14. März 2012, 18:24 Uhr

Warum die Börse (noch) boomt

Mitten in der Euro-Krise knackt der Dax die Marke von 7000 Punkten. Geht es mit der Wirtschaft wieder bergauf? Oder wird die Luft bald dünn? Was die Börsen-Rally antreibt - und was sie gefährdet. Eine Analyse von Isabel Gomez und Barbara Schäder

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Bulle und Bär stehen für das Auf und Ab der Börse. Derzeit hat der Bulle Oberhand: Die Kurse steigen wieder©

Krise? War da was? Das europäische Schuldendrama scheint vergessen - zumindest an den Aktienmärkten. Der Dax stabilisiert sich über der Marke von 7000 Punkten. Die guten Ergebnisse des Banken-Stresstests in den USA beflügelten am Mittwoch die Rally, die der griechische Schuldenschnitt am vergangenen Freitag ausgelöst hatte.

Doch vorbei ist die Euro-Krise noch lange nicht - deshalb sind auch die Gefahren für die Banken nicht gebannt. Und die Einsätze der Euro-Retter bringen bei allen Erfolgen der vergangenen Wochen neue Risiken mit sich. Ein Überblick über die Treiber des Börsenbooms und ihre Schattenseiten.

Chance: Hoffnung für die Konjunktur

Enttäuschende Wachstumszahlen aus den USA standen am Anfang des Crashs, der im vergangenen Sommer die Börsen weltweit erschütterte. Doch im zweiten Halbjahr 2011 kam die amerikanische Wirtschaft wieder in Fahrt. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen: Die wachsende Kauflust der Verbraucher ließ im Februar bei den Einzelhändlern in den USA die Kassen klingeln. Die Umsätze stiegen um 1,1 Prozent, das war der stärkste Zuwachs seit fünf Monaten.

Zu der höheren Inlandsnachfrage trug der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei. In den vergangenen drei Monaten wurden in den Vereinigten Staaten jeweils mehr als 200.000 Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote ist mit 8,3 Prozent zwar noch immer hoch, bewegt sich aber auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Selbst im krisengeschüttelten Euro-Raum gibt es Hoffnungssignale. Das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Deutschland schnellte um 16,9 Punkte in die Höhe auf 22,3 Zähler. Die 300 vom ZEW befragten Analysten und Anleger bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft damit so positiv wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auch die Konjunkturerwartungen für die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich verbesserten sich.

Das nährt Hoffnungen, dass der Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent im zurückliegenden Quartal lediglich eine Delle war. Die Bundesrepublik werde "wohl an einer Rezession vorbeischrammen", meint Postbank-Analyst Thilo Heidrich. Für das laufende Quartal rechnet sein Haus mit einem Nullwachstum. "Ab dem zweiten Quartal werden wir eine Beschleunigung der Konjunktur mit positiven Wachstumsraten sehen."

An den Aktienmärkten spiegelt sich dieser Optimismus in den kräftigen Kursgewinnen konjunkturabhängiger Titel wie Heidelbergcement , die mit einem Plus von 30 Prozent zu den Top Ten im DAX zählen.

 
 
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