Bewertungsportale wie Holidaycheck kämpfen mit großem Aufwand gegen gefälschte Rezensionen. Die Manipulationen, die sie aufdecken, reichen von dreist bis kurios. Von Daniel Bakir (Text) und Philipp Möller (Illustrationen)
Es ist ein Krieg der Sterne, der im Internet entbrannt ist. Ob auf Hotelportalen, Preisvergleichsseiten für Waschmaschinen oder Amazon - überall sind die Kunden aufgefordert, nicht nur zu kaufen, sondern auch zu bewerten. Mit einer kurzen Rezension oder dem Vergeben von eins bis fünf Sternen. Die Kundenmeinungen sollen anderen Käufern die Entscheidung erleichtern - so die schöne Idee. Die allerdings mittlerweile systematisch missbraucht wird.
Hoteliers, Elektronikhändler, Buchautoren und viele mehr versuchen, sich mit geschönten Rezensionen die Gunst der Kunden zu erschleichen. Das Spektrum reicht von der schnellen, rechtschreibfehlerbehafteten Selbsbelobigung bis hin zum professionellen Fake, den man bei speziellen Agenturen und Schreibercommunities für kleines Geld in Auftrag geben kann.
Auf 20 bis 30 Prozent schätzen Experten den Anteil gefälschter Bewertungen, wie der stern in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Das Magazin beleuchtet darin die Methoden der Fälscher ebenso wie die Abwehrmaßnahmen der Portale. Während manche Plattformen wie Amazon dem Treiben weitgehend passiv zuschauen, fürchten andere um ihren guten Ruf. Sie haben eigene Teams gegründet, die versuchen, mithilfe von technischen Filtersystemen gefälschte Bewertungen herauszufiltern. Das Reiseportal Holidaycheck etwa beschäftigt allein zu diesem Zweck 60 Mitarbeiter.
Was den Prüfteams der Bewertungsportale dabei so ins Netz geht, reicht von dreist bis kurios. Eine Auswahl haben wir in unserer Bilderstrecke zusammengestellt.
Mehr zum Thema lesen Sie im neuen stern