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19. Dezember 2008, 15:44 Uhr

LBB-Affäre war nur ein Stollendiebstahl

Als die Kreditkarten-Daten der Landesbank Berlin auf einem Redaktions-Schreibtisch der "Frankfurter Rundschau" lagen, schien die Enthüllungsgeschichte perfekt. Doch wie sich nun herausstellte, sollte der Redaktion lediglich ein Weihnachtsstollen geschickt werden. Kuriere hatten das Gebäck gestohlen und ihre Tat ausgerechnet durch den Austausch mit einer Sendung voller sensibler Daten getarnt.

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Nicht zu glauben, aber wahr: Auch Weihnachtsstollen können einen Datenskandal auslösen© Norbert Millauer/DDP

Kaum zu glauben, aber wohl wahr: Der Skandal um verlorene Kreditkartendaten bei der Landesbank Berlin (LBB) ist auf einen gestohlenen Weihnachtsstollen zurückzuführen. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag mitteilte, öffneten zwei Angestellte eines Kurierdienstes in Mainz ein entsprechendes Paket und tauschten es mit einem anderen aus, um ihre Tat zu vertuschen. Darin befanden sich ausgerechnet die Mikrofilme mit Kreditkarten-Daten.

Es war der Kuchen, der an die Redaktion der "Frankfurter Rundschau" gerichtet war. Dort trafen am vergangenen Freitag stattdessen die sensiblen Daten mit Tausenden Kreditkartenabrechnungen ein. Die Kundendaten waren auf dem Weg von der Archivierungsfirma Atos Worldline zur LBB.

Die beiden Männer im Alter von 27 und 35 Jahren versandten fünf Pakete tatsächlich an die LBB nach Berlin. Das sechste versahen sie mit dem Etikett des zerstörten Paketes, aus dem der Stollen stammte, erklärte Staatsanwältin Doris-Möller Scheu. Die beiden Kurierfahrer haben laut Scheu die Tat gestanden. "Der Fall konnte dank des engagierten und personalintensiven Einsatzes des zuständigen Fachkommissariats schnell geklärt werden, das noch nie mit so großem Personalaufwand den Diebstahl eines Weihnachtsstollens zu ermitteln hatte."

Nach Angaben von Ermittlern handelt es sich bei der Meldung nicht um einen Scherz. Der Skandal um die verlorenen Daten der LBB entfachte am vergangenen Wochenende eine neue Debatte über die Sicherheit von Kundendaten in deutschen Firmen. Betroffen waren nicht nur Daten der Bank, sondern auch von Partnern wie dem Automobilclub ADAC oder dem Buchhändler Amazon.

AP
 
 
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