Doch nicht nur die Gesundheitsrisiken, auch die - streng messbare - Qualität ist umstritten.
"Energiesparlampen - das Ende einer Erfolgsgeschichte" titelte die Zeitschrift Ökotest im September vergangenen Jahres. Jede vierte der 16 getesteten Lampen wurde mit "ungenügend" bewertet. Die Öko-Lampen würden viel weniger Energie sparen, als die Hersteller behaupten. Sie würden Elektrosmog verursachen und schnell kaputt gehen. Fazit: "Energiesparlampen sind kein wirklicher Fortschritt und keine echte Alternative."
Doch die Stunde der großen Verbote ist auch die Chance für neue Ideen. Lichtdesigner Maurer will nicht abwarten, bis alle Glühlampen aus den Regalen verschwunden sind. "Die Designer sind jetzt gefordert, um die Vielfalt zu erhalten", sagt sein Mitarbeiter Thomas Happel. Das Unternehmen entwickelte deshalb den Prototyp einer Glühbirne in traditioneller Form und mit ähnlicher Qualität. Für den Laien sieht sie aus wie eine normale Glühlampe. Nur steckt statt des Glühdrahtes eine LED im Gewinde. Die Produktion soll demnächst anlaufen.
Solange solche Alternativen nicht vorhanden sind, profitiert der Handel von den Brüsseler Verboten. Das Öko-Diktat wirkt wie ein kleines Konjunkturprogramm für deutsche Baumärkte, wo Kunden häufig Lampen kaufen. Die Kette Praktiker setzte im ersten Halbjahr rund 180 Prozent mehr 100-Watt-Glühbirnen ab. "Munter und mit großem Elan" würden die Kunden einkaufen, berichtet Sprecher Harald Günter. "Wir haben reichlich geordert und sind gut bestückt." Hintergrund der Horterei sind Planungen zu einem - juristisch umstrittenen - Kaufmanns-Coup. "Wenn sich herausstellt, dass nur Herstellung und Einfuhr verboten sind und nicht der Abverkauf bereits produzierter Glühbirnen, werden wir auch nach dem 1. September noch 100-Watt-Glühlampen verkaufen " sagt Günter. Für wie lange die Lager reichen, will er nicht verraten.
Haben die Baumärkte zufällig ein extrem gutes Exemplar im Regal, könnten Glühlampen noch generationenlang in Deutschland brennen. So leuchtet in einem Feuerwehrgebäude im kalifornischen Livermore bereits seit 1901 eine mundgeblasene 4-Watt-Lampe über den Einsatzfahrzeugen. Sie brennt Tag und Nacht und hat ihren Dienst außer bei Stromausfällen und Umzügen noch nicht aufgegeben. Die Webcam, die seit Jahren Wache hält, gab ihren Dienst dagegen schon nach drei Jahren auf.