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Stern Logo Die Höhle der Löwen

TV-Kritik

Was diese Mutter für ihre kranke Tochter erfand, rührt die Löwen zu Tränen

Gleich die erste Folge der neuen Staffel sorgt für einen außergewöhnlichen Moment in der Höhle der Löwen: Weil eine Mutter ihre Tochter vor dem Rollstuhl bewahren will, erfindet sie ein neuartiges Medizingerät. Da werden auch knallharte Investoren weich.

Emotionaler Höhepunkt in der Höhle der Löwen: Saskia Holodynski (links), Dindia Gutmann und Anna Vonnemann präsentieren MoveAid. Ihre Firma heißt ReMoD.

Emotionaler Höhepunkt in der Höhle der Löwen: Saskia Holodynski (links), Dindia Gutmann und Anna Vonnemann präsentieren MoveAid. Ihre Firma heißt ReMoD.

In "Die Höhle der Löwen" geht es normalerweise ums Geschäft, um Verkaufszahlen und Gewinnmargen. Doch in der ersten Folge der neuen Staffel lassen eine und ihre Tochter all diese Zutaten der Gründershow zur Nebensache werden. 

Die Höhle der Löwen - das Highlight der Sendung

Der Auftritt von Dindia Gutmann und Mutter Anna Vonnemann ist der bislang emotionalste in der Geschichte der Vox-Show. Denn Mama Vonnemann hat MoveAid (die Firma heißt ReMoD) nicht erfunden, um Geld zu verdienen, sondern um ihre Tochter vor dem Rollstuhl zu bewahren.

Wenige Wochen ist ihre Tochter Dindia Gutmann alt, als festgestellt wird, dass sie bereits vor der Geburt einen Schlaganfall erlitten hat. Sie ist halbseitig gelähmt, hat Bewegungseinschränkungen, Gleichgewichts- und Koordinationsschwierigkeiten. "Man rennt von einem Arzt zum anderen, aber es hat einfach nicht gereicht", erinnert sich die heute 67-jährige Mutter. Trotz aller Therapien prophezeien die Ärzte Dindia im Alter von elf Jahren eine Zukunft im . Das will Mutter Anna nicht akzeptieren. "Nur zugucken, war für mich keine Lösung. Ich musste etwas machen. Man versucht dann alles. Auch Berge zu versetzen", sagt Anna.

Die technisch eigentlich unbedarfte Künstlerin besorgt sich einen Lötkolben und lötet auf dem heimischen Küchentisch ein künstliches Gleichgewichtsorgan zusammen. Das Gerät ist am Körper befestigt und sendet über Sensoren kleine Elektroschocks, die helfen, den Körper in der Balance halten. Tatsächlich kann die heute 26-jährige Dindia damit selbständig gehen.

Nun wollen Mutter und Tochter das Gerät - das bislang einzig von Dindia benutzt wird - weiter verbessern und als Medizingerät anerkennen lassen. Damit auch andere Schlaganfallpatienten es benutzen können. 200.000 Euro haben sie bereits in die Entwicklung gesteckt - nun ist kein Geld mehr übrig. Daher bitten sie die Löwen um weitere 200.000 Euro für 20 Prozent ihrer Unternehmung - und vor allem um unternehmerische Hilfe.

Wohl noch nie sind einem Kandidaten die Herzen der Löwen so zugeflogen. hat Gänsehaut, Ralf Dümmel ist sprachlos und Judith Williams kämpft mit den Tränen. Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl schlagen schließlich gemeinsam in den Deal ein. "Ob ich mein Geld zurückbekomme, ist mir egal", sagt Maschmeyer. "Das ist ein Lifechanger." Und Neu-Löwin Wöhrl, die bei ihrem ersten Auftritt in der Löwenhöhle noch etwas blass bleibt, beweist zumindest schon mal ein großes Herz.

Aufreger der Sendung

Ein Grill, der auf 900 Grad hochheizt, um das perfekte Steak zu grillen, ist schon eine feine Sache. Das Test-Steak, das die Familie Wilde mit ihrem Otto Wilde Grill zubereitet, schmeckt auch allen Löwen fantastisch (lesen Sie hier unseren Test). Doch als die Grillmeister ihre Unternehmensbewertung aufrufen, bleibt den Investoren das gute Fleisch fast im Halse stecken. Happige zwei Millionen Euro wollen sie für 20 Prozent ihrer Unternehmensanteile haben. Dabei belief sich ihr Gewinn 2016 auf gerade einmal 50.000 Euro. Das finden die Löwen nicht fair, am meisten ärgert sich Frank Thelen, der gerne investiert hätte, aber nicht zu dem Preis. Es bleibt der Eindruck, dass hier jemand sein Produkt vorgeführt hat, ohne wirklich auf einen Deal aus zu sein. 

Die weiteren Deals

Luicella's Eismix von Ex-Weltklasse-Schwimmer Markus Deibler und der studierten Eisexpertin Luisa Mentele erhält Angebote von Ralf Dümmel, und Frank Thelen. Die Gründer machen den Deal mit Thelen, der für 120.000 Euro 20 Prozent der Firma erhält.

ProtectPax - ein flüssiger Displayschutz für Handys und andere Glasoberflächen - begeistert ebenfalls drei Löwen. Die Gründer schlagen die Angebote von Thelen und Williams aus und entscheiden sich für einen Deal mit Ralf Dümmel - 150.000 Euro für 20 Prozent.

Keinen Deal erhält hearts for heals - kleine Schaumstoffherzen, die man sich in zu große High Heels steckt.

Zitat des Tages

Darf ich eure Kuh töten?

Frank Thelen streicht bei Luicella's Eismix als erste Maßnahme die Kuh aus dem Logo, da das Produkt an sich vegan ist. 

Von Abfluss-Fee bis eBall: Das wurde aus den "Höhle der Löwen"-Gründern - einer ist jetzt Millionär
Einen äußerst unterhaltsamen Auftritt legte Abflussfee-Erfinder Karl-Heinz Bilz hin. Ralf Dümmel investierte 250.000 Euro für 35 Prozent der Anteile. Der Verkaufserfolg des innovativen Abflussstopfens mit Reinigungsstein ist gigantisch: Innerhalb von zwei Monaten wurden eine halbe Million Abflussfeen zum Stückpreis von 9,99 Euro ausgeliefert. Wie Herr Bilz die Abfluss-Fee erfand, schreiben wir hier.

Mit der Abfluss-Fee begeisterte Erfinder Karl-Heinz Bilz erst Investor Ralf Dümmel und dann die Kunden. Der Abflussstopfen mit Reinigungsstein wurde zum gigantischen Verkaufserfolg: Schon nach sechs Tagen waren 400.000 Stück verkauft. "Schon nach kurzer Zeit machte mich die Abfluss-Fee somit fast zum Millionär", sagte Bilz. Diese Schwelle dürfte er mittlerweile erreicht haben, denn insgesamt wurden bislang mehr als eine Million Abfuss-Feen verkauft, der Gesamtumsatz beläuft sich auf 14 Millionen Euro. Auf die faule Haut legt sich der Ü-60-Jährige aber nicht: Er erfindet weiter Produkte für den täglichen Hausgebrauch. (Wie Herr Bilz die Abfluss-Fee erfand, lesen Sie hier.)

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