1. März 2006, 08:14 Uhr

IG Metall startet Warnstreiks

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie sind in Baden-Württemberg die ersten Warnstreiks angelaufen. Im Laufe des Tages sollen die Aktionen ausgeweitet werden.

Nachts, kalt, draußen: Vor DaimlerChrysler beginnen die Warnstreiks©

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie gibt es erste Warnstreiks. Im Sonderfall Baden-Württemberg, wo es auch um den gekündigten Lohnrahmentarifvertrag II mit der so genannten Steinkühler-Pause geht, startet heute eine Warnstreik-Welle. Dieser Vertrag war von den Arbeitgebern zum Jahresende 2005 kündigt worden. Somit endete die Friedenspflicht bereits Ende Februar. Die IG Metall hat zunächst 1000 Beschäftigte der Nachtschicht von DaimlerChrysler in Sindelfingen zu einem Fackelzug vor das Werk gerufen. Die so genannte Steinkühler-Pause garantiert fünf Minuten Erholzeit pro Stunde plus drei Minuten Bedürfniszeit bei Fließband- und Akkordarbeit.

In vier Werken des Autobauers DaimlerChrysler hätten in der Nacht etwa 2400 Beschäftigte zeitweilig die Arbeit niedergelegt, sagte ein Sprecher der IG Metall in Stuttgart. Am Vormittag seien beim weltgrößten Autozulieferer Bosch und anderen Unternehmen der Region weitere Warnstreiks mit etwa 1500 Beschäftigten geplant. In den kommenden Tagen gingen die kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen weiter.

Friedenspflicht bis Ende März

In den regulären Tarifverhandlungen, für die bundesweit noch die Friedenspflicht bis zum 28. März gilt, verlangt die Gewerkschaft fünf Prozent höhere Einkommen. Im einflussreichen Bezirk Baden-Württemberg gibt es 800.000 Metaller. Ebenfalls heute beginnt in Hamburg die zweite Tarifrunde für die 150.000 Metaller im norddeutschen Bezirk Küste. Vor der zweiten Runde in Nordrhein-Westfalen am Freitag, wo für 700.000 Beschäftigte verhandelt wird, informiert der Gewerkschaftsvorstand über den Stand der Dinge.

Die Arbeitgeber halten allenfalls 1,2 Prozent mehr Geld für vertretbar. Ein offizielles Angebot wurde aber bislang noch nicht vorgelegt. Die erste Gesprächsrunden auf Bezirksebene im Februar waren alle ohne Ergebnis vertagt worden.

Zum Auftakt der Warnstreiks werden nach Schätzungen der IG Metall rund 5000 Metaller auf die Straße gehen. Für die gesamte Woche rechnet die Gewerkschaft damit, dass mehreren zehntausend Beschäftigte vorübergehend die Arbeit niederlegen. Über den Lohnrahmen II wird am 6. und über höhere Einkommen am 14. März weiterverhandelt.

DPA/Reuters
 
 
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