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25. Juli 2008, 08:28 Uhr
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Miserables Zeugnis für Job-Center

Gravierende Mängel bei den Leistungen, extremer Missbrauch bei den Ein-Euro-Jobs: In einem internen Prüfbericht watscht der Bundesrechnungshof die Arbeit der Job-Center ab. So warten Hartz-IV-Empfänger im Schnitt mehr als zwei Monate auf ihr erstes Gespräch mit einem Berater.

Hartz-IV-Empfänger müssen viel Geduld haben: Im Durchschnitt neun Wochen warten sie auf ein Gespräch bei einem Vermittler© Michael Probst/AP

Der Bundesrechnungshof übt einem Zeitungsbericht zufolge scharfe Kritik an der Arbeit der Job-Center. Neben Mängeln in der Beratung der Arbeitsuchenden kritisiere der Rechnungshof Missbrauch mit den Ein-Euro-Jobs, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Die Zeitung zitiert aus einem Bericht der Rechnungsprüfer für den Bundestag.

Hartz-IV-Empfänger warteten demnach im Durchschnitt neun Wochen vom Leistungsbeginn an auf ein qualifiziertes Erstgespräch bei einem Vermittler. Bis zu einer schriftlichen Vereinbarung zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt vergingen durchschnittlich 16 Wochen. In jedem dritten Fall würden überhaupt keine Eingliederungsvereinbarungen geschlossen.

Auch bei drohender Langzeitarbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr würden Arbeitsuchende schlecht betreut. In einem Drittel der Fälle hätten die Vermittler in den letzten drei Monaten des Bezugs von Arbeitslosengeld I die weitere Beratung eingestellt.

Von der letzten Beratung bis zum ersten Gespräch bei den Hartz-IV-Stellen vergingen durchschnittlich 139 Tage, zitierte die Zeitung weiter aus dem Prüfbericht. Die aufgedeckten "gravierenden Mängel" bei Prüfungen in Berlin, Hannover, Köln, München und Stuttgart seien weitgehend unabhängig davon, ob die Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit oder kommunalen Trägern erbracht worden waren.

Extremen Missbrauch stellten die Prüfer bei den Ein-Euro-Jobs fest, für die mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben wurde: Bei zwei Drittel der geprüften Maßnahmen sei mindestens eine Fördervoraussetzung nicht erfüllt gewesen.

Reuters
KOMMENTARE (10 von 37)
 
deinemama (27.07.2008, 19:46 Uhr)
Topsy:
Weiterer Unterschied: die Bauern haben nicht mit artfremden Organismen "gekreuzt", also keine Bakterien-DNA in eine Pflanze geschleust. (Und da wird ja meines Wissens das Risiko gesehen...)
Zum Thema:
Dieses System muss SOWAS von weg! Es ist von beiden Seiten nicht mehr zu ertragen, weder als Arbeitnehmer, noch auf Arbeitgeberseite.
Man erhält inzwischen "Bewerbungen", die in etwa so aussehen - dieses Beispiel ist in der Firma meines Vaters wirklich so geschehen:
"Sehr geerte Dmaen und Herren !Ich bewerbe mich bei ihnen für eine Stele als (...) aber eigentlich müßen sie mich nicht einsteöen weil ich brauche nur den Schein fürs Arbeitsamt."
Er hat dann noch eine Briefmarke für's Rückporto beigelegt. Die Personaldame der Firma, in der ich arbeite, konnte auch solche Beispiele nennen. Die Bewerbung war ein schmierig bedruckter Zettel im C6-Umschlag.
Das macht einen sprachlos - und das Image derjenigen Arbeitslosen kaputt, die WIRKLICH eine Stelle haben wollen. Nebenbei zeugt es auch davon, dass die Vermittler anscheinend auch unfähig sind (sie müssen es ja nicht einmal freiwillig sein, wie's auf Beamtenseite aussieht, zeigen ja andere Beiträge), den Arbeitslosen attraktive Vorschläge zu machen...
kralli19 (26.07.2008, 12:39 Uhr)
@ 520i
Ums kurz zu machen: JA.
Aber...es ist seit Kohl noch schlimmer geworden als früher. Seit Kohl wissen Politiker, das sie aus Fehlverhalten keine Konsequenzen ziehen müssen, unbehelligt lügen dürfen und Miseren einfach aussitzen.
Nur Knast oder ´n Killer würde die von ihrem Polit-Trog bringen.
Topsy50 (25.07.2008, 21:39 Uhr)
@520i
Was heimst Du mit "genmanipulierte Nahrung"? Nenne mir doch mal eine, nur eine einzige, Nutzpflanze die nicht genmanipuliert ist. Die Genmanipulation wird doch schon seit Jahrtausenden vom Menschen betrieben. Nur heute machen es eben Labore, weil sie schneller und effektiver sind, und nicht mehr die Bauern, Hobbygärtner und sonstige Hobbyzüchter(außer bei den Blumen).
Logisch hat die Politik schon immer der Industrie hofiert, schließlich haben die die Arbeit geschaffen, durch die der Arbeiter wiederum in der Lage war anständig Steuern zu bezahlen ....... drei mal darfst due Raten, warum in Deutschland kein Politiker direkt gewählt werden kann, sondern die Parteien bestimmen wer welchen Listenplatz bei der Wahl bekommt *lach* Wer einmal vorne am Schweinetrog war, lässt sich nicht gerne vertreiben und schon gar nicht durch so ein launisches Wesen, wie dem Wähler.......
520i (25.07.2008, 20:31 Uhr)
Ich bin zu jung, aber...
...ich würde gerne wissen wie das früher war. Die meisten sind gegen den Afghanistan-Einsatz, die Hartz-Gesetze, die Überwachungsgesetze, Nicht-Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Nahrungg, etc.
Hat die Politik sich früher auch nicht um die Bedürfnisse der Wähler gekümmert? Alles ignoriert, keinen Fehler zugegeben, sich laufend die Diäten erhöht und unzählige Lobbyisten die Gesetze schreiben lassen.
WAR DAS SCHON IMMER SO?
Jetzt ernsthaft, das würde ich gerne mal erfahren.
Putinki (25.07.2008, 14:11 Uhr)
Jobcenter
Sie kosten einen Haufen Geld und sind nutzlos. So sind die Jugendämter, Polizei, Richter, etc. Das ist es nun einmal so in einer "gerechten Demokratie", wenn "die da oben" diktatorisch ihre Befehle geben und "die da unten" sie kopfschüttelnd befolgen, weil sie sonst ihre Rente los sind.
Wir nähern uns mit riesen Schritten an die DDR Verhältnissen.
Lammbock (25.07.2008, 14:06 Uhr)
@schade77
"Erstens heisst es schon seit Jahren nicht mehr Arbeitsamt, sondern Agentur für Arbeit, daran kann man auch gute Artikel erkennen..."
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Wenn ne Katze ein Pferd wäre, dann würde sie immernoch nen Baum hochreiten!
Is doch völlig schnuppe, wie diese überfrachtete Agentur heißt. Aber vielleicht hakt es ja daran, dass hier nicht produktiv gearbeitet wird, weil sich zuviele Leute über sowas gedanken machen...
knilch_59 (25.07.2008, 13:55 Uhr)
Ihr hat ja alle recht, aber …
Es hat keinen Zweck auf der angeblichen Unfähigkeit / Unwilligkeit / der Mitarbeiter in den Job-Centern herumzuhacken. Gehen wir doch einfach mal davon aus, dass jede/r sein Bestes versucht. Leistungsbezieher versuchen – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – aus dem Betreuungskreis rauszukommen und die Betreuer / Sachbearbeiter / Fallmanager versuchen ihnen dabei zu helfen. Aber das alles kapituliert vor der schieren Masse der Fälle – über 7 Mio, also rund 9 % der Bevölkerung sind „Kunden“ bei der Notversorgung, der untersten Ebene unseres sozialen Sicherungssystems. Die Idee, die verschiedenen Betreuungsebenen zusammenzufassen, ist an der Menge gescheitert – kein System der Welt kann 7 Mio „individuell“ „fordern und fördern“.
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Die Hartz-Gesetzgebung kam zur Unzeit – auf der Höhe der Arbeitslosigkeit – und hat sich nicht bewährt. Sie muss weg! Das Falscheste, was wir jetzt tun können, ist endlose zeit mit der Suche nach Schuldigen aufzuwenden. Die Grundidee war vielleicht gar nicht so falsch, hat sich aber als undurchführbar erwiesen. Sogar Politiker haben das recht sich zu irren, und es herrschte seinerzeit große Einigkeit auch mit vielen Wissenschaftlern, wonach das hätte klappen können – jetzt sind wir schlauer.
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Also – jede/r an seine/n Wahlkreisabgeordneten schreiben und von ihm/ihr Rechenschaft fordern, wie er/sie persönlich zum Erfolg der Hartz-Gesetze steht und was er/sie persönlich gegen die erkannten Probleme zu tun gedenkt. Und das zu einem Entscheidungskriterium für die nächste Wahl machen!
Tante-Ingeborg (25.07.2008, 12:33 Uhr)
@cba38
Stimmt wohl. jobstart ist das Konzept einer externen Agentur und ist innerhalb des jobcenters eine "Firma in der Firma". Geldangelegenheiten werden weiterhin vom jobcenter gehandhabt, die Vermittlung (für Vermittelbare) liegt bei jobstart. Das CNC-Beispiel enthält ein sechswöchiges Praktikum beim zukünftigen potentiellen Arbeitgeber. Dem geht ein zweiwöchiger Eignungstest voraus. Originalton jobstart: "Wir werden Sie nirgendwo reindrängen, was Sie nicht wollen".
zurgat (25.07.2008, 12:29 Uhr)
wie kommt den reuters dadrauf
guckt man in die einschlägigen foren dann hätte man das vor 2 jahren schon wissen können
Topsy50 (25.07.2008, 12:27 Uhr)
@cba38
Sie schrieben:
schnipp
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Keine Ideen, keine Innovationen und schon gar keine Visionen.
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schnapp
Stimmt nicht. Davon haben unsere Volksverdreher..äh...Volksvertreter jede Menge, nämlich dann wenn es um ihre Diäten geht.
Ansonsten volle Zustimmung. Die meisten Berater beim Arbeitsamt hatten noch nie eine Ahnung von einzelnen Berufsfeldern und daran und an der Beratung als solche, hat sich auch durch einen neuen Namen des Arbeitsamtes nichts geändert.....
Unsere Volklsverdreher, nein.. nicht schon wieder..., Volksvertreter natürlich und allen voran der Herr Scholz, haben zwar von Politik evt. eine Menge Ahnung, aber nicht von der einzelnen Materie.....!
Politiker ist die einzige Berufsgruppe in Deutschland, ohne geregelte Berufsausbildung..... Das macht sich eben bemerkbar.
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