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Stern Logo Die Höhle der Löwen

Diese blinkende Uhr soll Ihnen dabei helfen, ordentlich abzurocken

"Mein Musiklehrer tippte mir im Klavierunterricht immer auf die Schulter, deshalb machte die Idee für mich sofort Sinn", sagt Florian Simmendinger über sein Produkt Soundbrenner Pulse. Mit der Uhr gibt er Musikern buchstäblich ein smartes Hilfsmittel an die Hand.

Soundbrenner Pulse DHDL

Die Soundbrenner Pulse im Einsatz

Jeder, der ein Instrument erlernt hat, dürfte schon einmal Bekanntschaft mit einem Metronom gemacht haben - die tickenden Kästen helfen Novizen wie Profis dabei, den Takt zu halten. Das klappt mal besser, mal schlechter. Florian Simmendinger und Julian Vogels wollten das altbewährte Prinzip ins Tech-Zeitalter überführen und entwickelten dafür die Soundbrenner Pulse.

Optisch sieht das Gerät aus wie eine Smartwatch, kann am Handgelenk oder anderswo am Körper getragen werden. Per Klopfer aufs Gehäuse können einfache Einstellungen direkt an der Uhr vorgenommen werden, etwa die Rhythmus-Geschwindigkeit einzustellen. Das Gerät hilft dem Musiker dann per Vibration und Blinksignal dabei, im Takt zu bleiben. Für weitere Einstellungen gibt es für iOS und Android eine App. Die kann auch ohne das Gerät genutzt werden. Für Bands besonders interessant: Es können auch mehrere der Soundbrenner-Uhren miteinander synchronisiert werden, um gemeinsam zu musizieren.

Soundbrenner wurde 2014 in Berlin gegründet. Mittlerweile hat das Startup sein Hauptquartier nach Hong Kong verlegt, in der deutschen Hauptstadt aber ein Büro erhalten. Die ersten Zahlen sind vielversprechend: Mehr als 40.000 Uhren verkauften Simmendinger und Vogels bislang, ihre App wird nach eigenen Angaben von 100.000 Musikern monatlich genutzt.  Mittlerweile beschäftigen sie 15 Mitarbeiter.

In der "Höhle der Löwen" wollen sie einen der Juroren davon überzeugen, mit einzusteigen, um Soundbrenner weiter ausbauen zu können. 

Gründer und Geschäftsführer Florian Simmendinger beantwortete dem stern im Vorfeld einige Fragen:  

Wie kamen Sie auf die Idee für die Soundbrenner Pulse?

Die Ausgangsidee kam bei einem Startup Event in Berlin zustande. Wir spielen alle selbst . Mein Musiklehrer tippte mir im Klavierunterricht immer auf die Schulter, deshalb machte die Idee für mich sofort Sinn. Es ist eine der Ideen wo man sich erst mal fragt: Gibt es das nicht schon? Die Antwort war nein, und wir haben uns dann dazu entschieden, es einfach selber zu machen. Am Anfang haben wir nicht wirklich daran geglaubt, dass wir es schaffen werden, aber allein der Versuch war so spannend und aufregend, dass wir es einfach nicht lassen konnten.

Metronome gibt es ja schon seit geraumer Zeit. Was hebt Ihr Produkt von der Konkurrenz ab?

Das Besondere ist die Vibration. Alle anderen Metronome funktionieren mit einem Klickgeräusch. Man kann also mit unserem Produkt den Rhythmus fühlen, nicht bloß hören. Das ist viel natürlicher und erlaubt es einem, sich beim Spielen auf seine eigene Musik zu konzentrieren. Außerdem können gleich mehrere Soundbrenner Pulse synchronisiert werden, sodass eine ganze Band Rhythmus einfacher zusammen üben kann.

Wo lagen die Hürden oder Stolpersteine bei der Entwicklung?

Es ist unheimlich schwierig, ein Hardware Unternehmen zu entwickeln, da es so viele verschiedene Bereiche in verschiedenen Industrien gibt, die man meistern muss.

Eine kurze Liste: Mobile Apps, Backend, Elektrotechnik, Firmware, Produktdesign, Supply Chain Management, Herstellung in China, E-Commerce, Logistik, Handel und Distribution, weltweite Zertifizierungen, Marketing, Customer Support und vieles mehr.

Man braucht jeden einzelnen Baustein, um ein fertiges Produkt ausliefern zu können. Ich würde sagen diese Vielfalt und so viele Dinge in so kurzer Zeit zu lernen, waren die größte Herausforderungen.

Wie sahen die ersten Erfolge aus?

Wir haben uns am Anfang allein auf Prototyping und Produktkonzipierung fokussiert. Alles andere haben wir bewusst ignoriert. Das heißt, die ersten Monate haben wir verschiedene Geräte zusammengelötet. Der Mitbewohner von Julian war Schneider, er hat uns das Textil für die Bänder genäht. Das ganze haben wir dann mit etwa 100 Musikern ausprobiert, so lange bis wir konstant gutes Feedback bekamen. So sind viele der besten Ideen entstanden.

Dann wussten wir: Okay, so sieht das perfekte Produkt aus, jetzt müssen wir die äußere Hülle designen und die Elektronik in ein kleines Format bekommen, dann sind wir bereit, uns aufs Crowdfunding vorzubereiten. Auf "Indiegogo" haben wir neun Monate später dann mit unserem Konzept einen Umsatz von rund 250.000 US-Dollar mit Vorbestellungen generieren können.

Welches der Jury-Mitglieder hätten Sie in der "Höhle der Löwen" am liebsten als Investor und warum? 

Im Vorfeld der Sendung haben wir uns auf Judith Williams vorbereitet, die selbst Gesang studiert hat und somit unseren Markt versteht. Auch Frank Thelen wäre ein geeigneter Investor, da er sich gut mit Software auskennt, die einen großen und wichtigen Teil unseres Geschäftsmodells darstellt.


rös

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