Hier verschenken Gaskunden bis zu 500 Euro

11. Oktober 2012, 12:10 Uhr

Die Kunden murren über steigende Strompreise, dabei ist die Gasrechnung meistens noch viel höher. Ein exklusiver stern.de-Vergleich zeigt, wie viel sich in den 100 größten Städten sparen lässt. Von Daniel Bakir

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Noch nicht einmal jeder fünfte Gaskunde hat schon einmal den Anbieter gewechselt©

Die steigenden Strompreise sind für viele Menschen ein zunehmendes Ärgernis. Zu den regelmäßigen Preiserhöhungen der Stromversorger kommen auch noch die Kosten für die Ökostromzulage. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr deutlich steigen wird. Wesentlich seltener in der Diskussion sind die Gaspreise. Dabei sind diese Kosten für Haushalte, die mit Gas heizen, der deutlich größere Posten.

Rund 20 Millionen deutsche Haushalte heizen und kochen mit Gas. Immerhin die Hälfte von ihnen hat, ohne den Umweg über den Vermieter, einen direkten Vertrag mit einem Gasanbieter. Wenn der zu teuer ist, kann der Kunde wechseln - genau wie beim Strom. Bereits seit 2006 ist das möglich. Seitdem hat noch nicht einmal jeder fünfte Gaskunde den Anbieter gewechselt, obwohl sich wie beim Strom ein reger Wettbewerb entwickelt hat. Die Grundversorger freuen sich, denn trotz deutlich günstigerer Wettbewerber bleiben die meisten Kunden ihnen treu.

Vergleich in den 100 größten Städten

Pünktlich zum Beginn der Heizsaison hat das unabhängige Vergleichsportal Toptarif nun für stern.de die Gaspreise in den 100 größten Städten analysiert. Die zentralen Ergebnisse für einen vierköpfigen Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch:

  • Im Schnitt gibt es je Stadt 42 Anbieter, die günstiger sind als der günstigste Tarif des örtlichen Grundversorgers.
  • Mit einem Wechsel kann eine Familie die Gasrechnung durchschnittlich um 316 Euro senken.

"Die Einsparpotenziale beim Gas sind deutlich höher als beim Strom", sagt Daniel Dodt von Toptarif. "60 Prozent der untersuchten Lokalversorger tauchen im Preisvergleich erst im letzten Drittel der Ergebnisliste auf." Lediglich in Dresden (Drewag), Stuttgart (EnBW und Hamburg (E.on Hanse) kamen die Platzhirsche in die regionalen Top Ten. Und auch das nur dank großzügiger Bonuszahlungen im ersten Vertragsjahr.

Da viele Anbieter ihren Kunden den Wechsel mit einem Bonus versüßen wollen, hat Toptarif die Ersparnis für zwei Fälle berechnet. Verglichen wird der günstigste Tarif des Grundversorgers mit dem günstigsten Wettbewerber - und zwar jeweils einmal mit und einmal ohne Berücksichtigung von Bonuszahlungen. "Wer regelmäßig wechselt, kann einen Tarif mit Bonus wählen", empfiehlt Dodt. Wer dagegen vorhabe, seinem neuen Anbieter länger treu zu bleiben, sollte darauf achten, wie hoch der Preis ab dem zweiten Vertragsjahr ist, wenn der Bonus wegfällt.

Preisunterschiede von bis zu einem Drittel

Unter Einbeziehung von Bonuszahlungen liegt das Sparpotenzial in den 100 untersuchten Städten bei durchschnittlich 316 Euro. Das meiste Geld verschenken die Kunden der Entega in Mainz: Ein Musterhaushalt zahlt hier 1500 Euro im Jahr für seine Gasrechnung. Dabei bekäme er das gleiche Gas bei der Konkurrenz für 998 Euro - eine Ersparnis von einem Drittel oder 502 Euro. Mehr als 400 Euro sparen können Kunden mit einem Wechsel in Aachen, Bergisch-Gladbach, Dessau-Roßlau, Erlangen, Gelsenkirchen, Hanau, Herne, Köln, Ludwigshafen, Moers, Oldenburg, Salzgitter und Würzburg.

Schließt man einmalige Bonuszahlungen aus dem Vergleich aus, verringern sich die Unterschiede. Es lassen sich aber immer noch im Schnitt 201 Euro sparen. Die höchste Ersparnis ohne Boni ist mit 392 Euro in Erlangen möglich.

Zur Übersicht über die Sparpotenziale in den 100 größten Städten

Wenn Sie wechseln wollen, hilft der stern.de-Energieatlas

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