Mobile Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere
Darstellung auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
HOME

Warum der Arbeitsmarkt 350.000 Flüchtlinge pro Jahr verkraftet

Arbeitslose fürchten Flüchtlinge als Konkurrenz, doch Detlef Scheele, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, hält das für unbegründet. In einem Interview schätzt er die Arbeitsmarktchancen von Flüchtlingen ein - dämpft aber eine Hoffnung der Wirtschaft.

Deutschunterricht für Flüchtlinge

Bis in den Arbeitsmarkt ist der Weg noch lang: Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt beim Deutschunterricht

Die Bundesagentur für Arbeit hält den deutschen Arbeitsmarkt für stark genug, um eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen zu können. "350.000 Flüchtlinge jährlich sind für den deutschen Arbeitsmarkt rein quantitativ derzeit kein Problem, denn jährlich entstehen rund 700.000 Arbeitsplätze neu", sagte BA-Vorstand Detlef Scheele der "Welt". Eine Konkurrenz zu arbeitslosen Deutschen sieht er im Regelfall nicht: "Dafür ist die Gruppe der Migranten zu klein."

Im vergangenen Jahr kamen rund 1,1 Million Flüchtlinge vor allem aus Syrien und anderen Kriegs- und Krisengebieten des Nahen und Mittleren Ostens nach Deutschland. Die BA geht schon seit Längerem davon aus, dass etwa 350.000 anerkannte Asylbewerber in diesem Jahr Ausbildung und Arbeit in Deutschland suchen werden.

Kein schnelles Mittel gegen Fachkräftemangel

Scheele dämpfte Hoffnungen auch aus der Wirtschaft, dass die Zuwanderung das Problem des Fachkräftemangels kurzfristig werde lösen können. "Der Weg an den Arbeitsmarkt ist lang. Es wird nicht jeder Arbeit finden, aber viele. Wir gehen davon aus, dass zehn Prozent der Flüchtlinge nach einem Jahr eine Arbeit finden können, 50 Prozent nach fünf Jahren und 75 nach zwölf bis 13 Jahren."

tkr/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools