10. Juli 2007, 15:34 Uhr

Die teure Integration

Die Integration von Ausländern ist der Politik so wichtig, dass Kanzlerin Merkel zum Gifpel lädt. Hauptanliegen: Das Erlernen der deutschen Sprache. Doch für sprachhungrige Ausländer wird das relativ teuer. Von Ulrike Wirtz

Eine Türkin im Sprachunterricht: "Deutschkurse sind keine Sicherung der Einnahmen"©

Angela Merkel lädt zum zweiten Integrationsgipfel ein. Dort will die Bundeskanzlerin diskutieren, wie unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen zur Integration von Migranten beitragen können. Ein Nationaler Integrationsplan liegt bereits vor, erarbeitet bei Gipfel Nr. 1 dieser Reihe im vergangenen Oktober. Ein Kernanliegen: "Von Anfang an die deutsche Sprache fördern".

Der Bundesrat hat schon gehandelt. Er hat dem Gesetz zur Änderung des Zuwanderungsrechts zugestimmt und damit elf asyl- und ausländerrechtliche EU-Richtlinien in deutsches Recht umgesetzt. "Integration fördern" heißt auch hier die Devise. Das neue Recht verlangt unter anderem, dass Ehegatten beim Familiennachzug mindestens 18 Jahre alt sein müssen und einfache Deutsch-Kenntnisse nachzuweisen haben. Beides soll Schein- und Zwangsehen vermeiden helfen. Und wenigstens rudimentäre Fähigkeiten in Deutsch sollen bewirken, sich hier besser zurechtzufinden.

Deutschkurse sind keine Werbungskosten

Doch für die integrationswilligen Ausländer ist der Erwerb der deutschen Sprache eine teure Angelegenheit: Der Bundesfinanzhof (BFH), Deutschlands höchstes Steuergericht stellt nun klar, dass der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse eine reine Privatsache sei. Im Rechtsstreit ging es um ein Ehepaar aus Rheinland Pfalz - er Deutscher, sie Thailänderin und miteinander verheiratet seit 2001. Im gleichen Jahr absolvierte sie bei der Kreisvolkshochschule drei Sprachkurse "Deutsch als Fremdsprache - Intensiv I bis III". Kurskosten rund 750 Euro. Das Paar machte die Ausgabe in seiner Steuererklärung geltend. Das Finanzamt versagte den Abzug.

Die Eheleute zogen vor Gericht und bekamen beim Finanzgericht Rheinland Pfalz (FG) in der ersten Instanz Recht. Das FG sah die Deutsch-Kurse der Thailänderin als Werbungskosten und damit als steuerlich relevant an. Bei der Bildungsmaßnahme handele es sich sogar um eine voll absetzbare Erstausbildung, da die Ausländerin in ihrer Heimat nicht gearbeitet habe und hier mit ausreichenden Deutsch-Kenntnissen besser eine Lehrstelle finden könne.

Kostengünstige Integrationskurse

Der BFH dagegen sieht in den Kurskosten keine Ausgaben zur "Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen" und damit keine Werbungskosten. Das begründen die Richter vom VI. BFH-Senat mit dem erheblichen privaten Nutzen aus den neuen Fähigkeiten. Schließlich verwende die Klägerin die erworbenen Grundkenntnisse der deutschen Sprache gerade auch in der Kommunikation mit dem Kläger und notwendigerweise im täglichen Leben. Hinter so viel privatem Nutzen tritt der Effekt für die Arbeit zurück, so der BFH (Aktenzeichen VI R 14/04).

Das Gericht teilte gerade auch nicht die Auffassung der Richterkollegen aus der ersten Instanz, dass es sich bei der hier erlernten deutschen Sprache um eine aus beruflichen Gründen erlernte Fremdsprache handle. Solche Fremdsprachen würden üblicherweise gerade nicht im privaten Umfeld eines Steuerpflichtigen gesprochen. Vielmehr "gewährleisten die in den Deutsch-Kursen erworbenen Sprachkenntnisse die soziale Integration der Klägerin im privaten Alltag", sagt der BFH.

Andererseits bietet Deutschland seit 2005 spezielle, relativ kostengünstige Integrationskurse an. Diese umfassen 630 Unterrichtsstunden, von denen allein 600 dem Deutsch-Unterricht gewidmet sind. Kurskosten pro Stunde: ein Euro, also 630 Euro insgesamt. Werktätige fangen die 630 Euro steuerlich mit ihrer Werbungskostenpauschale ab. Das setzt jedoch voraus, dass ein Ausländer bereits als Arbeitnehmer integriert ist.

 
 
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KOMMENTARE (9 von 9)
 
icke10115 (14.07.2007, 10:04 Uhr)
Dieter
Du zahlst doch keine Steuern. Kannst du dich erinnern, du hast mich in der Müllerstraße mit einem NPD Flyer angesprochen. Auf meine Frage nach deinem Job hattest du mir doch gesagt das du Langzeitarbeitsloser bist.
Dabei dachte ich gestern das du ein interessierter Mensch bist. Deine Beiträge sind ja unter aller Sau.
Werde erwachsen, such dir einen Job und eine neue Frau als Ersatz für die, die mit dem Türken abgehauen ist (Vorher Jogginganzug ausziehen und selber mit seife waschen). Dann wirst du viel ausgeglichener sein und nicht die Türken für dein verpfuschtes Leben verantwortlich machen.
Dieter37 (13.07.2007, 17:46 Uhr)
@humpty
Du vergisst, dass der größte Teil, der hier lebenden Türken aus der untersten Schicht der UNTERSCHICHT kommt -und zwar ehemalige Bauern aus Ostanatolien.
Sie sind damals zu 80% als Analphabeten hier eingereist- dumm und ungebildet und das sind sie bis heute geblieben. Das einzige Buch, was sie je gelesen haben, ist der Koran - sofern sie lesen können. Ihren Kindern konnten sie nichts beibringen und von Unterstützung in schulischen Belangen kann in diesen Familien keine Rede sein. Das große Problem ist noch, dass sie Kinder in hohen Zahlen in die Welt setzen, die auch wieder in Dummheit und Dumpfheit dahin vegitieren werden und unsere Steuergelder auffressen, später als Intensivstraftäter unserer Gesellschaft zur Last fallen und unsere Polizei im Dauereinsatz halten werden.
humpty (12.07.2007, 16:13 Uhr)
Teure Integration
Ich verstehe die Aufregung absolut nicht. In nicht deutsch-sprachigen Ländern ist ein Test Pflicht. In Kanada werden sogar 2 Sprachen abgefragt(Englisch und Französisch), wenn ich zureisen möchte. Der Spracherwerb kann nur Sache des Zuziehenden sein. Die Aufragung der türkischen Migranten ist nicht zu verstehen. Wenn wir uns an PISA I erinnern, wir lagen an 21.Stelle!!!!und Finnland an 1.Stelle. Als der finnische Bildungsminister gefragt wurde, warum Finnland so gut abgeschnitten habe, erklärte er:"Bei uns kommt kein Kind zur Schule, dass nicht der Landessprache mächtig ist." Das ist ein vernünftiger Standpunkt, wie ich finde. Bei uns erlernen Kinder türkischer Migranten erst die Deutsche Sprache, wenn sie zu Schule kommen und aus der elterlichen Obhut genommen werden, da die Eltern nicht oder schlecht schreiben und sprechen können. (Nicht können heisst nicht wollen!) Es wird ihnen ja auch zu leicht gemacht. Beim Schulwechsel zur Oberschule ist das Antragsformular, zumindest in Berlin auf der Rückseite in türkischer Sprache verfasst. Für mich bedeutet das nach 6 Grundschuljahren im Land, können die Eltern immer noch nicht ausreichend Deutsch. Wozu auch, es gibt ja türkische Ärzte, Apotheken, Kaufläden, Banken und schulische Förderkurse, die die deutschen Kinder in der schulischen Entwicklung bremsen. Seit kurzem gibt es sogar ein türkisches Altersheim (nur für Türken!)Die Identität mit der Sprache des neuen Heimatlandes ist somit vollkommen überflüssig.Wozu auch.Wenn das keine Parallelgesesllschaft ist. Viele Migranten, gerade türkische können nach 20 oder auch 30 Jahren immer noch nicht unsere Sprache ausreichend.Ich hätte die Integrationsbestimmungen noch schärfer und konsequenter formuliert und gehandhabt. Wer hier leben und arbeiten will, egal welcher Nationalität, hat die Bedingungen zu akzeptieren. Punkt!
ossi48 (11.07.2007, 22:20 Uhr)
Beispiel Schweden
Wenn in Schweden 5 Millionen Türken leben würden, sähe dort vieles sicher anders aus.
paullogen (11.07.2007, 14:36 Uhr)
Viel Wirbel um Nichts
wie schon gesagt wurde, wenn ich nach Neuseeland oder Australien auswandern möchte, habe ich folgende Punkte beachten:
- nicht älter als 55
- eine Job
- Geld fürs Eingewöhnen
- einen festen Wohnsitz
- einen Bürgen
- Sprachkenntnisse
All diese Dinge werden in zahlreichen Formularen und Anträgen abgefordert und geprüft, bevor es überhaupt in Erwägung gezogen wird, dass derjenige einwandern darf. Und das kostet noch eine Stange Geld, die ich auch noch selbst zahlen muss. Und das ist auch weg, wenn ich dann abgelehnt werde.
Über denn Sinn solcher strikten Kriterien kann man sicherlich diskutieren, aber so einfach jeden aufnehmen, der ne gute Ausrede parat hat ist einfach nicht drin.
trailman (11.07.2007, 14:21 Uhr)
Der richtige Weg
Wenn ich (bspw.) nach Kanada oder Australien einwandern will, muss ich vorher einen Englischtest machen. Bestehe ich den nicht zu min 70%, wird nichts aus der Einwanderung.
Es wird also Zeit, dass in D das gleiche gilt, wie in anderen Ländern!
hevosenkuva (11.07.2007, 13:26 Uhr)
"Werbungskosten"
ist ohnehin ein völlig irreführender Begriff und sollte möglichst schnell durch etwas verständlicheres ersetzt werden. "Werbungskosten im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind alle Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen." - haben aber nicht das geringste mit Werbung zu tun.
die Bundesrepublik Deutschland möchte, dass hier lebende Ausländer (Migrantenhintergrund etc. et al.) die deutsche Sprache sprechen können. also sollte die gesetzliche Grundlage vorhanden sein, oder geschaffen werden, dass man die Kosten für entsprechende Kurse auch "geltend machen" kann. was spricht : ) dagegen?
in einer Zeit, in der diese Sprache durch willig übernommene Anglizismen und frei erfundenes Kauderwelsch (nicht zu verwechseln mit unverständlichen Volker Kauder-Welsch) im Alltag imm weiter abdriftet, sollte man doch jede Bemühung unterstützen, sie zu stärken. langer Satz Ende.
kasa55 (11.07.2007, 13:22 Uhr)
Sprachkurse
Ich verstehe die ganze Problematik nicht, warum es ein so grosses Problem für Deutschland ist Ausländer ordentlich in die Gesellschaft zu integrieren. In anderen Ländern Europas funktioniert das ja auch. Schweden z.B. legt im Gesetz fest, dass jeder Fremde, der in Schweden ansässig ist ein Recht hat in seiner Muttersprache in der Schule unterrichtet zu werden. Des weiteren werden Einwanderungsbestimmungen mit einem Sprachkurs zur Erlernung der Sprache verbunden. Die Kurse zahlen dann die Arbeitgeber die Kommunen.
Meiner Meinung nach ist der moderne soziale Zug für Deutschland schon lange abgefahren. Es wurde jahrelang einfach verschlafen, erfolgreiche Modelle von anderen Staaten auch in Deutschland einzuführen.
Deutschland ist für mich ein Träumerstaat, der nur von heute auf morgen schaut.
Heute ist die Wirtschaft ok, dann muss man sich ja keine Gedanken machen was die nächste Rezession alles verursachen kann.
Wie sollen Politiker, die tausend Nebenbeschäftigungen haben denn eine ordentliche und kompetente Politik auf die Beine stellen?
Armes Deutschland sage ich dazu nur.
Schön weiter schlafen und immer wegschauen wenn Probleme auftauchen. Ach ja habe vergessen, dass Probleme ja zukünftig in Deutschland durch gezielten Abschuss eliminiert werden sollen. Dann haben wir ja auch bald keine Probleme mehr mit Arbeitslosen.
Silbador (11.07.2007, 13:18 Uhr)
Klare Regeln müssen her
Kenntnisse der deutschen Sprache müssen sein. Ein Migrant der auf Dauer hier bleiben möchte muß die Sprache verständlich sprechen können. Ein Kind welches in die Schule kommt ebenfalls.
Wer dabei nicht mitmacht ist fehl am Platz und sollte in seine Heimat zurückkehren denn er zeigt deutlich den fehlenden Integrationswillen.
Ein anderes Thema sind Kopftuch und Ganzkörperverhüllungen. Selbst wenn einem hier mancher Anblick eher erspart bleibt, ist dies doch unangebracht, denn bei uns unüblich. Wir marschieren ja auch nicht locker bekleidet durch Moscheen und Basare (Ausnahmen gibt es sicher aber das sind Touristen, keine Migranten).
 
 
 
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