Hauptursache für Frührente

28. September 2004, 12:03 Uhr

Psychische Erkrankungen sind einer neuen Studie zufolge inzwischen die Hauptursache für Frühverrentungen. Das Gros der Betroffenen sind Frauen.

"Die Betroffenen gehen zwischen 45 und 48 Jahren in Rente, deutlich früher als bei anderen Krankheiten", sagte Manfred Zielke, Professor für klinische Psychologie Mannheim. Laut einer Studie, lag der Anteil psychisch Erkrankter bei den Frührentnern im Jahr 1993 bei 18 Prozent, mittlerweile schon bei 31 Prozent. Das Gros bildeten Frauen.

Krankenkassen, Rentenversicherungsträger und Arbeitgeber könnten enorme Kosten sparen, wenn solche Patienten früher psychosomatisch behandelt würden. "Die Krankheitsbilder lassen sich nicht auf dem Röntgenbild darstellen, das ist das Problem", sagte Zielke. Durchschnittlich sieben Jahre dauere die "Odyssee" solcher Patienten durch das Gesundheitssystem. Würden die Krankheiten früher erkannt, könnte die Hälfte der jährlichen Kosten von rund 5,3 Milliarden Euro gespart werden.

Die Ursachen sind vielfältig

In der Studie wurden die Krankheitsverläufe von rund 300 Patienten über vier Jahre hinweg verfolgt, vor und nach einer stationären Rehabilitation. Demnach gehen psychisch Kranke rund zehn Jahre eher in Frührente als Herz-Kreislaufkranke.

Die Ursachen sind laut Zielke vielfältig. "Die Unsicherheit über die eigenen Lebensläufe hat stark zugenommen, dazu gehören neue Anforderungen im Berufsleben", erklärte der Experte. Es gebe derzeit weniger technisch bedingte Berufsunfälle als stressbedingte Unfälle bei der Arbeit.

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