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Die erste Bank verlangt Strafzinsen - und das ab dem ersten Euro

Ab dem 15. März bittet ein Online-Broker seine Kunden zur Kasse: Ab dann muss jeder einen Negativzins von 0,4 Prozent zahlen. Grund für diesen Schritt ist die Niedrigzinspolitik der EZB.

Erste Bank verlangt Strafzinsen

Erste Bank verlangt Strafzinsen

Der Finanzdienstleister Fintech Group belastet Kunden seiner Online-Wertpapierhandelsbank Flatex mit Strafzinsen.
"Wir führen zum 15. März einen Negativzins von 0,4 Prozent für all unsere Kunden ein", sagte Frank Niehage, Vorstandschef der Fintech Group, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. "Das gilt unabhängig davon, wie viel Einlagen sie bei Flatex haben." Die Kunden würden umgehend mit einem entsprechenden Schreiben informiert.

Grund ist die Niedrigzinspolitik der , die Banken Strafzinsen von minus 0,4 Prozent für gehortete Gelder bei der Notenbank in Rechnung stellt. Daher haben bereits manche Banken Negativzinsen für Privatkunden mit meist hohen Einlagen eingeführt.

Flatex gibt die Kosten an Kunden weiter

Bei Kundeneinlagen von über einer Milliarde Euro müsse Flatex die Kosten der EZB-Politik weitergeben, sagte Niehage. "Bei durchschnittlich rund 10.000 Euro Einlagen je Kunde verursacht das Kosten von 10 Euro im Quartal". Klienten würden über Partnerbanken Ausweichmöglichkeiten wie Festgelder oder Fonds angeboten. Zudem sehe man von versteckten Gebühren ab.

Niehage hält sich auch höhere Strafzinsen offen: "Sollte die EZB nachlegen, werden wir den Negativzins erhöhen müssen." Umgekehrt werde man die Kunden aber mit niedrigeren belasten, sollte die Notenbank ihren Strafzins senken.

Flatex, ein Teil der börsennotierten Fintech-Group mit Sitz in Frankfurt, hat 180.000 Kunden und ist deutlich kleiner als Konkurrenten wie Comdirect oder Ing-Diba. Diese teilten mit, sie hätten keine Pläne für Negativzinsen auf Kundeneinlagen.

kg/DPA

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