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Marihuana wird der nächste Milliarden-Markt

Seit März ist Kiffen auf Rezept erlaubt. Jetzt vergibt der Staat Lizenzen zum Cannabis-Anbau. Das versetzt Glücksritter in einen Rausch: Sie träumen vom ganz großen Deal.

Cannabis auf Rezept: Der Staat vergibt erste Lizenzen für den Anbau

Cannabis ist das lateinische Wort für Hanf und meint alle Hanfpflanzen. Marihuana oder Gras sind getrocknete Blüten der weiblichen Hanfpflanze. Sie sind grün bis bräunlich, teilweise auch weiß. Haschisch oder Dope, Pot und Shit bezeichnen das meist gepresste Harz der Blütenstände. Die Farbe schwankt zwischen graubraun und mattschwarz.

Will Heiko Mohrdiek sich entspannen, greift er zum Oolong. Wenn die Telefone nerven, die Kleinkriminellen oder gar der Staatsanwalt, geht der 48-Jährige in die Teeküche seiner Kanzlei, brüht Wasser auf und gießt es sorgsam auf die chinesischen Teeblätter. Ob er es schon mal mit einem Joint probiert hat? "Ich kiffe nicht", sagt Mohrdiek. Das stimmt vielleicht, vielleicht auch nicht. Jedenfalls ist es die einzig richtige Antwort, wenn man in Deutschland keinen Stress mit dem Staat haben will.

Heiko Mohrdiek ist Strafverteidiger, er arbeitet im alternativen Hamburger Karolinenviertel und kennt sich aus mit . Zu seinen Mandanten gehören Hobbyzüchter, Kleindealer und Schmerzpatienten. Er vertritt sie vor Gericht, etwa wenn sie beim Anbau erwischt wurden. Reich macht ihn das nicht. Neulich hat Mohrdiek nur 20 Euro Honorar für eine Beratung genommen, mehr war nicht drin. Der Jurist, politisch links, hilft aus Überzeugung. "Wenn die Leute kiffen wollen, sollen sie kiffen." Viele seiner Klienten sind ihm dankbar.


"Normales Cannabis ist einfacher zu produzieren als Petersilie"

Jetzt würde Heiko Mohrdiek gern "mal was anderes" machen – und sein Wissen zu Geld. Gemeinsam mit sechs Freunden hat er die Hanf AG gegründet. Er will umsteigen: vom Strafverteidiger zum Marihuana-Bauern. Er sagt: "Normales Cannabis ist einfacher zu produzieren als Petersilie." Und mehr zu verdienen ist damit auch.

Seit dem 10. März dürfen Ärzte in ganz legal Cannabis auf Rezept verschreiben. Die Blüten sollen Patienten helfen, chronische und starke Schmerzen zu ertragen. Es ist eine erstaunliche Wende in der Drogenpolitik. Seit 1929 war Cannabis als illegales Rauschmittel geächtet: Anbau, Besitz und Konsum waren verboten. Jetzt wird das vermeintliche Teufelszeug als Heilpflanze geadelt. Mehr noch: Der Staat will Lizenzen vergeben für den Anbau der Droge in Deutschland.

Dope für Deutschland: Hanfpflanzen im Hochsicherheitsgewächshaus in Wien

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An dieser Aussicht berauschen sich Unternehmer aus aller Welt. Manager aus Kanada und den Niederlanden planen Gewächshäuser in Mecklenburg, Sachsen und Thüringen. Großbauern aus träumen von gigantischen Hanfplantagen, mit Blüten so prall und so wertvoll wie Gold. Und Männer wie Mohrdiek wollen ihr tägliches Kleinklein gegen aufregende Joint Ventures tauschen. "Bei mir ist das besser aufgehoben als bei den ganzen Glücksrittern", sagt er.

Wie hoch die Profite sein werden, hängt davon ab, wie viele Schwerkranke künftig Cannabis auf erhalten. In der Zeit vor dem neuen Gesetz hatten 1061 Patienten eine Ausnahmegenehmigung, um Blüten aus der Apotheke zu beziehen. Dabei, so viel ist sicher, wird es nicht bleiben. Vorsichtige gehen von künftig 5000 Patienten pro Jahr aus. Mutige rechnen mit mehreren Hunderttausend. An den Drogentreffs auf Hamburgs Straßen werden derzeit etwa 9 Euro pro Gramm verlangt, ein Importeur für Medizinalhanf aus den Niederlanden erhielt zuletzt 6,20 Euro. So oder so entsteht ein ganz neuer Markt, es könnte der zweitgrößte der Welt werden, nach dem in den USA.

Ein Milliarden-Jackpot

"Wir können eine große Industrie erwarten", sagt Pierre Debs. Der Pharmahändler aus St. Leon-Rot bei Heidelberg importiert bereits Medizinalhanf aus Kanada nach Deutschland. Er ist Amerikaner, und wenn sich das Business wie in seiner Heimat entwickelt, könnte es zum Milliarden-Jackpot werden. Die Amerikaner haben zuletzt etwa 4,9 Milliarden Dollar pro Jahr für Hanf-Arzneien ausgegeben.

Doch wie soll der grüne Deal zwischen Regierung und Anbaufirmen aussehen? Wer darf pflanzen und wie viel? Und was zahlt der Staat den Marihuana-Bauern pro Gramm?

Um diese Fragen kümmert man sich in der Kurt-Georg-Kiesinger Allee in Bonn. In einem nüchternen Gebäude mit Glasfront logiert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Eigens für das Marihuana wurde eine Tochter eingerichtet: die Cannabisagentur. Aufbauen soll sie Werner Knöss, ein Mann mit Pausbacken, Professor der Pharmazeutischen Biologie und Experte für pflanzliche Arzneimittel. Seine Mission: die Droge zähmen.

Vom Strafverteidiger zum Marihuana-Bauern: Heiko Mohrdiek ist Vorstand der Hanf AG und hofft auf eine Anbaulizenz

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Knöss soll im Auftrag des Staats Dope bestellen und vertreiben. Auch wenn er das Cannabis nicht in sein Amt liefern und dort lagern lassen will, wie er kürzlich erzählte. Das sollen die Anbaufirmen selbst machen. Sie sollen es zu den Großhändlern transportieren, von da geht es weiter in die Apotheken. Knöss will nur beste Ware. "Der Anspruch ist ja, dass Cannabis in reproduzierbarer Qualität auf den Markt kommt und den Arzneimittelbestimmungen entspricht." Die Pflanzen müssen standardisiert produziert werden und möglichst dieselbe Menge an Wirkstoffen enthalten.

2019 soll die erste Ernte in Deutschland blühen

In der zweiten Aprilwoche hat die Cannabisagentur zehn Lizenzen öffentlich ausgeschrieben. Bis Ende 2018 soll Hanf für Patienten importiert werden. 2019 soll dann die erste Ernte in Deutschland blühen. Bis 2022 will Knöss insgesamt 6,6 Tonnen Marihuana ernten lassen. In gut geschützten Indoor-Plantagen.

Bei der Auswahl der Züchter überlässt Knöss nichts dem Zufall. Gründlich, bürokratisch, deutsch. Wie bei einer Quizshow lässt er Punkte vergeben. Zusatzpunkte erhalten Bewerber, die schon Heilpflanzen wie Kamille, Fingerhut oder Arnika angepflanzt haben. Die meisten Punkte kriegt jedoch, wer bereits Cannabis unter staatlicher Kontrolle hergestellt hat, am besten 200 Kilo in den vergangenen drei Jahren. In diesen Tagen will Knöss eine Vorauswahl der Firmen bekannt geben.

Ärzte dürfen Cannabis bei "schwerwiegenden Erkrankungen" verschreiben; Dosen mit Blüten gibt es auf Rezept in der Apotheke

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Viele hatten sich vor der Ausschreibung Hoffnungen gemacht. Deutsche Interessenten jedoch sind von den Vorgaben bitter enttäuscht. Eine Bewerbung im Alleingang war chancenlos. Wegen der nötigen Expertise. Erfahrungen mit illegalen Feldern zählen nicht. Dabei dürften sich zwischen Schleswig und Garmisch weit mehr als 1000 bestens gepflegte Hanfplantagen verstecken.

Die größten Chancen auf einen Zuschlag haben Firmen aus Israel, den Niederlanden und Kanada, wo angeblich auch die meisten Interessenten herkommen. Die Länder dienten Deutschen als Vorbild, denn Marihuana ist dort als Arzneimittel seit Jahren freigegeben, die Unternehmen haben entsprechende Erfahrung. Allein wollen es viele aber nicht auf dem deutschen Markt versuchen. Deshalb haben sie nach ansässigen Start-ups gesucht: Sie brauchen Hilfe bei deutscher Bürokratie und Vergaberecht – und sie brauchen große Hallen für den Anbau.

Jahrelang hatte die Politik gemauert , nun soll alles plötzlich zack, zack gehen

Die Szene brodelt vor Gerüchten über gemischte Teams und das Wer-mit-wem. Keiner will zu viel verraten, keiner seine Kalkulationen offenlegen. Viel Konkurrenz, viel Kampf, sagt Heiko Mohrdiek, der Anwalt und Vorstandsvorsitzende der Hanf AG. "Jeder versucht, für sich selbst das Optimale herauszuziehen." Bis in die Nacht hinein hat er zuletzt oft gearbeitet. Mohrdiek musste einen Partner aus dem Ausland auftreiben und versuchen, Investoren zu begeistern. "Neuerdings interessiert sich auch das große Geld für Cannabis."

Die Kosten pro Indoor-Anlage liegen geschätzt bei bis zu acht Millionen Euro. Die Bewerbungsfrist sei extrem kurz gewesen, so Mohrdiek. Sie lief Anfang Juni aus, nur zwei Monate nach der Bekanntgabe. Viele finden das hanebüchen. Jahrelang hatte die Politik gemauert , nun soll alles plötzlich zack, zack gehen.

75 Gramm im Monat: Der schwer kranke Ralf Maly nimmt täglich Cannabis gegen seine Schmerzen

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Dabei war Mohrdiek mit seiner Hanf AG gut vorbereitet: Gelockt vom grünen Rausch, waren schon im Herbst zwei seiner Mitgesellschafter nach Israel geflogen und hatten sich mit einem Großfarmer getroffen. Es folgten E-Mails und Telefonate zur gemeinsamen Bewerbung und Kooperation. Nach hanseatischem Kaufmannsverständnis war das ein Deal. Bis die Israelis "ohne klare Absage" absprangen, sagt Mohrdiek. Namen will er nicht nennen, die Branche ist klein und geschwätzig – und: "Mündliche Zusagen interessieren niemanden."

Ein Glashaus voller Drogen

An einem heißen Tag wabert eine süßliche Wolke über einen Parkplatz im Norden Wiens. Sie steigt aus den Luken mehrerer Gewächshäuser. "Der Geruch ist noch gar nichts", sagt Bernhard Föger. "Sie müssen mal zur Ernte kommen." Der Betriebswirt leitet das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion im 22. Bezirk. Er führt vor, was in Deutschland die Zukunft sein könnte: Föger pflanzt streng kontrolliert Hanf für die Pharmabranche an. Seit vielen Jahren verantwortet die staatliche Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit dieses Geschäft. Damit gehören dem Staat auch die Gewächshäuser.

Kameras, Scheinwerfer und Bewegungsmelder überwachen den 3500 Quadratmeter großen Komplex. Betreten ist streng verboten. "Hier hat noch nie jemand eingebrochen", sagt Föger. Dann schließt er eine schwere Tür auf und betritt die Schleuse. Nur sechs Mitarbeiter haben Zugang, jeder Griff wird protokolliert, selbst alte Hanfblätter werden verbrannt statt weggeworfen. Die Gärtner müssen in weiße Schutzanzüge schlüpfen, ohne Taschen, damit bloß keiner Blüten klaut.

Vorbildlicher Züchter: In Wien pflanzt Bernhard Föger schon heute Hanf für den deutschen Markt

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Im Innern ist es heiß, Hanfgeruch hängt in den Gängen, durch Fenster sieht man in zimmergroße Abteile. Vorn wachsen zarte Stecklinge in Töpfchen, im Raum nebenan wuchern knallgrüne junge Pflanzen mit gezackten Blättern. Weiter hinten ranken Stauden an Bambusstöcken empor. Sobald der Hanf blüht, dürfen nur noch zwei Personen gemeinsam hinein. Vieraugenprinzip. Zur Sicherheit.

Witze klingen witziger, Musik intensiver, Gedanken verrückter

Etwa 6000 Töpfe erntet das Institut pro Jahr. Die Gewächshäuser sind Hightechanlagen. Computer steuern Sprühnebel, Speziallampen und silberne Folien halten die Wärme. Auf Knopfdruck wird es Nacht. Das ist wichtig, denn mit verkürzten Tagen können die Gärtner das Blühen einleiten. "Wir können sogar das Wetter simulieren", sagt Föger. Dieses Wissen macht ihn zu einem begehrten Gesprächspartner. Am Telefon melden sich lauter Leute, die in Deutschland das große Geschäft wittern. Neulich rief die Besitzerin einer leeren Großraumdisco an, die dort gern in Hanf machen würde. Föger schüttelt den Kopf.

Die Österreicher selbst werden sich nicht für eine deutsche Lizenz bewerben, sie sind ausgelastet. Seit 2010 lässt der deutsche Mittelständler Bionorica bei ihnen produzieren. Die Pharmafirma, bekannt durch den Verkaufsschlager Sinupret, presst die Blüten zu einem Extrakt namens Dronabinol, das heute schon in Apotheken erhältlich ist. Eigner Michael Popp gehört zu den Cannabis-Pionieren in Deutschland– er schwört auf die Heilkraft seiner Tropfen. Vom Kiffen seiner Blüten rät er ab. Zu schwer dosierbar, zu schlecht für die Lunge.

Joint Venture: Diese Farmer aus Israel arbeiten mit der Hanf AG zusammen

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Tatsächlich können gerauchte Blüten ein launisches Mittel sein: Wer am Joint zieht, flutet sein Gehirn blitzschnell mit mehr als 60 Substanzen, den Cannabinoiden. Zu ihnen gehören das entspannende Cannabidiol (CBD) und das euphorisierende und psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) – der Stoff, der in höheren Dosen high macht. Witze klingen witziger, Musik intensiver, Gedanken verrückter.

Hilfe bei über 50 Krankheiten

Weil Cannabis lange verboten war, sind die Wirkungen einzelner Stoffe kaum erforscht. Die Sondergenehmigungen in Deutschland wurden für mehr als 50 verschiedene Erkrankungen erteilt. Demnach kann Hanf die Schmerzen bei Multipler Sklerose lindern und bei epileptischen Anfällen helfen. Es kann die Appetitlosigkeit von Aidspatienten und Krebskranken mindern und die Übelkeit bei der Chemotherapie dämpfen. Auch ADHS-Patienten und Menschen mit Depressionen profitieren davon. Ein Allheilmittel ist Cannabis jedoch nicht, und für Jugendliche ist es gefährlich: Kiffen kann die Gehirne Heranwachsender schädigen. Laut dem neuen Gesetz dürfen Ärzte Cannabis bei "schwerwiegenden Erkrankungen" verschreiben, wenn sie eine positive Wirkung auf den Verlauf der Krankheit erwarten.

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Ralf Maly hat direkt im März ein solches Rezept bei seiner Krankenkasse eingereicht. Ende April kam die Antwort: "Unter sozialmedizinischen Aspekten kann die Anwendung von Cannabis bei Ihnen nachvollzogen werden." Der bürokratische Satz beendet eine Notlage. Maly darf jetzt kiffen, heißt das, und die Kasse zahlt. "Ich konnte es gar nicht glauben", sagt er. Der 53-Jährige ist ein schmaler Mann mit Brille. Nur sein Hinken und die klobigen Gesundheitsschuhe verraten, wie krank er ist. Ralf Maly leidet an der seltenen Muskelkrankheit HMSN Typ 1. Seine Nerven sind geschädigt, er hat Krämpfe und starke Schmerzen. Er hat viel gegen die Pein probiert, auch Opiate, sogar Heroin. "Cannabis hilft mir am besten."

"Viele Jahre ist der Großteil meines Geldes beim Dealer gelandet"

Deshalb beschaffte er es sich. "Viele Jahre ist der Großteil meines Geldes beim Dealer gelandet", sagt er. Zwar erstritt sich Maly 2015 eine Sondergenehmigung für 75 Gramm Gras im Monat. Das reichte für zwei Kakao mit Hanf, einen morgens und einen nachmittags. Doch wie alle Patienten musste Maly das Medikament selbst bezahlen. Gut 1000 Euro im Monat – dabei ist er berufsunfähig und bezieht nur 630 Euro Rente. Deshalb war er nach Holland gefahren, hatte sich im Coffeeshop durchgefragt und eine Aufzuchtanlage im Internet bestellt – und dann baute er Lüfter, Lichter und Pflanzen in den Wohnzimmerschrank ein.

Als Maly mit seinem illegalen Anbau einmal erwischt wurde, hat ihm vor Gericht der Anwalt Mohrdiek geholfen, der künftig selbst anbauen will. Das Vorhaben hat er auch nach dem geplatzten Deal nicht aufgegeben und kooperiert jetzt mit einem anderen Farmer aus Israel. Der Betrieb heißt Seach und war früher eine Blumenfarm. 2002 stellten die Farmer auf medizinisches Cannabis um. Im Netz präsentiert sich Gründer Shay Avraham Sarid, ein Mann mit Schläfenlocken und prächtigem Bart, mit seiner Familie vor einem Gewächshaus voller Gras.

Mohrdiek ist bereit. Er hat neben den jüdischen Farmern einen Betrieb in Brandenburg mit mehreren Hallen aufgetan – und einen Hersteller mit Expertise bei Heilpflanzen. All das bringt wertvolle Punkte im Cannabis-Quiz des Staats.

Jetzt warten Mohrdiek und die anderen Bewerber darauf, wer im Herbst zu Deutschlands Hanfbauern gekürt wird – und was der Staat als Dealer ihnen bezahlen wird.

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