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19. März 2007, 09:57 Uhr

Tipps für die ersten Tage

Am ersten Arbeitstag über den Kollegen gelästert? In der Mittagspause bereits den Urlaub geplant? Wer als Berufseinsteiger nicht schon nach einer Woche erneut auf Jobsuche gehen will, sollte einige Ratschläge beachten.

Lange Pausen und viel tratschen? Am Anfang besser nicht© colourbox.com

Gerade einen Tag in der neuen Firma und schon das schwarze Schaf? Zahllose Ratgeber versprechen für diese entscheidende Phase im Arbeitsleben Rat und Hilfe. Doch statt für Klarheit sorgt die unüberschaubare Masse an Verhaltensvorschlägen für Verwirrung. Dabei lohnt der Blick in die wissenschaftlich fundierte Literatur, deren Aussagen allgemeingültiger sind als viele Tipps aus der großen Trickkiste. Zehn Leitlinien für einen erfolgreichen Berufseinstieg sollten sich Neulinge einprägen - und zwar möglichst vor dem ersten Arbeitstag.

(Selbst-) Beobachtung und Eigeninitiative

Denn genau die ersten Monate im neuen Job sind eine Gratwanderung zwischen Anpassung und Profilierung. Während die einen übereifrig lospreschen, warten die anderen still ab, bis die Arbeit auf sie zukommt. Beides kann negativ ausgelegt werden. Aber wie bereitet man sich richtig vor? "Der Buchmarkt ist voll von Ratgeberliteratur, vieles davon ist entbehrlich, unwissenschaftlich, unübersichtlich oder verunsichernd", meint Prof. Armin Rott, Medienökonom von der Hamburg Media School. Er hält das Thema Berufseinstieg für so wichtig, dass er seinen Studenten dazu bereits während der Ausbildung Seminare verordnet: "Wenn man damit am ersten Tag des neuen Jobs anfängt, ist es oft zu spät."

Wie in allen sozialen Gefügen gilt auch im Job: Jeder im Unternehmen hat eine Rolle. Solange diese für den Neuling nicht klar sind und er die Strukturen nicht kennt, sollte er sich mit vorschnellen Bemerkungen und Einschätzungen zurückhalten. Beobachten, nachfragen und sich in das soziale Geflecht einbringen, heißt die Devise. Für viele Berufsanfänger ist die neue Rolle als Arbeitnehmer, der sich dem Rhythmus und den Maßgaben des Unternehmens unterordnen muss, oft ungewohnt und schwierig.

10 Tipps für Neulinge

Dabei liegt der Erfolg der ersten 100 Tage lmaßgeblich in den eigenen Händen. Sich frühzeitig vorbereiten und sich auf die wichtigsten Punkte beschränken, lautet Rotts. Zehn Leitlinien, die die Erkenntnisse der Managementforschung optimal zusammenfassen, sind für ihn besonders interessant:

1. Stellen Sie sich den Herausforderungen und lernen Sie aus ihren Fehlern: nur so entwickeln Sie sich weiter.

2. Bilden Sie sich ein Fundament: Recherchieren Sie frühzeitig, umfassend und systematisch Ihr neues Umfeld.

3. Sichern Sie sich frühe Erfolge: Priorisieren Sie Ihre Arbeit und sorgen Sie für eine kleine Erfolgsstory am Ende der Probezeit.

4. Erzielen Sie Anerkennung und Sympathien: das schafft Vertrauen und ein gutes Arbeitsverhältnis.

5. Generieren Sie stets neues Wissen: Auch erhöhter Arbeitsdruck und eine gewisse Routine darf Sie nicht abhalten, Augen und Ohren für Neues offen zu halten.

6. Vertreten Sie eine Vision: Begeisterung und Überzeugung öffnen oft Türen für eigene Projekte. Kompetenz und Sachverstand sollte aber immer vor Selbstverliebtheit gehen.

7. Bilden Sie ein Netzwerk und Koalitionen: Fürsprecher sind vor allem in umstrittenen Situationen Gold wert.

8. Seien Sie selbstbewusst: Erkennen Sie Ihre Stärken und Schwächen. Mit Arroganz hat gesundes Selbstbewusstsein nichts zu tun.

9. Bleiben Sie authentisch: Das betrifft den Kleidungsstil ebenso wie Ihre Ausdrucksweise. Bleiben Sie sich treu, sonst wirken Sie unglaubwürdig.

10. Holen Sie sich Rat bei einem vertrauenswürdigen Kollegen. Wer glaubt, auf alles selber die Antwort zu finden, verzettelt sich und bringt sich um wertvolle Sichtweisen von außen.

spi
 
 
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