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26. Oktober 2008, 11:38 Uhr

Steinbrück drängt Banken zur Annahme

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die Bankmanager davor gewarnt, aus falschem Prestige-Denken die staatlichen Hilfen nicht in Anspruch zu nehmen. Sorge vor einer möglichen Gehaltskürzung dürfe kein Handlungsmotiv der Manager sein.

Ist über das Verhalten der Banken verärgert: Finanzminister Peer Steinbrück© AP

Finanzminister Peer Steinbrück hat die Banken mit Nachdruck aufgefordert, im Zuge der Finanzkrise den staatlichen Schutzschirm zu nutzen. "Ich hielte es für unverantwortlich, wenn ein Bankvorstand den Schutzschirm des Staates nicht in Anspruch nehmen würde und so vorsätzlich einen Zusammenbruch seines Instituts in Kauf nehmen würde", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". "Das wäre ein ziemliches Ding." Nach der BayernLB kündigten inzwischen auch die WestLB und die HSH Nordbank an, das staatliche Rettungspaket in Anspruch nehmen zu wollen.

WestLB-Chef Heinz Hilgert sagte dem "Spiegel", er wolle dem Aufsichtsrat Anfang November vorschlagen, alle Bestandteile des Rettungspakets zu nutzen. Auch der Vorstand der HSH Nordbank hat einem Sprecher zufolge grundsätzlich beschlossen, das Rettungspaket zu nutzen. Die Überlegungen von Bankchef Hans Berger konzentrieren sich demnach auf die Staatsgarantien, mit denen Bankschuldverschreibungen für die langfristige Refinanzierung ausgegeben werden können.

Verhaltene Reaktion

Die Reaktion der deutschen Banken insgesamt auf das staatliche Rettungspaket ist allerdings bislang verhalten. Sorge vor einer möglichen Gehaltskürzung darf Steinbrück zufolge kein Handlungsmotiv der Manager sein. "Das würde bedeuten, dass ein Banker sein Institut lieber untergehen ließe, als dass er für die Laufzeit des Schirmes bis Ende 2009 für 'nur' noch 500.000 Euro pro Jahr arbeitet", sagte Steinbrück. "Das ist für mich absolut unvorstellbar. Dann würde ich langsam verzweifeln an der Verantwortungsbereitschaft dieser Berufsklasse."

Die Bundesregierung plant einem Sprecher des Finanzministeriums zufolge jedoch nicht, notfalls Druck auf die Institute auszuüben, damit diese die Hilfen auch annehmen. Der Sprecher wies am Wochenende einen entsprechenden Bericht des "Spiegel" zurück: "Das ist vollkommen aus der Luft gegriffen." Dem Bericht zufolge will Steinbrück die Bankenchefs nach Berlin einbestellen, wenn sich die Lage in ein bis zwei Wochen noch nicht geändert hat. Sie sollten dann dazu gebracht werden, sich gemeinsam vom Staat Hilfe abzuholen.

Steinbrück plädierte zugleich für einen Zusammenschluss bei den acht Landesbanken sowie bei den Genossenschaftsbanken. "Wir haben zu viele Landesbanken und vielen fehlt ein überzeugendes Geschäftsmodell", sagte der SPD-Politiker in der "Bild am Sonntag".

Reuters

 
 
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