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Obergrenze für Barzahlungen: 5000 Euro?

Rechnungen mit großen Beträgen sollen künftig nicht mehr bar bezahlt werden dürfen - das will die Bundesregierung durchsetzen, am liebsten sogar europaweit.

Bar zahlen künftig nur bis 5000 Euro

Künftig plant die Bundesregierung, zahlen in Bar nur bis 5000 Euro zu erlauben

Den Gebrauchtwagen beim Händler bar zu zahlen, könnte schon bald verboten sein: Das Bundesfinanzministerium erwägt nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) eine Obergrenze für alle Bargeldzahlungen im Inland. "Wir können uns eine Größenordnung von 5000 Euro vorstellen", sagte Finanzstaatssekretär Michael Meister (CDU) in Berlin. Als Anlass für die Diskussion nennt die "FAZ" die wachsende Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus, nicht zuletzt durch Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Die Welt sei nach den Anschlägen von Paris im November nicht mehr dieselbe wie vorher, heißt es laut "FAZ" zur Begründung im Bundesfinanzministerium. Bargeld ist neben Pre-Paid-Karten ein wichtiges Mittel für die Finanzierung von Terroristen. Der Terrorismus ist jedoch nicht der einzige Grund, warum das Thema diskutiert wird: Die Obergrenze könnte künftig Geldwäsche und Steuerhinterziehung erschweren. In anderen Staaten Europas gibt es seit längerem Obergrenzen für Barzahlungen, auf eine gemeinsame Grenze hat man sich aber bislang nicht verständigen können. Die Bundesregierung fordert laut "FAZ" daher eine einheitliche europäische Lösung, ist aber notfalls bereit, allein ein Bargeld-Limit festzulegen.

Verbraucher und Händler wären die Verlierer

Kritik an den Plänen gibt es dem Bericht zufolge unter anderem aus dem Handel, der Nachteile etwa für Gebrauchtwagenhändler, Möbelhäuser, Juweliere und Luxusmarken-Geschäfte befürchtet. Verbraucherschützer kritisieren, dass Bargeld zurückgedrängt werden solle, obwohl es für Verbraucher unter Datenschutz-Gesichtspunkten von großem Vorteil sei.

"Wer Obergrenzen für Barzahlungen oder sogar die völlige Abschaffung von Bargeld diskutiert, darf die Konsequenzen für Verbraucher nicht außer Acht lassen", sagte Klaus Müller vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der "FAZ". Zahlten Menschen elektronisch oder digital, hinterließen sie Datenspuren, die kommerziell genutzt und zu Profilen verknüpft werden könnten. "Bargeld ist gelebter Datenschutz. Der darf nicht aufs Spiel gesetzt werden."

js/AFP
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