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17. Mai 2009, 22:34 Uhr
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Sparen beim Fahren

Es ist erstaunlich einfach. Mit ein paar simplen Tricks kann jeder seinen Spritverbrauch senken. Unsere Autorin kam auf Anhieb mit 20 Prozent weniger aus - und schneller war sie auch noch. Von Stéphanie Souron

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stern-Mitarbeiterin Stéphanie Souron auf Testfahrt: Unter Anleitung eines Trainers wurde sie zur Sparmeisterin© Knut Gärtner

Der Ausflug in die Lüneburger Heide dauert nur eine Viertelstunde. Er führt durch verkehrsberuhigte Zonen, über Landstraßen und durch kleine Dörfer mit reetgedeckten Häusern. Die Landschaft ist norddeutsch flach, nur manchmal erhebt sich ein sanfter Hügel. Ich sitze am Steuer eines Mittelklassewagens und fahre wie immer: bei 50 km/h im dritten Gang, ab 60 km/h im vierten. Den fünften nehme ich ab 90 km/h. Und weil dieser Wagen sogar einen sechsten Gang hat, benutze ich auch den.

Den Motor an der Ampel aufheulen zu lassen ist nicht meine Art. Alles in allem finde ich meine Fahrweise unauffällig und sparsam. Dennoch kommen wir zügig voran. Nach 15 Minuten endet die Fahrt dort, wo sie begonnen hat: auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums des ADAC in Lüneburg. "Na ja, nicht schlecht", sagt Gerd Schulz und zieht die Augenbrauen hoch. "Aber das kriegen wir noch besser hin."

Schulz, 45, ist mein Fahrlehrer bei diesem Spritsparkurs. Er soll mir zeigen, wie sich meine Fahrweise so verändern lässt, dass weniger Benzin verbraucht wird. Der Kursus dauert zweimal 15 Minuten, mit einer kleinen Theorieeinheit dazwischen. Ein Computer zeichnet während der Fahrt Geschwindigkeit, Spritverbrauch, Drehzahl und CO2-Ausstoß auf. "Und danach üben Sie das bitte auch im Alltag", sagt Schulz.

Der vierte oder fünfte für die Stadt

Denn er findet, dass ich oft einen zu niedrigen Gang einlege. "Als Faustregel gilt: bei 30 km/h im dritten, bei 40 km/h im vierten, bei 50 km/h im fünften Gang." Absaufen wie früher würden die modernen Motoren längst nicht mehr. Je niedriger die Drehzahl, desto weniger Benzin wird verbraucht. "Der optimale Gang für die Stadt ist der vierte oder der fünfte", sagt Schulz.

Im Grunde ähnelt spritsparendes Autofahren der Fortbewegung auf dem Fahrrad. Weil sich jeder Tritt dort unmittelbar in den Beinen bemerkbar macht, versuchen kluge Radler von jeher, möglichst kräftesparend vorwärtszukommen: Sie pumpen ihre Reifen ausreichend auf, schalten früh, und wenn es bergab geht, lassen sie das Rad einfach rollen. "Das gilt auch für Autos", sagt Schulz. "Den Schwung nutzen und gleiten. Und möglichst wenig bremsen, denn dabei wird Energie verschwendet."

Klingt alles logisch, nun folgt der Praxistest. Auf der zweiten Fahrt gilt es, das eben Gelernte anzuwenden. Schulz gibt die Gänge im Stakkato vor: "Erster, zweiter, vierter." Das Überspringen eines Ganges ist ungewohnt. "So sind wir aber rascher und länger im höheren Gang", sagt der Fahrlehrer. "Und da vorn ist eine Tempo-30-Zone. Sie können jetzt schon runter vom Gas und es rollen lassen." Das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung ist noch etwa 100 Meter entfernt, ich hätte ihm noch keine Aufmerksamkeit geschenkt. Doch auch vorausschauendes Fahren gehört zu den Inhalten, die man im Spritsparkurs lernt.

Sparsamer und schneller

Diese kleinen Tricks zeigen ihre größte Wirkung im Stadtverkehr. Auf der Autobahn hingegen kann nur Sprit sparen, wer insgesamt langsamer fährt oder den Abstand zum Vordermann vergrößert, um unnötiges Bremsen durch zu dichtes Auffahren zu vermeiden.

Den Kurs buchen vor allem Firmen für ihre Außendienstmitarbeiter. "Wenn man bei 40.000 Kilometern im Jahr zehn Prozent Sprit sparen kann, macht das rund 400 Euro aus", rechnet Schulz vor.

Das viele Schalten ist zwar lästig, macht sich aber dank geringerer Drehzahl bezahlt: Nach Auswertung der Computerdaten habe ich fast 20 Prozent weniger verbraucht. Hochgerechnet auf 100 Kilometer betrug mein Durchschnittsverbrauch auf der ersten Fahrt 6,8 Liter, bei der zweiten nur noch 5,58. Außerdem habe ich laut Computerprotokoll 400 Gramm CO2 weniger in die Luft geblasen. Schon nicht schlecht. Aber das Beste ist: Schneller waren wir auch - auf der rund zwölf Kilometer langen Strecke habe ich eine Minute gewonnen.

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Ausgabe 19/2009

Tipps zum Spritsparen Regelmäßig Reifen aufpumpen Zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und damit den Benzinverbrauch. Deshalb sollte der Reifen immer ausreichend aufgepumpt sein. Im Handbuch für das Fahrzeug stehen zwei Angaben zum Reifendruck: eine Angabe für den "Normalbetrieb" (leicht beladen) und eine für das voll beladene Fahrzeug. Erhöhen Sie den für den jeweiligen Betriebszustand angegebenen Wert um 0,2 bar. Ballast abwerfen Jede zusätzliche Konstruktion auf dem Auto erhöht den Luftwiderstand! Deshalb alle Gepäckträger am besten sofort nach dem Gebrauch wieder abmontieren. Außerdem regelmäßig den Kofferraum entrümpeln, um Gewicht zu sparen. Nicht lange im Leerlauf trödeln Erledigen Sie vor dem Starten des Motors alle Kleinigkeiten wie Anschnallen, Einstellen der Sitzposition, Einrichten der Spiegel. Wenn Sie nach dem Anlassen sofort losfahren, sparen Sie Sprit und schonen außerdem den Motor. Früh hochschalten Im Gegensatz zu älteren Modellen lassen sich moderne Autos deutlich niedertouriger fahren, ohne dass die Leistung sinkt. Im Fahrzeugschein steht, bei welcher Drehzahl der Motor sein maximales Drehmoment erreicht. Spätestens dann sollten Sie hochschalten. Abstand halten Bei jedem Bremsen verpufft Energie! Daher ausreichend Abstand zum Vordermann halten. Verlangsamt er seine Fahrt, muss man so nicht gleich in die Bremsen steigen. Kurzstreckenfahrten vermeiden Jeder Start mit einem kalten Motor kostet überdurchschnittlich viel Energie. Deshalb lieber mehrere Besorgungen zusammenlegen und Wegeketten bilden. Vorausschauend fahren Ampeln oder Geschwindigkeitsbegrenzungen früh einplanen: Beschleunigen Sie nicht bis kurz vor einer roten Ampel, um dann heftig abzubremsen. Strom sparen Nicht benötigte Geräte wie Klimaanlage, Gebläse, Heckscheibenheizung immer gleich abschalten. Quelle: ADAC, Innenministerium Baden-Württemberg

Von Stéphanie Souron
KOMMENTARE (10 von 24)
 
trapperjohn (18.05.2009, 08:07 Uhr)
50 im 5.Gang
Deswegen habe gerade meinen 08 Passat V6 verkauft.Das hat der naemlich gemacht.280 PS und total lahmar...g.
Die Automatik hat ein fach nicht runtergeschaltet.Ging mir voellig auf die Nerven.Habe jetzt den 09 CC.Gleicher Motor und PS und die Automatik ist in Ordnung.Die haben in Wolfsburg wohl nicht gewusst,dass
Leute die sich 28oPS kaufen nicht unbedingt Sprit sparen wollen.
Die Autorin dieses Artikels faehrt den Wagen ja nicht,sondern bewegt ihn nur von A nach B.
Krysh (18.05.2009, 07:12 Uhr)
Seit 40 Jahren...
Seit geschätzen, zumindest aber gefühlten 40 Jahren bemühen sich Experten und Medien darum, dem Autofahrer das Spritsparen beizubringen.
Ofennbar erfolglos, wie dieser Artikel beweist.
Der Autofahrer an sich scheint zu dämlich, sich zwei oder drei einfache Tipps zu merken.
Vielleicht verstehen viele auch eine bizarre Floskel wie "Vorausschauendes Fahren" einfach nicht.
Das sollte man dann vielleicht in Zukunft zum Anlass nehmen, den Geisteszustand und die damit verbundene "Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges" zu überprüfen.
Denn da scheint erheblicher Handlungsbedarf zu bestehen.
Mir fallen spontan die Ignoranten ein, die mit 30 km/h und mehr durch Verkehrsberuhigte Bereiche (allein dieser Begriff scheint vielen unbekannt!) rasen.
Dort geht es zwar nicht um Sprit, sondern nur um Menschenleben, die geistige Qualität der Fahrer(innen) scheint genauso mangelhaft zu sein, wie bei neu angelernten Spritsparern , die sich verblüfft zeigen, wenn sie erfahren, dass sich durch Senken der Geschwindigkeit und Reduzierung der Motordrehzahl Kraftstoff sparen lässt...!
dutchinmex (18.05.2009, 06:25 Uhr)
20% auf Anhieb?!
Hat diese Dame vielleicht zwischen den Testfahrten das Loch im Tank zugemacht? Oder hat sie zuvor immer alles im 1. Gang gefahren?
hevosenkuva (18.05.2009, 00:27 Uhr)
Viele fahren lieber "sportlich"
wobei ich mich frage, wo der "Sport" stecken soll, wenn man im Sessel sitzt und maximal den Gasfuß anstrengt...
@-Peter-: das Beste ist, volle Pulle auf die Ampel zufahren, erst im letzten Moment bremsen, um dann zur nächsten Ampel brettern zu können.
Seh ich täglich überall :o)
tobix (17.05.2009, 21:42 Uhr)
Eigentlich nix neues, aber...
Die Tipps hört man einerseits schon ewig, die werden ständig wiederholt. Von daher könnte man sagen, der Artikel ist nutzlos. Erschreckenderweise gibt es aber trotdem noch viele Leute, die mit 50 km/h und absolut freier Fahrt im 3. Gang fahren. Es kommt also nicht überall an - man sollte ja fast schon über ein verpflichtendes Spar-Training nachdenken!
staubsauger1234 (17.05.2009, 11:48 Uhr)
schöne Tips
aber leider völlig realitätsfern, zumindest wenn man nicht auf dem ADAC-Übungsplatz fährt, sonder in einer größeren Stadt (in meinem Fall Frankfurt): Vorrausschauendes fahren? Dank idiotischer Ampelscahltung niemals möglich man steht garantiert an jeder Ampel. Zaghaftes Anfahren (1. 2. 4. Gang) Kommen bei den stroboskopartigen Grünphasen maximal 3 Autos über die Ampel, die Mitverkehrsteilnehmer werden es danken. Tempo 90-100 auf der Autobahn? Da stehen einem selbst die LKWs im Kofferaum. Sicherheitsabstand (Geschw. wie oben ca 50m) Lichthupe von hinten Überholer insbesondere LKW (wohlgemerkt mit 100 auf der rechten Spur) scheren dermaßen früh ein, daß man nur durch bremsen wieder einen sinnvollen Abstand von mehr als 5m hat
faustjucken_de (17.05.2009, 10:30 Uhr)
50 im Fünftem?
50 im Fünftem? Da macht mein Wagen einen Salto vorwärst. Aber ich werde es gleich mal ausprobieren
faustjucken_de (17.05.2009, 10:29 Uhr)
@Aurum
60 Cent?
In welchem Land? Höchsten im Iran oder Saudi-Arabien.
Also schön einen Gang zurück schalten und nicht immer die üblichen Empörungsmechanismen ausfahren.
Sparen hat noch nie jemandem geschadet.
faustjucken.de
Aurum (17.05.2009, 00:38 Uhr)
Gequirlte Scheiße!
Da kann gespart werden wie man will, der "Staat" kasiert den Großteil! Modernes Raubrittertum, da die Kassen leer sind. Komisch, daß in anderen Staaten der Benzinpreis bei ca. 60 Cent liegt.. Nicht sparen, sondern diese korrupte Regierung stürzen, welche das Volk ausnimmt wie es noch nicht dagewesen ist!
Knuffiman (17.05.2009, 00:18 Uhr)
Metaphysik
genau so ist es. opel commodore a coupe,bj. 72 2,5 l, 6 zyl. 9 l/1oo km und touran bj.07, 1,9 TDI 8 l/1oo km. echt ausgelitert und nicht von der anzeige abgelesen. die lässt sich nämlich verbrauchsfreundlich justieren.
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