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Grace Flowerbox in "Die Höhle der Löwen": Warum ein Strauß Rosen 299 Euro kostet

Blumen per Lieferservice zu verschenken - das ist nicht neu. Dass der Strauß in einer Hutschachtel geliefert wird, allerdings schon. Rosen, Nelken und Co. von Grace Flowerbox haben einen satten Preis: Bis zu 299 Euro zahlen Kunden für einen Strauß. Doch der hält bis zu drei Jahre.

Grace Flowerbox in "Die Höhle der Löwen"

Grace Flowerbox in "Die Höhle der Löwen" - können die Gründer einen Deal ergattern?

Manchmal muss man nur seinen Alltag beobachten. Wer genau hinsieht, entdeckt die kleinen Misstände im Alltäglichen - und hat vielleicht sogar eine clevere Eingebung, um sie zu beheben und daraus ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln. Dann entdeckt man nämlich kleine Missstände. Zum Beispiel, dass Blumen zu verschenken zwar eine super Idee ist. Aber Sträuße, die in tropfenden Haushaltstüchern eingewickelt werden, sind nicht gerade das ideale Geschenk. Außerdem geht in Bars und Restaurants das Gesuche nach Vasen-Alternativen los.

So ähnlich erging es Nina Wegert, als sie Blumen zum Geburtstag einer Freundin mitbringen wollte - und diese kurzerhand in eine alte Hutschachtel steckte, die sie aus dem Kleiderschrank gekramt hatte. Das kam so gut an, dass sie aus der Idee ein Geschäft machte: Grace Flowerbox.

Von Meisterfloristen und Fashion Designern

Gemeinsam mit ihrem Co-Gründer Kirishan Selvarajah will Wegert das Blumen-Business aufmischen. Sie verstehen Grace Flowerbox nicht nur als einfachen Blumenservice, sondern als Luxuslieferant. "Wir sehen uns nicht als typischer Blumen-Onlinehandel und sind somit auch nicht im Wettbewerb mit bestehenden Blumenhändlern. Wir sind ein Geschenk – und Interieur-Produkt aus dem Premium Segment", so die Gründer zum . "Grace Flowerbox hat sich darauf spezialisiert frische Blumensträuße, entwickelt von Meisterfloristen und Fashion Designern, in einer eigens konzipierten Hutschachtel drapiert, zu verschicken."

Mehr Lifestyle statt schnöder Blumen - so zeigt sich das junge Unternehmen auch in den sozialen Netzwerken. Auf Facebook oder gerade bei Instagram liefert Grace Flowerbox regelmäßig neue Einrichtungsbilder in zarten Rosatönen oder kräftigem Rot und trifft damit den Geschmack der User.

Rosen, die nicht welken

Doch spätestens wer im Online-Shop landet, wird von den Preisen überrascht. Eine einzelne Infinity-Rose im Mini-Karton kostet rund 20 Euro, die größte Hutschachtel mit bis zu 35 kostet knapp 310 Euro. Ein kleiner Nelkenstrauß kostet knapp 50 Euro. Damit ist Grace Flowerbox deutlich teurer als andere Blumenlieferanten. Allerdings bieten die Gründer auch eine spezielle Rose an - die bis zu drei Jahren haltbar ist.

Durch ein besonderes Verfahren wird der Blume zunächst die Feuchtigkeit entzogen und so besonders langlebig gemacht. Daher müssen diese Infinity-Rosen auch später nicht mehr gegossen werden. "Wir sind ein komplett neues Produkt, welches es so bisher noch nicht gab. Wir sind die ersten Anbieter für Blumen in einer Flowerbox", kontern die Gründer. "Das Wort "Flowerbox" hatte bisher noch keine Bedeutung und hat erst seit unserem Markteintritt an Bekanntheit gewonnen."

Tatsächlich gibt es inzwischen knapp ein halbes Dutzend anderer Blumenhändler im Netz, die auch Blumen in Hutschachteln oder ähnlichen Kartons vertreiben - und auch die behandelten Rosen, die sich so lange halten. "Die herkömmlichen Blumenhändler, ob online oder offline, sehen wir nicht als Konkurrenz. Wir sind ein Interieur– und Geschenkprodukt aus dem Premium-Segment, welches sich in der Vermarktung und Wahrnehmung deutlich vom regulären Blumenhandel unterscheidet", so die Grace Flowerbox-Gründer.

Grace Flowerbox braucht Kapital

Die größte Motivation für die Gründer bei "Die Höhle der Löwen" mitzumachen, ist leider auch eine zwingende Notwendigkeit. "Unser Geschäftsmodell ist im Vorfeld sehr kapitalaufwendig, sodass wir immer nur neue Ware bestellen können, wenn die erste verkauft war", so die Gründer zum stern. Kurzum: Die Gründer müssen in Vorkasse gehen. Bislang finanzierte sich die Firma komplett aus dem Cash-Flow. Allerdings stieg die Nachfrage nach ihren Blumen so stark an, dass sie mit der Produktion kaum noch hinterherkamen. Daher der Gang in die Löwenhöhle. "Wir brauchen einen finanzstarken strategischen Partner, der uns bei den weiteren Schritten mit Rat und Tat zur Seite steht", so die Gründer.

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