07.01.2009, 10:45 Uhr)
...mehr Arbeitslose?
was soll man auch erwarten von einem Land das einem 45Jährigen arbeitslosen Architekten mit 27Jahren Berufserfahrung den Ratschlag gibt eine Umschulung zum Bäcker zumachen....
unsere Arbeitsämter könnten alle Gleichzeitig einstürzen und es würde warscheinlic nur besser für die Menschen werden ...
Sternchen2020 (07.01.2009, 10:23 Uhr)
Die statistischen Erhebungen
sind in dieser Form völlig irrelevant. Zuviele tatsächlich Erwerbseinkommenslose werden gar nicht erfasst, weil sie in sinnlosen Maßnahmen dümpeln. Und auch die stolzen Äußerungen, der im letzten Jahr stattgefundene Rückgang der Erwerbseinkommensosigkeit sei auf aufgrund sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze geschehen, ist reinste Augenauswischrei. Denn Sozialversicherungspflicht beginnt bereits ab 400,01 Euro.
.
Millionen Menschen leben unter völlig verarmten Zusänden, nur das zählt. Denn niemadn will nur beschäftigt sein, vielmehr muss Arbeit angemessen entlohnt werden. Es ist ein Geschäft, reine Beschäftigungstherapie brauchen erwachsene mündige Bürger nicht.
.
Über so etwas nachzudenken, wird in Ansätzen erst beginnen, wenn der 27. September vorbei ist. Für die politischen Kräfte, die auch diesen immensen volkswirtschaftlichen Schaden zu vertreten haben, ist die Zeit dann abgelaufen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Arbeitsmarkt Arbeitslosenzahl leicht gesunken

Die Wirtschaftskrise hat den deutschen Arbeitsmarkt noch nicht erreicht: Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich im November um 8000 auf 2,988 Millionen, die Quote sank auf 7,1 Prozent. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, befürchtet allerdings, dass der Abschwung bald auch am Arbeitsmarkt zu spüren ist. mehr...

Oktober Arbeitslosenzahl fällt unter drei Millionen

Noch wirkt sich die Krise nicht auf den Arbeitsmarkt aus: Im Oktober ist die Zahl der Menschen ohne Job unter die Marke von drei Millionen und damit auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gefallen. Und auch für 2009 gibt es gute Nachrichten, auch wenn die Arbeitslosigkeit dann wieder steigen wird. mehr...

Arbeitsagentur Wirtschaftsflaute erschwert Jobsuche

Die Arbeitslosenzahlen für den September sahen noch ganz erfreulich aus, doch mit den guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt wird es bald vorbei sein. Wegen des Abschwungs und der Finanzkrise erwarten Experten, dass die Zahl der Erwerbstätigen 2009 deutlich sinken wird. mehr...

 
Partnerangebot Karriere
Karriere Ihre Karrierechance mit Experteer

Diskreter Zugang zu 5.000 Headhuntern. Europaweite Stellenauswahl ab 60.000. mehr

 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...