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"Fertigessen hat in Deutschland einen miesen Ruf - und das zu Recht"

Fertigessen aus Plastikschalen - da denkt man an Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, billige Zutaten. Die Brüder Ladwein von Fittaste wollen das ändern. Fertigessen in einer gesunden Variante? Das überzeugte auch Frank Thelen.

Breiige Soßen, fettig und übersalzen, zerkochte Nudeln oder Kartoffeln, dazu zähes Fleisch, vollgepackt mit Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern: Fertigessen ist fies. Und dabei geht es nicht nur um kulinarische Nicht-Genüsse, sondern vor allem darum, dass dieses Essen nicht gesund sein kann. "Fertigessen hat einen miesen Ruf. Und das zu Recht. Das willst du nicht essen", sagt Benjamin Ladwein vom Start-up "Fittaste". 

Dabei passt Fertigessen so gut zur heutigen Zeit: Es ist für eine Person konzipiert, spart Zeit, man muss nicht Zutaten einkaufen und dann noch am Herd stehen. Aber "Clean Eating", also gesunde Ernährung, liegt im Trend. Wie kriegt man das zusammen?

Gesundes Fertigessen?

In den USA ist der Trend längst angekommen: Dort können Kunden auch auf gesundes Fertigessen zurückgreifen. In war dieser Markt bis vor einigen Jahren noch gar nicht existent. Die Brüder Benjamin und Konstantin Ladwein wollten das ändern. "Unsere Mutter hat immer auf gesundes Essen geachtet. Später haben wir gemerkt, dass es gar nicht so leicht ist, sich ausgewogen zu ernähren, wenn man Stress im Studium oder im Job hat", sagen die Gründer im Gespräch mit dem stern.

Ihr Unternehmen Fittaste bietet nun seit 2015 in Deutschland gesundes Fertigessen an. Auf den Teller bringen sie einen Mix aus komplexen Kohlenhydraten, gesunden Fetten, Protein in Form von Hähnchen oder Rindfleisch. Im Kochtopf der Gründer landen regionale Produkte, gerne auch in Bio-Qualität. Asia-Nudeln mit Huhn, Hähnchenbrust mit Reis und Brokkoli oder auch mal Nudeln in Tomatensoße - rund 50 Gerichte haben die Brüder Ladwein im Programm. Auf der Verpackung können Kunden genau nachlesen, was sie dort essen, wie hoch der Anteil an Fett oder Eiweiß ist. "Wir haben ein erfahrenes Kochteam und ergänzen die Gerichte mit unserem Knowhow aus dem Fitnessbereich", sagen die Gründer. Geliefert werden die Gerichte in gekühlten Kartons, nach Lieferung halten sie sich gut eine Woche. Im Angebot haben die Gründer Probiersets mit drei bis sieben Mahlzeiten. 

Fittaste in "Die Höhle der Löwen"

Bislang war das Unternehmen organisch gewachsen, einen Investor gab es nicht. Zwar entwickelte sich die Firma gut, rund 500.000 Mahlzeiten haben die Gründer schon verkauft. Doch um den nächsten Schritt zu machen, brauchen sie Kapital - und Knowhow. "Wir wollen hoch hinaus", sagen die Gründer. "Da gehört Wachstum dazu. Dazu müssen wir den Vertrieb ankurbeln, das Team weiter ausbauen."

Um diese Schritte zu gehen, wagten sich die Brüder in die Höhle der Löwen bei Vox - und bekamen einen Deal von angeboten. Der eigentlich als Tech-Investor bekannte Löwe hat mit seinen Beteiligungen an dem Gewürz-Start-up Ankerkraut und dem Fertigsuppen-Hersteller Little Lunch in den vergangenen Staffeln der Gründershow offensichtlich gute Erfahrungen gesammelt. Nun kommt also noch Fertigessen dazu. "Frank Thelen war unser absoluter Wunschlöwe. Er ist nicht nur ein Experte, wenn es um das Onlinegeschäft geht. Durch seine Kontakte im Handel kann er auch Food dort sehr gut platzieren." Mit anderen Gründern aus dem Thelen-Umfeld können sich die Brüder austauschen, Probleme gemeinsam lösen.

Fittaste gibt es bei Kaufland, Rewe und Edeka

Der Boost aus der Show scheint bei Fittaste zu funktionieren. Die Gründer ziehen gerade die größte Fitness-Küche Europas hoch. Und Frank Thelen beweist mit den Fertiggerichten, dass er das Handelsspiel ähnlich gut beherrscht wie der Regale-König und Mitjuror Ralf Dümmel: Direkt nach der Sendung stehen die gesunden Mahlzeiten von Fittaste in den Kühltruhen der größten Supermarktketten Deutschlands. Kaufland und Rewe machen den Anfang, ab Oktober können Verbraucher in Edeka-Filialen die Fertiggerichte kaufen.

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Anne und Stefan Lemcke von der Gewürzmanufaktur Ankerkraut holten sich in der "Höhle der Löwen" Frank Thelen an Bord. Der Löwe investierte 500.000 Euro, sodass Produktion, Logistik und Online-Shop komplett überarbeitet werden konnten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 40. Mittlerweile ist Ankerkraut bei Rewe, Edeka und anderen Ketten gelistet. Allein im Oktober betrug der Umsatz eine halbe Million Euro.

Anne und Stefan Lemcke von der Gewürzmanufaktur Ankerkraut holten sich in der "Höhle der Löwen" Frank Thelen an Bord. Der Löwe investierte 500.000 Euro, sodass Produktion, Logistik und Online-Shop komplett überarbeitet werden konnten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 40. Mittlerweile ist Ankerkraut bei Rewe, Edeka und anderen Ketten gelistet. Allein im Oktober betrug der Umsatz eine halbe Million Euro.

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