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Test

Das sagen Tattoo-Experten: Wie gut ist die Salbe aus "Die Höhle der Löwen"?

Eine vegane Tattoo-Salbe, die frei von Tierversuchen ist und die Farbe zum Strahlen bringt: Das verspricht das Team "TattooMed" in "Die Höhle der Löwen". Wir haben den Praxistest gemacht und unter anderem mit einem Dermatologen gesprochen. Das Ergebnis? Durchwachsen.

TattooMed aus "Die Höhle der Löwen" im Test

Ist "TattooMed" aus "Die Höhle der Löwen" die perfekte Pflege für Tätowierungen? Wir haben den Test gemacht.

Mit "TattooMed" haben die Gründer Jenny Fischer und Janusz Hermann eine vegane Pflegeserie auf den Markt gebracht. Die Produktpalette ist groß, die Intention der Gründer klar: Wer Tattoos unter der Haut trägt, soll mit den Produkten der Serie in allen Lebenslagen perfekt begleitet werden. Die Serie umfasst eine Pflegesalbe für frisch gestochene Tattoos, ein mildes Reinigungsgel und eine Creme, die langfristig vor dem Verblassen der Farben schützen soll.

Was aber kann die Pflegeserie aus "Die Höhle der Löwen" wirklich leisten? Wir durften die Produkte vorab testen, haben mit einem Dermatologen gesprochen und die Salbe auf eine frische Tätowierung aufgetragen. Leicht hatten es die Cremes dabei nicht. Während unsere Testerin vor allem auf die Kaufempfehlung ihrer Tätowiererin vertraut, sehen Hautärzte Tattoos von Natur aus eher kritisch. Auch dass ausschließlich vegane Inhaltsstoffe verwendet wurden, konnte unsere Tester nicht überzeugen. Für Veganer dürfte dieses Kaufargument aber ziehen.

 Der erste Eindruck?

Ich dachte mir nur: Warum eigentlich nicht? In der Vergangenheit habe ich frische Tattoos mit Bepanthen- eingecremt, bis sie verheilt waren und sie ab und zu mit pH-hautneutraler Seife gereinigt. In den letzten Jahren ist mir jedoch aufgefallen, dass immer mehr Tätowierer spezielle Pflegeprodukte empfehlen. Ich verwende zum Beispiel die Tattoo-Creme Pegasus, allerdings nur für frisch gestochene Tattoos. Neugierig bin ich allemal.

Die Produkte im Test

Ich finde es gut, dass das Reinigungsgel pH-hautneutral ist. Das ist mir wichtig. Nur schade, dass die Hersteller in der Rezeptur Parfüm verwendet haben. Ob das ein Problem ist? Das kann ich nicht beurteilen. Sie werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Nötig wäre es aus meiner Sicht nicht gewesen. Immerhin fühlt sich das Reinigungsgel auf der Haut schön angenehm an.

Die Daily Care finde ich ziemlich überflüssig. Laut Hersteller soll sie farbaktivierend wirken, aber das glaube ich nicht. Auf der Haut riecht die Creme angenehm, für meinen Geschmack aber etwas zu sehr nach Männerpflege. Sie erinnert mich irgendwie an dieses Axe-Deo. Außerdem klebt sie leicht. Ich würde sie daher nicht verwenden. Eine schlichte Body-Lotion sollte es auch tun. Wer Wert auf UV-Schutz legt, um das Tattoo vor dem Verblassen zu schützen, kann meiner Meinung nach auch eine pflegende Sonnencreme verwenden.

"TattooMed" im Praxischeck: Wir tragen die Salbe "After Tattoo" auf ein frisch gestochenes Tattoo auf. Der Geruch der Salbe ist neutral, das Hautgefühl gut. "Allerdings zieht sie ziemlich langsam ein", findet Testerin Lena Schmidt.

"TattooMed" im Praxischeck: Wir tragen die Salbe "After Tattoo" auf ein frisch gestochenes Tattoo auf. Der Geruch der Salbe ist neutral, das Hautgefühl gut. "Allerdings zieht sie ziemlich langsam ein", findet Testerin Lena Schmidt.


Die Creme für frisch gestochene Tattoos (After Tattoo) macht mich neugierig. Bislang habe ich zur Pflege ausschließlich Bepanthen oder Pegasus verwendet. Positiv ist, dass sie laut Verpackungsangabe ohne Parfüm auskommt. Allerdings zieht sie ziemlich langsam ein. Der Geruch ist neutral. Auf dieses Produkt umsteigen werde ich in Zukunft wohl aber trotzdem nicht, sondern weiterhin das verwenden, was mir mein empfiehlt.

Das Fazit

Die Pflegeserie ist sicher gut, auch wenn sie für mich nicht das Richtige ist. Toll, dass die Produkte offenbar ohne entwickelt wurden. Den veganen Ansatz finde ich schön, er stellt für mich aber kein Kaufargument dar. Meines Wissens nach gibt es auch schon andere vegane Pflege-Cremes, die beispielsweise ohne Wollwachs auskommen. Hinzu kommt der Preis: 12,95 Euro für eine Tube mit 100 Millilitern finde ich ganz schön teuer.

Der erste Eindruck?

Zunächst einmal: Als Dermatologe bin ich aus medizinischen Gründen kein wirklicher Tattoo-Freund. Dagegen anreden lohnt sich aber nicht, man kann nicht gegen einen ganzen Lifestyle-Bereich argumentieren. Für uns Ärzte bedeutet das: Wir müssen uns damit arrangieren und das Beste daraus machen. Ich rate daher, auf offiziell zugelassene Farben zu achten, sich ein ordentliches Tattoo-Studio rauszusuchen und lieber auf rote oder schwarze Farben zu setzen. Die lassen sich leichter mithilfe eines Lasers entfernen, wenn das Tattoo eines Tages nicht mehr gefallen sollte. Nach dem Stechen ist eine gute Pflege und Hygiene wichtig, damit sich die Wunde nicht entzündet.

So schneiden die Produkte ab

Über den Sinn solcher Pflegeprodukte lässt sich natürlich grundsätzlich streiten. Meiner Meinung nach ist das wie mit Anti-Falten-Cremes: Der Glaube versetzt Berge. Aber gegen eine gute Salbengrundlage ist erst einmal nichts einzuwenden. Je kürzer die Liste der Inhaltsstoffe, desto besser, weil dann das Risiko einer Sensibilisierung sinkt. Idealerweise ist die Salbe frei von Parfüm und Konservierungsstoffen.

Nur weil die Produkte vegan sind, sagt das gar nichts über die Verträglichkeit aus. Ich rate, neue Produkte immer in der Ellenbeuge zu testen und zwei Tage abzuwarten. Allergische Reaktionen treten erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auf.

"TattooMed" aus die "Die Höhle der Löwen"

Die Produktpalette von "TattooMed" umfasst eine Salbe für frisch gestochene Tattoos, eine Pflegecreme für ältere Tätowierungen und ein Reinigungsgel


Dem Reinigungsgel stehe ich skeptisch gegenüber. Reinigen würde ich ein frisch gestochenes Tattoo nicht. Wasser reicht da meiner Meinung nach aus. Neigt das Tattoo dazu, sich zu entzünden, empfehle ich eine jodhaltige oder eine leichte antibiotische Salbe. Sonst ist eine Pflegesalbe vollkommen ausreichend.

Das Fazit

Pflanzlich ist nicht automatisch gut, gesünder oder verträglicher. Auch über die Wirkung der Produkte sagt der Zusatz "vegan" nichts aus. Meiner Meinung nach ist das gutes Marketing, ein Werbe-Gag. Frisch tatöwierte Haut braucht eine Pflege, die geschmeidig rückfettet, aber nicht verklebt. Bepanthen eignet sich für diesen Zweck sehr gut oder vom Hautarzt zum Beispiel Unguentum leniens.


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