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13. Oktober 2008, 16:56 Uhr
Finanzkrise

Wie Kleinanleger ihr Geld verloren

Tausende Kleinanleger wollten ihr Erspartes für sicher anlegen und vertrauten dafür Zertifikaten von Lehman und anderen Krisenbanken. Dieses Geld ist jetzt futsch. Das Risiko kannten die meisten Anleger gar nicht. Den Banken droht deshalb eine Klagewelle - und den Kleinanlegern eine düstere Zukunft. Von Karin Spitra

© Volkmar Schulz/Keystone

Er möge sich doch bitte in Geduld fassen - das war der Rat, den Citibank-Kunde Manfred E.* (Name geändert) in einem Brief seiner Bank bekam. Doch da konnte er schon lange nicht mehr ruhig schlafen. Der Grund: Auf Anraten seines Beraters hatte Manfred E. 27.000 Euro - seine gesamten Ersparnisse - in Zertifikate der mittlerweile bankrotten Bank Lehman Brothers gesteckt. Zwar hatte E. in allen Beratungsgesprächen immer darauf hingewiesen, dass er keineswegs eine riskante Anlage wünsche - doch im guten Glauben auf die Kompetenz des Beraters investierte er dennoch. Wie riskant seine Anlage eigentlich sei, wurde ihm gar nicht mitgeteilt. Jetzt ist Lehman Brothers pleite und Manfred E. hat seinen letzten Notgroschen fürs Alter verloren.

Risiko? Kannten die Anleger nicht "Leider kein Einzelfall," stellt Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg fest. Denn die Experten der Verbraucherzentralen werden gerade bundesweit mit einer Flut von Anfragen verunsicherter Anleger überschüttet. Und die Fälle gleichen sich (siehe auch die nebenstehend anonymisierten Fälle). "Meist geben die Betroffenen an, gar nicht über das Ausmaß und das Risiko ihres Investments informiert worden zu sein", so Schmitz.

So auch Klaus A.* (Name geändert): "Ich habe während des Beratungsgesprächs bei der Sparkasse darauf hingewiesen, dass ich ab 2011 auf dieses Geld (30.000 Euro) angewiesen sein werde, um die Zeit bis zum Renteneintritt finanziell überbrücken zu können. Von möglichen Problemen war bei dieser Anlage im Beratungsgespräch aber keine Rede." Auch Rüdiger F.* (Name geändert) fühlt sich von seiner Bank verraten: "Ich bin seit drei Jahren arbeitslos und habe mit 53 Jahren kaum noch eine Chance, einen vernünftigen Job zu finden. Ich erhalte keinerlei Unterstützungsleistungen. Ich lebe von dem, was ich mir in meinem Berufsleben erarbeitet habe. Aus diesem Grunde habe ich einen Teil meiner Abfindung sicher anlegen wollen. Ich bin kein Selbstmörder. Aber ich bin Laie in Finanzdingen, weshalb ich ja auch zu einer Finanzberatung ging. Der Begriff 'Inhaberschuldverschreibung' und der Hinweis auf fehlende Einlagensicherung wurden nicht erwähnt."

Wenig Hoffnung Jetzt ist Rüdiger F. im Besitz von Zertifikaten der US-Banken Lehman Brothers und J.P. Morgan - und sein Geld wahrscheinlich verloren. Über seine Zukunft macht er sich wenig Illusionen: "Ich werde wohl irgendwann dem Staat auf der Tasche liegen."

Oft geht es gar nicht um Riesensummen: Bei den Verbraucherzentralen werden Verluste zwischen 4000 und mehreren Tausenden Euro gemeldet. Doch für die Betroffenen handelt es sich oft um das ganze Ersparte. Da ist vom Notgroschen fürs Alter bis zum Geld für die Ausbildung der Kinder alles dabei.

Alles richtig gemacht? Wie fatal die Lage dieser Kleinanleger ist, wissen auch die beteiligten Banken. Bei der Citibank heißt es dazu in einer Stellungnahme gegenüber stern.de: "Wir verstehen die Sorge und Verunsicherung der Kunden selbstverständlich sehr gut und setzen alles daran, unsere Kunden über die relevanten Entwicklungen zeitnah und detailliert zu informieren." So wäre gerade Anfang der Woche ein zweiter Rundbrief verschickt worden, um die Kunden über den Stand der Dinge und das weitere Verfahren der Lehman-Brothers-Insolvenz zu informieren. Auch würden die Mitarbeiter in den Filialen und Call Centern immer auf den neuesten Stand der Entwicklung gebracht, damit sie Kunden umfassend beraten und informieren könnten.

Doch was die Berater von Citibank - und auch von Sparkassen, Dresdner und Deutscher Bank - trifft, die ebenso in den Zertifikate-Handel involviert sind, ist der Vorwurf, ein zu riskantes Produkt verkauft zu haben. "Marktbeobachter haben den dramatischen Fall und die Insolvenz von Lehman nicht vorhergesehen. Lehman Zertifikate verfügten über gute Ratings and wurden von einer der angesehensten Banken der Welt garantiert und emittiert, die seit mehr als 158 Jahren erfolgreich am Markt tätig war," rechtfertigt sich die Citibank. Auch wären alle Kunden über die generell bestehenden Risiken bei Wertpapieren vor einer Ordererteilung aufgeklärt worden.

Banken droht Klagewelle Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz schätzt, dass in Deutschland knapp 10.000 Zertifikate-Anleger von der Lehman-Pleite betroffen sind und der Schaden im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegt. Die US-Bank hatte nach Angaben des Deutschen Derivate Verbands (DDV) hier einen Marktanteil von 0,2 Prozent. Größte Herausgeber dieser Zertifikate waren laut DDV Deutsche Bank und Commerzbank mit einem Anteil von knapp 50 Prozent. Doch auch die Citibank und Banken des Sparkassensektors werden von den Betroffenen genannt. Diese Banken dürfen sich warm anziehen: Bundesweit sitzen Anwälte bereits an entsprechenden Klageschriften, auf die Banken rollt eine Prozessflut zu.

Für geprellte Anleger hält Verbraucherschützerin Schmitz dennoch einen Rat bereit: "Alle Opfer sollten sich schleunigst bei einer Verbraucherzentrale zur Beratung melden." Zwar sieht sie wenig Chancen auf eine Sammelklage, denn dazu müsste es jeweils identische Fälle geben. "Aber in einer Beratung kann man schon viel genauer auf den jeweiligen Einzelfall eingehen." Der nächste Schritt sei dann der Gang zum Anwalt. "Dabei macht es durchaus Sinn, sich von uns einen Spezialisten empfehlen zu lassen. Nur wenn ein Anwalt mit einer gewissen Zahl von Fällen im Rücken bei der Bank anklopft, besteht auch die Chance, dass diese einlenkt," so Schmitz. Denn Ziel der geschädigten Bankkunden sollte eine außergerichtliche Einigung mit ihrem Finanzinstitut sein - und da haben viele geeinte Kunden bessere Chancen, als Einzelkämpfer.

Die Bankkunden sind trotzdem meist doppelt getroffen: Zum Verlust des Geldes kommt für sie auch noch der Vertrauensverlust. Meist wurden sie von ihren langjährigen Bankberatern zum Abschluss der - vermeintlich - sicheren Anlage gedrängt. An dem nun eingetretenen Imageverlust werden die Finanzinstitute noch lange zu knabbern haben. Denn so wie unser Leser Detlef F.* (Name geändert) denken auch viele andere: "Bankkaufmann war für mich immer ein anständiger Beruf, Banken der Hort der Sicherheit. Diese Ansichten sind nachhaltig zerstört."

27.000 Euro verloren

"Ich bin noch Kunde der Citibank. Als Selbstständiger habe ich für meine Altersversorgung einen Betrag von 27.000 Euro gespart. Diesen habe ich - nach Aussage des Bankberaters vermeintlich sicher - bei der Citibank angelegt. Er hat mir 100-Prozent-kapitalgeschützte Papiere verkauft mit denen nichts passieren könne.

In Begleitung eines Zeugen habe ich meinen Berater bei jedem Beratungsgespräch alle drei bis vier Monate darauf hingewiesen, dass mit meinen Anlagen nichts passieren darf, weil ich über keine weiteren Geldquellen verfüge (weder Rente noch Sonstiges). Mir wurde immer bestätigt, dass meine Anlagen sehr defensiv seien. Erklärt wurde mir nur, dass man keine Aussage über die Rendite machen könne.

Leider musste ich jetzt feststellen, dass es sich um ein Zertifikat handelt, worüber ich in keinster Weise aufgeklärt wurde – weder mündlich noch durch einen Prospekt.

Von der Bank bekam ich auf Nachfragen bisher nur die Antwort, ich möge mich in Geduld fassen. Meine innere Unruhe können Sie sich vorstellen…"

11.000 Euro weg

"Ich bin einfach nur geschockt. Leider habe auch ich in Lehman-Brothers Zertifikate investiert und nun habe ich heute erfahren, dass meine angelegten 11.000 Euro futsch sind. Ich bin Citigold-Kunde und mein Berater einer Citibank-Filiale am Niederrhein verkaufte mir diese Anlagemöglichkeit.

Bedauerlicherweise bin ich keineswegs ein Risiko-Sparer. In keinem Gespräch fiel das Wort eines möglichen Totalverlusts der Lehman Brothers etc. Unglaublich ist jedoch, dass mein Erspartes zuvor sehr gewinnbringend angelegt war, mir dann jedoch zu einem Wechsel zur Lehman Brothers Group geraten wurde, mit dem Hinweis auf eine gewinnbringendere Anlage, wobei nicht von Risiko gesprochen wurde."

12.500 Euro verloren

"Ich bin bei der Citibank Berlin, der Bank, die auch Rentnern hochriskante Lehman-Zertifikate verkauft hat. Im August dieses Jahres wurde mein Festgeld frei und zur Vermeidung der drohenden Abgeltungssteuer für 2009 wollte ich noch dieses Jahr in Fonds anlegen.

Ich kaufte bei meinem "Bankberater" für 12.500 Euro Anteile an Aktienfonds. Die Produkte an sich sind nicht schlecht und schon gar nicht hochriskant oder unverständlich. Nein, ich bemängele das Timing. In Angesicht einer Sturmflut wird mir noch ein Paddelboot verkauft.

Das Ausmaß der sich aufbauenden globalen Finanzkatastrophe war mir als Kleinanleger überhaupt nicht klar. Diesen Durchblick und entsprechende Warnungen erwarte ich allerdings von meinem Anlageberater, der bei einer der größten Banken auf unserem Planeten angestellt ist und sein Ohr am Markt haben sollte: "Lieber Anleger, im Moment rate ich eher zu Festgeld oder Tagesgeld. In Aktienfonds können Sie immer noch investieren, wenn sich der Sturm verzogen hat." Diese faire Beratung hätte ich mir gewünscht.

Unnötig zu erwähnen, dass unter all den zu unterzeichnenden Papieren auch ein Kästchen angekreuzt war mit dem Vermerk: "Beratung ist nicht erfolgt."

Ich bin 51 Jahre alt und es wird Jahre dauern, bis ich ohne Verluste mein Geld zurückbekomme. Wenn überhaupt. Bankkaufmann war für mich immer ein anständiger Beruf, Banken der Hort der Sicherheit. Diese Ansichten sind nachhaltig zerstört."

23.000 Euro weg

"Auch wir haben durch die Lehman-Pleite 23.000 Euro verloren. Wir sind Kunden der Citibank. Im Mai 2007 bekamen wir eine Einladung zum Beratungsgespräch, unsere Beraterin empfahl uns, die Garantiefonds abzustoßen und in Lehman Zertifikate zu investieren.

Die Anlage wurde uns als sehr sicher verkauft, da wir ein konservatives Risikoprofil hatten und das Geld für die Altersvorsorge gedacht war. Es war nie die Rede davon, dass ein Totalverlust eintreten könnte, eine Woche vor der Insolvenz äußerten wir unsere Bedenken wegen des Kursverfalls und selbst zu diesem Zeitpunkt wurde uns noch versichert: Es kann nichts passieren, im schlimmsten Fall wird Lehman von einer anderen Bank übernommen, für den Kunden ändert sich gar nichts.

Wir werden von der Citibank im Regen stehen gelassen, außer zwei Standardbriefen haben wir nichts mehr gehört, an der Hotline wird man kaltschnäuzig abgewimmelt. Nachdem tausende Anleger betroffen sind, drängt sich schon der Gedanke auf, dass System dahinter steckt."

30.000 Euro verloren

"Nach meiner betriebsbedingten Kündigung habe ich einen Teil meiner Abfindung (30.000 Euro) auf Anraten meines Sparkassenberaters in einem Lehman Brothers Alpha-Zertifikat angelegt. Ich habe während des Beratungsgesprächs darauf hingewiesen, dass ich ab 2011 auf dieses Geld angewiesen sein werde um die Zeit bis zum Renteneintritt finanziell überbrücken zu können. Außerdem gelte ich bei meiner Sparkasse nicht als risikobereiter Anleger. Von möglichen Problemen bei dieser Anlage bzw. gar einem Risiko war im Beratungsgespräch keine Rede. Im ausgehändigten Prospekt steht allerdings im Kleingedruckten ein Hinweis, dass kein Kapitalschutz besteht. Die Sparkasse hat inzwischen ihr Bedauern ausgesprochen, dass es ihr leid tue und dass man vor zwei Jahren ja nicht voraussehen konnte, in welche Schwierigkeiten man mit dieser Anlage geraten könnte. Für meine Sparkasse ist dieser Fall somit erledigt und ich habe schlaflose Nächte..."

100.000 Euro futsch

"Ich habe im Oktober 2007 Lehman Zertifikate Bonus Express Defensiv WKNA0S116 im Wert von 100.000 Euro bei der Citibank in München gekauft. Als relativ vorsichtiger Anleger (der Hauptanteil meines Vermögens steckt in Festgeldanlagen) wurden mir die Zertifikate mit Hauptaugenmerk auf den Schlagwörtern Garantie, Risikobuffer, Defensiv, etc. verkauft.

Bei dem telefonischen Verkaufsgespräch wurde immer wieder die Sicherheit und die Barriere der Anlage erwähnt. Das Risiko der Anlage wurde auf das Thema EuroStoxx50 und eine entsprechende Börsenentwicklung fokussiert. Hätte ich von diesem erheblichen Ausfallsrisiko gewusst, wäre ich ein solches Investment niemals eingegangen. Auch wurde in dem Gespräch nicht erwähnt wie ein Zertifikat eigentlich arbeitet.

Verkaufsslogan war: "Wollen Sie ein Investment bei einer deutschen Bank (zumindest die deutsche Tochter einer internationalen Bank) tätigen mit einem Risikobuffer welcher auf der Entwicklung des EuroStoxx 50 aufgebaut ist und eine Kapitalgarantie hat?" Die Wahrheit lautete: Wollen Sie einer amerikanischen Investmentbank einen Teil Ihres Vermögens als Darlehen geben, ohne Absicherung im Krisenfall?

Wie gesagt, der Hauptanteil meines Vermögens steckt in Festgeldanlagen. Die Produktbroschüre wurde mir erst nach Anfrage übersandt. Damals hatte ich noch uneingeschränktes Vertrauen zu meiner Citibank Beraterin. Ich habe meine Vermögensberaterin im Laufe des Jahres mehrmals schriftlich kontaktiert da Lehman Brothers seit Anfang des Jahres immer wieder mal negative Schlagzeilen hatte. Auf meine Anfrage im März 2008 ob das Lehman Papier noch sicher ist, erhielt ich die Aussage "...die Lehman Brother hatte erst negative Schlagzeilen, die dann aber korrigiert wurden ... es besteht hier kein Handlungsbedarf." Auf eine Anfrage im Juli 2008 mit der Frage warum der Zertifikatpreis dramatisch abgerutscht war, erhielt ich als Antwort den Produktflyer und keinerlei Aussage bezüglich eines Emittentenrisikos (ehrlich gesagt habe ich das Wort zum ersten Mal am 15.9 gehört, dem Tag an dem Lehman Brothers pleite ging).

Als am 10.9. die Lehman Bank schon in entsprechenden Schwierigkeiten war, habe ich meine Vermögensberaterin wieder schriftlich kontaktiert mit der Frage was mit dem Zertifikat passiert wenn die Bank pleite geht. Leider erhielt ich keine Antwort, da sie wohl außer Haus war. Am 15.9 wurde dann die Insolvenz von Lehman Brothers bekanntgegeben.

Ich fühle mich von der Citibank mit dem Investment schlichtweg alleine gelassen. Das einzige was ich bis heute von der Bank bekommen habe ist ein maschinell unterschriebener Musterbrief der an alle Citibank Geschädigten ging mit der Aussage das man nichts weiß und erst mal abwarten muss. Ich habe mich während des Jahres 2008 mehrmals mit der Bank in Verbindung gesetzt, um zu überprüfen ob die Anlage noch sicher ist. Scheinbar habe ich mir mehr Sorgen gemacht als die sogenannten Börsenexperten und Vermögensberater. Für Citigoldkunden wirbt die Citibank mit den Slogans:

"... Bei seiner Bank möchte man sein Geld nicht nur gut aufgehoben wissen, sondern sich auch darauf verlassen können, dass sie stets das Beste aus dem anvertrauten Geld macht. Der Anspruch, Sie in allen finanziellen Angelegenheiten zu beraten und zu unterstützen, ist Grundlage unseres Bankings. Bester Beweis dafür ist die Vielfalt an Finanzprodukten, zu denen wir Sie individuell beraten. Die drei Schritte für eine solide finanzielle Zukunft: 1. Analyse Ihrer finanziellen Ausgangslage und Planung Ihrer Zukunft. 2. Gemeinsame Suche nach den besten Lösungen und passenden Produkten. 3. Regelmäßige Aktualisierung und Anpassung an Ihre Ziele und Wünsche. …."

Ich werfe der Citibank konkret vor: - Risiken des Investments im Verkaufsgespräch geschönt dargestellt zu haben; - ein Investment nach dem Motto "Fire and forget" verkauft zu haben, d.h. keine weitere Betreuung während der Laufzeit (entgegen dem Citigold Motto); - auf mehrmalige Anfrage meinerseits nichts zur Absicherung unternommen zu haben; - dem Abverkauf von Teilen der insolventen Lehman Bank tatenlos zuzusehen. "

Rat und Hilfe für Geschädigte

Ein Infotelefon für Lehman-Geschädigte hat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz unter 0211/669702 eingerichtet. Auch via E-Mail (dagmar.lutter@dsw-info.de) kann hier Rat eingeholt werden.

Neben Internetseiten wie www.lehman-zertifikateschaden, wo sich Betroffene zusammengeschlossen haben und ständig austauschen, finden Geschädigte natürlich auch bei den Verbraucherzentralen eine Anlaufstelle für ihre Probleme.

Aufgrund der großen Nachfrage haben die Verbraucherzentralen ihr Beratungsangebot verstärkt:
Telefonische Beratung gibt es Mo – Do 10 -18 Uhr Tel. 09001-77 54 42 (1,50 €/Min. aus dem dt. Festnetz; höheres Entgelt aus Mobilfunknetzen möglich). Eine persönliche Beratung zu Finanzmarktkrise, Geldanlage und Altersvorsorge geben die einzelnen Beratungsstellen nur nach telefonischer Terminvereinbarung.

Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg findet es besonders wichtig, dass sich betroffene Kleinanleger sammeln und ihre Kräfte bündeln. Ihr Rat für Geschädigte lautet deshalb: - möglichst eine Einzelfallberatung bei einer Verbraucherzentrale anstreben; - sich an einen kompetenten Anwalt wenden; - eine außergerichtliche Einigung anstreben, damit wenigstens ein Teil des Geldes rückerstattet wird.

KOMMENTARE (10 von 38)
 
Graufell (15.10.2008, 17:38 Uhr)
Wirklich Gier?
Gier kann ich nicht erkennen, wenn Oma Müller in ihrer vertrauten Bankfiliale um Informationen bittet, wie sie ihr sauer Erspartes gut anlegt.
Gier erkenne ich nur in den Augen des sogenannten "Bankberaters", der die Unwissenheit einer Rentnerin gnadenlos ausnutzt. Zum Vorteil seiner Bank und zu seinem eigenen Vorteil.
Für die Vermittlung gewisser Produkte wie z.B. Zertifikate gibt es nämlich fette Provisionen.
Die Fälle von Rentnerinnen, die ihr Geld durch Lehman-Zertifikate verloren, gingen ja durch alle Medien.
Und wenn der Bankberater mit treuem Blick erklärt, ihr Geld sei sicher und wirft gute Zinsen ab, dann glaubt Oma Müller das auch. Auch wenn sie weder weiss, was ein Emittent oder ein Zertifikat ist.
Die meisten Leute haben sich bisher in Geldangelegenheiten immer voller Vertrauen an ihre Bank gewandt. Das dürfte erstmal Geschichte sein.
Einige haben hier regelrechte Schadenfreude gezeigt, dass Oma Müller und viele andere ihr Geld verloren haben.
Das sehe ich als Neid der Geldlosen an, die vermutlich keinen Cent auf der Naht haben und gar nicht wissen können, was es heisst, nach Jahrzenten auf ein kleines selbst erarbeitetes Vermögen stolz zu sein.
Ganz gewiss fährt Oma Müller keinen BMW, mit dem sie protzen kann. Sowas Unsinniges wurde hier ja auch geäußert.
Achja, und aus den Fingern gesogen hat sich der stern die "Schicksalsberichte" auch nicht.
Ich bin der Herr mit dem Paddelboot und der Sturmflut in dem Artikel.
te107 (14.10.2008, 11:52 Uhr)
Nachweis der Falschberatung
Bei einer Falschberatung haftet der, der falsch berät und um das nachzuweisen sollte man sich Protokoll der Beratung anfertigen. Eine gute Vorlage gibt es z.B. auf www.forium.de
gmathol (14.10.2008, 01:47 Uhr)
Lehman Brothers haben vor der Pleite 400 Milliarden USD nach Israel ueberwiesen.
Das konnten wir soweit nachverfolgen. Die Ueberweisungen liefen ueber London und Luxemburg.
Fall fuer den Staatsanwalt? Wer ist in Israel dafuer zustaendig?
Aquariakatze (13.10.2008, 20:11 Uhr)
Gier frisst Hirn
So wütend ich auf diese Zocker im Management bin, so sehr hält sich mein Mitleid in Grenzen. Hätten diese Anleger fette Gewinne eingestrichen hätten sie sich niemals über schlechte Beratung beklagt. Stattdessen wollten alle nur Profit machen und abzocken. Gier frisst Hirn, die Anleger waren selbst schuld, denn es wurde immer auch vor Zertifikaten gewarnt. (z. B. in der Brigitte von Helma Sick) Es ist bequem, die Verantwortung abzuschieben, aber das machen ja alle.Die Banken schreien nach dem Staat, die Anleger letztendlich auch. Das einzig Ungerechte ist, dass die großen Zocker nicht bestraft werden und bald schon wieder weitermachen....
wynmuck (13.10.2008, 17:47 Uhr)
Vertrauen muß überall sein
Wenn ich mein Auto zur Werkstatt bringe und die Bremsscheiben wechseln lasse, erwarte ich auch eine erstklassige Qualität der Bremsscheiben. Wenn mir der Mechaniker Bremsscheiben eines Drittanbieters einbaut und die Scheiben beim Bremsen platzen, habe ich auch einen Rechtsanspruch gegen den Mechaniker. So wie beim Auto und bei Anlagen geht man zum Fachmann, um sich beraten zu lassen. Wenn mir der Autoverkäufer einen Maserati aufschwatzen will, sehe ich, was ich bekomme, bei Anlagen sehe ich es nicht.
frank77777 (13.10.2008, 17:04 Uhr)
Sorry, ich halts nicht mehr aus !
Natürlich sind Banker zu 90% korrupt oder größenwahnsinnig, aber kein Mitleid für den sogenannten Kleinanleger. Theoretisch kann selbst eine Staatsanleihe verloren gehen.
Nachdem aber Millionen schon bei einer
Nummer wie mit den Telekomaktien (Volksaktie, ha ,ha) auf die Schnauze gefallen sind, würde ich mir halt überlegen, wenn ich das Geld später wirklich brauche, ob es
risikofreie Anleihen mit 2-stelliger Verzinsung geben kann ?
Nennen wir das Kind beim Namen, das sind in der Regel die Spieser, die auf Teufel komm raus den geleasten 5er BMW halten muss, weil man vor den Nachbarn, beim Kinder abholen in der Kita, mithalten will.
Ergo: Sparbuch, selber gut kochen,
Waldspaziergang, Freundschaften pflegen, guten Rotwein trinken und die Herzattacken der Geldgierigen belächeln.
So long.
ArminFFM (13.10.2008, 14:59 Uhr)
wen Verklagen - und wofür?
Würde mich sehr wundern wenn hier in Zukunft mal Urteile gesprochen werden sollten gegen vermittelnde Institute. Warum auch? Falschberaung? Fehlanzeige. Anbieter pleite. Extremes Pech gehabt.
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Wer weiß, vieleicht macht ja die CoBa oder DeuBa oder wer auch immer auch bald ihre Tore zu.
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Ansonsten gibts gerade in Deutschland wesentlich extremere Fälle der Flachberatung ganz offen gepaart mit Betrugsabsicht - auf Abzocke des Investors ausgelegt. Ich sage nur: Immobilien. Selbst hier wo nachgewiesene!!! Falschberatung im Sinne von Betrug vorhanden ist ziehen sich Prozesse seit Jahren hin, werden kurz vorm Urteile dann Vergleiche geschlossen um ja kein Referenzurteil entstehen zu lassen.
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Wer glaubt das in diesem Falle jemals einer haftbar gemacht werden kann für erlittene Verluste träumt nur seinen Traum.
herrfreitag (13.10.2008, 14:58 Uhr)
man sollte...
wirklich nicht den anlageberatern die schuld in die schuhe schieben,
jeder macht halt nur sein job im system.
derjenige der geld anlegt, trägt auch ein gewisses risiko, nur vergessen viele das bei der ihnen in aussicht gestellten rendite.
da interessiert sich folgerichtig niemand für das finanzgebaren.
es ist die gier der menschen im grossen wie im kleinen.
also nicht jammern.
thats capitalism!!
Medley (13.10.2008, 14:57 Uhr)
Kann eine Bank überhaupt "beraten"?
Klare Antwort: NEIN!!!!
Aufrichtig beraten kann nur derjenige der auch unabhängig vom Ergebnis der Beratung ist. Wer hingegen aber Verkaufs- bzw. Provisionsinteressen hat, der kann nie unabhängig in der Führung in seiner Beratung sein, denn er wird den zu Beratenden immer auf den Weg lenken, der zum Vorteil für seine eigenen Verkaufs- bzw. Provisionsinteressen ist. Ein "Beratungs"-gespräch bei einer Bank ist deshalb auch bestenfalls immer nur ein kompetentes Verkaufsgespräch, und ob dieser Tatsache sollte man dem Bank"berater", pardon, Bankproduktverkäufer auch nie vollständig trauen und immer kritisch hinterfragen, was er einem andient.
insLot (13.10.2008, 14:40 Uhr)
Logische Konsequenz
Den Verbrauchern wird das Recht gegen ihre Berater zu klagen genommen, Problem gelöst!
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Denn nichts hat so hohe Priorität wie die Rettung privater Banken!
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