Brother Lehman

3. Januar 2009, 17:11 Uhr

Die Finanzkrise hat derzeit die ganze Welt im Griff. Einen zwischenzeitlichen Höhepunkt erreichte die Krise im September mit der Pleite von Lehman Brothers. Hier erzählt einer von 26.000 stolzen Angestellten, wie es dazu kam - und wie es sich anfühlte, dabei zu sein. Von Giuseppe Di Grazia

Finanzkrise, Wall Street, Lehman Brothers, Dick Fuld

Investmentbanker, Immobilienspekulant, Großaktionär - bis vor drei Monaten. Um keinen Ärger zu riskieren, will der gut 30-Jährige anonym bleiben©

Die Nacht über, in der für Pat Jackson alles zusammenbricht, sitzt er in der Küche seines Hauses mit vier Schlafzimmern, drei Bädern, zwei Wohnzimmern und der großen Veranda. Jackson lebt hier allein, 25 Meilen außerhalb von New York. Er ist Anfang 30, er hat das Haus für 400.000 Dollar gekauft, auf Pump. Er hat auch noch zwei Apartments erworben, eins für 150.000 Dollar, das andere für 100.000 Dollar, natürlich auch auf Pump. Später will er sie mit Gewinn abstoßen. Flippen nennen das die Amerikaner. Schnell kaufen, schnell verkaufen. Kennt jeder. Möchte jeder. Jackson schaut sich gerade seine Lieblingssendung an, "Law & Order". Das Telefon klingelt, sein Vater. Schalt um auf CNBC, den Wirtschaftssender, sagt der. Deine Bank geht gerade pleite.

Es ist die Nacht zum 15. September. Pat Jackson, Hausbesitzer, Immobilienspekulant, Investmentbanker, surft auf allen Wellen mit. Bis zum nächsten Morgen. Um kurz nach acht meldet Jacksons Arbeitgeber, die Bank Lehman Brothers Inc., Insolvenz an. Es ist der größte Bankrott in der Geschichte der Vereinigten Staaten: 613 Milliarden Dollar Schulden. Die Pleite der viertgrößten Investmentbank Amerikas löst rund um den Globus eine Kettenreaktion aus. Kreditzusagen unter Banken, Anlagen in Geldmarktfonds, Aktienkurse - nichts scheint mehr sicher. 2,8 Billionen Dollar, das sind die Verluste aller Finanzinstitute nach einer Schätzung der britischen Nationalbank. Drei Monate später, im Dezember. Pat Jackson eilt mit Schal, Kappe und wehendem Mantel über den Broadway. Darunter trägt er die Uniform der Investmentbanker: dunkler Anzug, weißes Hemd, quer gestreifte Krawatte, Lackschuhe. An der Ecke zur Wall Street bleibt er kurz stehen, er möchte nicht, dass ihn jemand sieht. Immer wieder schaut er nervös nach rechts und links.

Keiner darf reden

Keiner der früheren Lehman-Angestellten darf reden, keiner will seine Abfindung riskieren oder die Weiterbeschäftigung durch die Barclays Bank, die nach der Pleite die gesunden Teile von Lehman übernahm. Pat Jackson hat zugestimmt zu erzählen, aber nur, wenn er anonym bleibt. Pat Jackson heißt also nicht Pat Jackson. Wenn er über den Zusammenbruch der Lehman Bank und seines Traumes redet, lernt man, wie fragwürdig und riskant dieses ganze Kreditgeschäft gewesen ist. Vor allem erfährt man, wie es sich anfühlt, im Bauch des Monsters Finanzmarkt zuerst die wundersame Vermehrung der Profite und dann die noch wundersamere Auflösung der Geldwerte erlebt zu haben. Pat, diese Nacht, der Anruf des Vaters, was haben Sie gemacht? "Ich starrte die ganze Zeit nur auf meinen Fernseher. Ich dachte: Diese Bank ist 158 Jahre alt, sie hat die Weltwirtschaftskrise, Weltkriege, Nine- Eleven überstanden. Ich dachte, wir sind zu groß, um abzustürzen."

Doch irgendwann in dieser Nacht sieht Pat Jackson im Fernsehen die ersten Kollegen, die ins Lehman-Gebäude gehen, um ihren Schreibtisch zu räumen. "Da ahnte ich: Es ist vorbei, meine Bank, die Lehman Brothers Bank, wird es nicht mehr geben." Pat kann gar nicht mehr aufhören zu denken in dieser Nacht. Er denkt an seine drei Hypotheken - wie soll er die ohne Job abbezahlen? Er denkt an seine Lehman-Aktien - was werden die noch wert sein? Die Lehman-Leute erhielten einen großen Teil ihres Einkommens in hauseigenen Aktien ausbezahlt, die sie fünf Jahre lang nicht verkaufen durften. Jackson verdiente in guten Jahren 100.000 Dollar an Grundgehalt. Mindestens dieselbe Summe bekam er noch mal als Bonus in Lehman-Papieren. Sein Depot war mal eine halbe Million wert, nun wird ihm schnell klar, dass er dafür nicht mal mehr 500 Dollar bekäme. Er sieht das ganze Geld in dieser Nacht vor sich. Er stellt sich vor, wie es verbrennt. Dollarscheine, viele, viele Dollarscheine, die in Flammen aufgehen. So, wie wenn man die Hand ins Feuer legt, um endlich die Hitze zu spüren.

Where vision gets built

Am nächsten Tag steht er wie immer um 6.30 Uhr auf, er fährt mit dem Bus nach Manhattan, in die 7. Avenue zum Lehman-Gebäude, liest wie jeden Morgen zuerst das "Wall Street Journal", danach die "Financial Times". Wie immer hat er einen Anzug angezogen, er will nicht wie andere in Jeans und Freizeithemd erscheinen. Er will nicht so aussehen, als hätte er die Bank schon aufgegeben. Er fährt hoch in den 16. Stock, alle aus seiner Abteilung sind gekommen, sie stehen oder sitzen herum. Sie weinen nicht, sie jammern nicht, sie fluchen nicht. Sie schauen sich bloß an, keiner sagt etwas. Irgendwann fängt einer an zu lachen, er lacht immer lauter, die anderen lachen mit. "Es war uns auf einmal allen klar, dass uns nichts anderes übrig blieb, als zu lachen", sagt Jackson. Sie wissen nicht, was aus ihnen wird, aber sie wissen, dass es vorbei ist mit Lehman. Eine Airline, die pleitegeht, kann weiter am Leben bleiben. Eine Bank, die den Bankrott erklärt, ist tot.

Einer sagt: "Hey, lasst uns noch schnell die ganzen Firmen-Devotionalien aufkaufen. Als schöne Erinnerung." Den Humidor, den Briefbeschwerer, die Windjacke, die Baseballkappe, die Tasse mit dem Slogan "Where vision gets built", wo Visionen gebaut werden. Sie rufen im Lehman-Shop an, der Typ im Laden sagt, er mache um drei Uhr auf, sie sollten pünktlich sein, es hätten schon viele nachgefragt. Ob er noch den Lehman-Erste-Hilfe-Kit habe? Nein, der sei schon ausverkauft. Sie warten, aber das Management meldet sich nicht. Keine E-Mail, keine Ansprache, nichts. Alles, was sie hören, hören sie im Fernsehen. Die Angestellten werden unruhiger, wütender. Wird es eine Abfindung geben? Wie lange kommt das Gehalt noch? Werden Teile der Bank verkauft? Und wer darf dann bleiben? Sie erhalten keine Antworten an diesem Montag, erst am nächsten Tag gibt es ein paar Worte vom Management, per E-Mail. Nichtssagende Worte. Business-Geschwätz. Als hätte man nur einen Deal vermasselt und nicht die Zukunft von 26.000 Mitarbeitern.

Die Mauer der Schande

Kollegen aus anderen Abteilungen kommen, sie bringen etwas zu trinken mit, Wodka, Whiskey. Auf den Fluren machen Flaschen die Runde. Wie auf einer Abschiedsparty. Man trinkt, tauscht Telefonnummern aus, man will in Kontakt bleiben, sich bei der Jobsuche helfen. Viele schreiben schon Bewerbungen, sie bitten ihre Abteilungsleiter um ein Zeugnis. Vielleicht ist es der Alkohol, vielleicht das immer stärker werdende Gefühl, dass die da oben sich aus der Verantwortung stehlen, jedenfalls errichten die Wertpapierhändler im zweiten Stock eine "Wall of shame". An diese "Mauer der Schande" hängen sie Porträts von Richard "Dick" Fuld auf, dem Chef, und sie fordern Kollegen auf, ihre Wut loszuwerden. Viele kommen. Sie schreiben "Fuck you", "Sehe dich in der Armenküche wieder", "Spring, du Arsch", "Meine Kinder danken dir", "Wo warst du, als wir dich brauchten?"

An dem Sonntag, als Lehman fällt, sitzt Dick Fuld im 31. Stock. Fulds Büro bietet einen grandiosen Blick auf den Hudson, eine Bibliothek, eine mit Marmor geflieste Dusche und viele Mahagonimöbel. Es ist ein düsterer Raum. Dick Fuld, 62, ist kein Träumer. Er war nie einer. Er glaubt, dass jeder Tag eine Schlacht ist. Er glaubt, dass Bankenwelt nichts anderes ist als Bankenkrieg. Sein Motto: "Wir müssen unsere Feinde killen. Sonst versuchen die uns zu killen." Er nennt seine Abteilungen Truppen, Truppen, die der Welt zeigen sollen, dass niemand Lehman unterschätzen darf, und erst recht nicht ihn, Dick Fuld. Fuld ist der Kraftmeier einer kraftmeierischen Branche. Seine Mitarbeiter verpassen ihm den Spitznamen "Gorilla". Fuld stellt sich daraufhin einen ausgestopften Gorilla in sein Büro. 39 Jahre arbeitet er schon für Lehman, seit 14 Jahren führt er die Bank. Er treibt Leute wie Pat Jackson zu immer riskanteren Geschäften an. Ein Magazin feiert ihn als Held, der "den Wall-Street-Statisten Lehman in eine superheiße Maschine verwandelte". Der Aktienkurs von Lehman steigt und steigt, um durchschnittlich 25 Prozent pro Jahr, 14 Jahre lang. 480 Millionen Dollar hat Fuld in den letzten acht Jahren verdient.

Übernommen aus ... Stern Ausgabe 01/2008

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KOMMENTARE (10 von 20)
 
ymamoo (05.01.2009, 18:13 Uhr)
Hier bekommt man Hilfe
Eine echte Hilfe gegen Banken findet man hier:
lehman-zertifikate-schadensersatz.org
aber den meisten leuten fehlt ja selbst nach hohen verlusten der mumm gegen eine Bank vorzugehen - also bleibt eben alles beim alten...
makira (04.01.2009, 02:51 Uhr)
Danke, gute Erklärung
Wirklich Super erklärt, Danke ! Aber mir ist die ganze Wirtschaftsdenke irgendwie zu hoch ... da bleibe ich als Technikmensch lieber bei meinen Transistoren, die verstehe ich besser, das ist zumindest scheinbar logischer. Ist aber sicher auch ne Frage der Veranlagung, wenn man Wirtschaft versteht ist das bestimmt genauso Spannend. Mein Vater hat immer gesagt: Sozialismus ist gut, aber mit den Menschen nicht durchführbar. Das lese ich etwas aus Ihrem zweiten Absatz heraus: Jeder Mensch sollte immer sein bestes geben, unabhängig vom Lohn. Aber dann brauche ich mich nur selbst anzuschauen: wenn grad wenig los ist an der Arbeit lässt man es halt dahinblubbern, anstelle vielleicht sachen zu optimieren oder mal was neues zu probieren. Das Gehirn funktioniert offenbar nur im Belohnungssystem.
knilch_59 (04.01.2009, 02:35 Uhr)
@makira
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Jetzt wird es wirklich off-topic – Grundlagen der Nationalökonomie hat mit dem Artikel wirklich nichts mehr zu tun – aber sei`s drum.
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Der Osten /die DDR / der Comecon ist letztlich wirtschaftlich daran gescheitert, dass es keine funktionierende Geldwirtschaft gab. Geld ordnet unvergleichbaren Gütern einen vergleichbaren Wert zu. „Wie viel Kilo Schwarzbrot ist ein paar Schuhe wert?“. Und dieses Wertverhältnis ist auch noch flexibel! „Wenn die Weizenernte gut war, muss man mehr Weizen für Schuhe bezahlen (sonst hätte der Schuster ja keinen gerechten Anteil am Wachstum)“. Und so weiter.
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Setzt man aber den Weizenpreis fest, entfällt der Anreiz, die Produktion zu optimieren und möglichst viel Weizen zu produzieren. Und an dem sich daraus ergebenden Schlendrian ist der real existierende Sozialismus gescheitert. Anstrengen hat sich nicht gelohnt. Um das System trotzdem intakt zu halten, war ein hohes Maß an Repression erforderlich, u.A. Reiseverbot und Gedankenpolizei, …
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Dem Kapitalismus ist diese Denke einfach egal! Klar kann man sich ohne PC, Internet, Auto usw. In der Einraumwohnung im Plattenbau begnügen. Und wer gerne im eigenen Haus mit Drittauto und Viertfernseher leben möchte, muss sich nicht rechtfertigen, sondern gefälligst schaffen. Und die anderen sagen ihm, wie viel seine Leistung wert ist und geben ihm das Geld dafür. Na ja – und manchmal entdeckt man hinterher, dass man viel zuviel bezahlt hat – sei es für sogenannte Topmanager oder auch für irgendwelche morsche Hütten in USA. Ist blöd und ärgerlich, aber kein Grund für Kapitalismuskritik!
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Aber jetzt noch die Notwendigkeit des Wachstums zu erklären, wird sogar mir zu lang - sorry. Aber bitte glauben – ohne Wachstum der Wirtschaft steigt die Arbeitslosenzahl. Das erzeugt Umverteilungsbedarf, den keiner zu leisten bereit ist.
makira (04.01.2009, 02:10 Uhr)
@knilch
Danke. Das war schonmal eine gute Erklärung. Trotzdem frage ich mich als Ossi, der nicht alles (aber vieles) in der DDR schlecht fand, warum es immer wachsen, wachsen, wachsen muss ? Die schreien ja schon bei Null-Wachstum. Aber Null-Wachstum ist doch in Ordnung, den Deutschen geht es so gut wie nie zuvor. Da muss vielleicht innerhalb des Landes ein wenig umverteilt werden, aber ansonsten find ich es ganz OK wie es ist. Wo soll das Wachstum herkommen ? Irgendwann hat doch jeder einen Fernseher, oder 2 oder 3. Irgendwann hat jeder ein Auto oder 2 oder 3. Wo soll das noch hinführen. Auch verstehe ich nicht, wo die Werte herkommen. Das ganze Währungssystem ist mir suspect ... weil nicht real gedeckt (mit Edelmetallen z.B.). Mir kommt es so vor, als wenn da an den Börsen Geld aus dem Nix entsteht und auch gelegentlich in Nix vergeht.
ICh fand es zum Beispiel überheupt kein Problem, dass man in der DDR nicht immer alles zu kaufen bekam. Man war ja immer versorgt. Woran es gefehlt hat ware Luxusgüter die aber eigentlich und ehrlich (wenn man mal tief in sich reinhört) KEIN MENSCH BRAUCHT. Braucht man wirklich einen Sportwagen, oder ein schnelles Motorad, oder einen 2-Meter Breitbildfernseher ... ich denke nicht !
Was ich schlecht fand in der DDR war das Reiseverbot und die Stasi.
DerExperte (04.01.2009, 01:27 Uhr)
@ knilch_59 (4.1.2009, 1:00 Uhr)
Glueckwunsch - wirklich nicht schlecht erklaert. Anfuegen aus den USA moechte ich folgendes: Nicht die Mehrheit - die Minderheit hat an der Boerse gut verdient.
Man muss verstehen das man hier nach 20 jahren bereits eine Rente bekommt - diese ist abhaengig von der Einzahlung - einige haben es gut gemacht und bei Firmen gearbeitet die Ihr Geld gut an der Boerse angelegt haben - und mit 40 jahren im Bus sich die USA ansehen. Der weitaus groessere Teil arbeitet weitere 20 jahre und geht mit 60 mit 2 pay checks in Rente - und wenn es nicht ausreicht geht er noch weiter arbeiten. Wieder andere machen sich mit dem ersten paycheck selbstaendig und arbeiten in Ihrer expertise.
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All das als lebenstandard zu sehen welches durch Boerse finanziert wurde ist richtig - deshalb wird es von dem niveau keine steigerung mehr geben.
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Es ist ein gewaltiger unsinn das in den USA jeder CEO daran gemesen wird ob er alle 3 Monate den Gewinn steigert und an der Boerse deshalb gut gehandelt wird. Dieser CEO wird sich alles moegliche einfallen lassen um seine Angestellten zu knechten, wenig zu bezahlen und fast den gesamten Verkauf nur auf commission laufen zu ;lassen - - rechnungen verspaetet zu bezahlen – manchmal auch den Zulieferer wechseln wenn moeglich um das spiel wieder von vorne zu spielen. Wenn er somit Werte auf dem Ruecken der Angestellten oder zulieferer geschaffen hat - wird er an der boerse gut gehandelt was den aktienwert beeinflusst. ER wird also belohnt ein ARSCH zu sein! Wenn es jedoch soweit geht das hauskaufern nicht gesagt wird das man auf einer Muellhalde baute - oder Fenster mit gardinen verseht damit man keine Kratzer sieht - und diese dann abstreitet wenn das Haus verkauft worden ist - NUR um einen bonus - finanziert ueber Boerse - funding - bekommt ist die Etik verloren. Und genau da befindet sich die USA. Einige glauben es geht wieder - andere sagen - Genug damit - ich auch. Ich glaube nicht an ein system dass sich auf kosten anderer -wie beschrieben - so eindeutig bereichert!
knilch_59 (04.01.2009, 01:00 Uhr)
@makira – zur Diskussion des Klassenkampfes
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Nachdem erwiesenermaßen der Kapitalismus unter einer gewissen politischen Kontrolle zur Bedarfsdeckung der Bevölkerung besser geeignet ist als Formen des Sozialismus und Kommunismus, sollten sich Grundsatzdiskussionen über die Gesellschaftsform an sich erledigt haben. Es geht also nicht um die Frage, welche kapitalistischen Werkzeuge „nötig“ sind, sondern darum, wie man die Werkzeuge des Kapitalismus einer gewissen politischen und gesellschaftlichen Kontrolle unterzieht, ohne sie gleich abzuschaffen.
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An der Börse treffen sich Angebot und Nachfrage in einer wirtschaftlich nützlichen Form, weil jedem Gut dort ein akzeptierter Wert zugeordnet werden kann, indem der Gier beider Parteien – also Anbieter und Nachfrager – unbegrenzter Raum gegeben wird. Die Gier setzt dabei menschliche Kreativität frei, die am Gemeinwohl orientierte Systeme in der Vergangenheit niemals erwecken konnten – Leider nicht immer nur zum Guten, aber in der Summe durchaus, wie der Vergleich der Systeme deutlich zeigt. Deshalb brauchen wir die Börse auch weiterhin – die Frage ist nur das Maß der Kontrolle! Wer übt sie in einer globalisierten Welt aus? Wer setzt internationales Recht durch? Wer richtet bei unklaren Rechtslagen im konkreten Einzelfall?
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In der US-Welt gibt es einen wesentlichen Unterschied in der Anwendung des Kapitalismus: Dort ist jede/r ausdrücklich zum Mitmachen aufgerufen. Der Staat lässt seinen Bürgern viel mehr Eigenverantwortung und zwingt damit zur Eigenvorsorge – letztlich die natürlichste Form der Spekulation. Die Meisten fahren gut damit und die wenigen, die es nicht schaffen, suchen den Fehler viel mehr bei sich, als eine Neiddebatte gegen „die da oben“ anzuzetteln. Wir sollten daraus lernen und überlegen, wie wir unsere Gesellschaft so umbauen, dass auch mehr von uns über die Börse direkt in die Wirtschaft investieren, anstatt saublöd den Banken Geld gegen Zins zu überlassen, so dass die sich zum Herrscher des Kapitalismus aufspielen konnten.
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Wer sich einmal ausrechnet, wie hoch das „Vorsorgekapital“ ist, das das normale Mitglied der Arbeiterklasse heute bis zum Rentenbeginn aufbaut, ohne dass er dafür irgendeine Mitbestimmung erwirbt, was mit dem Geld passiert, dann wird klar, dass es die Arbeiterklasse aus Marx` und Bismarcks Zeiten nicht mehr gibt. Aber sie lässt sich heute noch so behandeln, weil sie dem Staat die Verwaltung der Multimilliarden in Form der Gesetzlichen Rentenversicherung überlassen hat. Genau das widerspricht der ur-amerikanischen Forderung aus der Boston-Tea-Party: no taxation without participation. Aber das ist das, was wir heute haben!
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Nein - die Börse ist äußerst geeignet, der Arbeiterklasse zu dienen. Aber zu viele sind einfach zu blöde, sie sich dienstbar zu machen. Da hilft nur Bildung und Eigenverantwortung, weil die Alternative – Sozialismus – zwar die Menschen gleicher macht, aber auf niedrigerem Niveau!
DerExperte (04.01.2009, 01:00 Uhr)
@knilch_59 (3.1.2009, 21:09 Uhr)
Ich habe hier seit 2002 mitbekommen wie Hauspreise sich verdoppelt und um das 2,5 fache vom Ausgangspreis im jahre 2006 waren.( 100 K US in AZ) Die Gehaelter sind im gesamten zeitraum aber nur um~ 5 % gestiegen. Jeder vernuenftige Banker haette da die Reissleine ziehen muessen - oder fragen stellen sollen- besonders da es Banker waren die Investoren das Geld gaben um 1000 weitere Haeuser auf einen schlag zu bauen. Von ehemals 40 grossen Buildern hier in AZ sind 30 pleite und der Rest versteigert die Haeuser.
>
Es geht nicht mehr um das Blasen - Niveau von "damals" es geht um das ueberleben in neuen Industrien die noch nicht vorhanden sind - und daher wird sich besonders D - als Exportorientiert warm anziehen muessen. Im Export gewerbe werden die grossen Gelder verdient - wenn der zusammenbricht - bleibt nicht mehr viel uebrig von Deutschland.
Der Mittelstand lebt vom Export und Verbrauch in D - der Kleinunternehmer davon das der einzelne Geld hat - und da wird man 2009 erkennen - wo es langgeht!
>
Der Porsche Absatz USA wird auf 30 % des Vorjahres zusammenbrechen. Und das bricht Porsche das Genick!
Warum hat Wedekind in VW investiert? Ihm war das klar!
Mercedes wird es nicht so stark wie Porsche treffen - aber auch die werden hier zurueckgehen. All das sind Maschinen - Investitions gueter - und deren abhaengige Arbeitsplaetze und da hat D in den letzten 50 jahren nichts veraendert.
man ich hoere hier mal auf - denn es wird wirklich depressiv!
ABER >
Halli Galli ist endgueltig over!
makira (04.01.2009, 00:22 Uhr)
Frage
Frage: Wozu braucht es eigentlich dir Börse ? Hat die einen Vorteil für den normalen Menschen oder dient es nur der Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die Bourgeoisie ?
knilch_59 (03.01.2009, 21:09 Uhr)
@DerExperte: stimmt, aber …
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Stellen wir uns ein System ohne Banken vor, in dem jeder nur über „sein“ Geld verfügen kann oder sich eine Fremdfinanzierung mühsam zusammensuchen muss. Funktioniert sicherlich auch, aber dann hätten wir heute bei Weitem nicht den Wohlstand, den wir haben – und zwar auch die ganz unten!!!
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Ja, die Blase ist von den Banken erzeugt worden. Aber zu welchen Zeitpunkt hörte denn die „normale“ Wertsteigerung von Grundstücken und Gebäuden auf und die Spekulation begann? Das weiß keiner, noch nicht mal jetzt, geschweige denn vorher oder zum „richtigen“ Zeitpunkt.
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Wir waren 15 Jahre Profiteure ökonomischen Wahnsinns und haben den Amis unsere Porsches, Mercedes und Audis verkümmelt, und dem Rest der Welt die Maschinen und Anlagen, damit die Kram bauen konnten, den die dann an die Amis verscheuert haben. Wo wären wir heute, wenn wir nicht mitgespielt hätten?
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Was wirklich ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass die „ganz oben“ nicht nur eine eiserne Reserve beiseite geschafft haben, sondern Werte, die dafür sorgen, dass einigen wenigen die Krise am Ende der Party völlig egal ist. Und dass die deutschen Politiker so blöde waren, keine Vorsorge für das Ende der Party getroffen zu haben. So müssen wir jetzt eben die Dummheit der Amis mit auslöffeln – aber irgendwie ist das letztlich auch okay. Da hilft nur lernen: Unsere jetzigen Politiker eignen sich nur für gutes Wetter, und die, die vor schlechteren Zeiten gewarnt haben, haben wir ja nicht gewählt. So fällt unsere Blödheit auf uns zurück.
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Dagegen hilft nur Eigenverantwortung und Bildung, aber das ist eine andere Debatte!
DerExperte (03.01.2009, 20:23 Uhr)
Ich sehe es so...
Banken und Geldspekulanten sind die verursacher der groessten, weltumspannenden Krisen seit wir denken koennen. Die USA sind hier als schlechtestes Beispiel vorran.
Wenn die Weltwirtschaft im A.. H ist dann deshalb weil in erster linie US Banken halfen eine Blase zu erzeugen und anderen Banken versuchten daran mitzuverdienen - und es nun zum zusammembruch kommt da das ganze Geldverleih system in den USA zusammenbricht. Die Ursache liegt bei den Banken - die IMMER mit dem Geld fremder leute spekulieren und es verbrennen - die Auswirkungen gehen runter bis zum letzten Arbeitslosen oder der der sehr bald Arbeitslos wird. Bedankt euch bei Banken und Vorstaenden die mit millionen nach hause gehen und am arbeitslosen vorbei chauffiert werden! Ich mochte Banken und versicherungen noch NIE in meinem leben- denn diese Einrichtungen produzieren NICHTS mit eigenem Geld!
Dasselbe ist gueltig mit der RV und deren Vorstanden und palaesten!
>
Hier in den USA wird es noch wesentlich weiter runtergehen - z.b heute Jan. 2009 : Hauser werden verschleudert - damit Banken etwas Geld zurueckgewinnen - in Foreclosure Amerikaner arbeiten in 8 Dollar jobs sonst vorbehalten fuer Mexikaner - Und Deutschland sowie der rest der welt wird LANGE AUESSERST LANGE BRAUCHEN sich von der Pleite in den USA zu erholen.
Ich bezweifle eine erholung auf altes niveau - eher eine anpassung an gegebenheiten!!
Euer Maschinen Export wird 2009 zusammenbrechen -
>
YOU HAVE SEEN NOTHING YET!!!
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Wird es sich erholen? Diese Krise ist anders als 1920 - jetzt 2009 wird man anfangen zu ueberlegen das es DOCH Grenzen gibt - Wall Street - FRA - Tokio - London - weiss es nur noch nicht - spekulationen wie in der vergangenheit wird es nicht mehr geben.
401 K - die geldversorgung im alter fuer den Amerikaner - ueber Boersen finanziert wird sehr ausgeduennt - d.h deren lebensstandard sinkt enorm. Damit auch der Welt standard!
>
Darvin laesst gruesen!
Diese generation hatte keinen krieg erlebt - kann aber dafuer ein langes wirtschaftliches Siechtum erleben.
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