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Nicht jeder Rendite trauen

Die Bank bietet Ihnen gerade eine Rentenversicherung mit garantiertem Zinssatz von 2,5 Prozent an? Oder mit steuerlich absetzbaren Beiträgen? Seien Sie vorsichtig, denn die versprochenen Zahlen stimmen oft nicht.

  Nicht jedem Versprechen blind vertrauen: Versicherer rechnen gerne die Rendite ihrer Kapitalprodukte hoch

Nicht jedem Versprechen blind vertrauen: Versicherer rechnen gerne die Rendite ihrer Kapitalprodukte hoch

Ganz ungeniert werfen Versicherungen und Finanzdienstleister in der Werbung und im Beratungsgespräch heute mit Prozenten, Renditen und anderem Zahlenwerk um sich, um an das Geld der Kunden zu kommen. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden - wenn die Zahlen stimmen würden.

Provisionen und Gebühren knabbern an Auszahlung

Das aber ist gelegentlich nicht der Fall, wie zum Beispiel die Renditeberechnungen bei privaten Rentenversicherungen zeigen. Solche Policen werben seit diesem Jahr mit einem garantierten Zins von 2,25 Prozent, bis 2006 waren es noch 2,75 Prozent. In einem Beispielsfall zahlt dann ein Versicherter 27 Jahre bis zu seinem Rentenbeginn 200 Euro monatlich in die Versicherung ein und bekommt bei einem großen Direktversicherer 82.700 Euro als garantierte Kapitalabfindung. Bis dahin hat man bereits 64.800 Euro selbst eingezahlt. Bei einem Zins von 2,25 Prozent müsste mehr gezahlt werden. Gerade einmal mickrige 1,7 Prozent Zinsen erhält man bei der garantierten Auszahlung, der Rest, immerhin rund 7000 Euro, geht drauf für Provisionen und Verwaltungsgebühren.

Wer sein Geld auf einem durchschnittlich verzinsten Tagesgeldkonto parkt, der bekäme bei 3 Prozent Zinsen fast 100.000 Euro ausgezahlt, wenn der Freibetrag ausgeschöpft ist und keine Abgeltungsteuer fällig werden würde. Deshalb sollte bei jeder Police selbst nachgerechnet werden. Im Internet gibt es unter n-heydorn.de einen unabhängigen Finanzrechner, mit dem man jedes Renditeversprechen auf den Cent genau nachrechnen kann.

Kostenquote ist entscheidend

Auch bei fondsgebundenen Versicherungen wird gerne mit der überragenden Performance der Fonds geworben. Aber auch hier ist Vorsicht angesagt. Die Performance des Fonds hat nichts mit dem zu tun, was man später selbst auf dem Konto hat - entscheidend ist die Rendite, die der Sparer selbst einstreichen kann. Und bei der Rendite müssen alle Gebühren abgezogen werden, die für den Abschluss des Vertrages und den Kauf der Fondsanteile fällig werden. Grundsätzlich ist es deshalb wichtig, bei fondsgebundenen Versicherungen die Kostenquote in Erfahrung zu bringen, denn diese trägt ganz entscheidend dazu bei, wie hoch die individuelle Rendite später einmal sein wird.

Versicherungsverkäufer werben auch immer gerne damit, dass die Beiträge für die angebotenen Versicherungen steuerlich absetzbar sind. Bei Riester- und Rürup-Verträgen stimmt das in der Regel tatsächlich. Bei solchen Verträgen sollte immer der eigene Steuerberater nachrechnen, welche Steuervorteile wirklich möglich sind. Bei vielen anderen Policen wie der Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Risiko-Lebensversicherung aber laufen die vom Gesetzgeber vorgesehenen Steuervorteile in der Regel ins Leere, weil die absetzbaren Höchstbeträge in 95 von 100 Fällen bereits durch die Krankenversicherung erreicht werden. Damit sind die Beiträge zwar absetzbar, einen steuerlichen Vorteil bringen die Policen tatsächlich aber nicht.

Oliver Mest/DDP/DDP
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