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Was Bankberater empfehlen - und was Sie stattdessen kaufen sollten

Die Zeitschrift "Finanztest" hat die Anlageberatung bei sieben großen Instituten getestet  - von Deutsche Bank bis Sparkasse. Der Check zeigt, welche Produkte die Berater am häufigsten empfehlen - und was die bessere Alternative wäre.

Anlageberatung bei der Bank

Anlageberatung bei der Bank - für Kunden ein schwieriges Thema

Wer sich bei der Bank in Sachen Geldanlage beraten lässt, steht vor einem grundsätzlichen Problem: Der Bankberater hat nicht dieselben Interessen wie der Kunde. Denn der Berater empfiehlt in der Regel nicht die günstigsten Produkte, sondern die, die ihm gute Provisionen einbringen. Daran hat sich leider allen Werbeversprechen zum Trotz nichts geändert, wie ein aktueller Test der Zeitschrift "Finanztest" zeigt.

Für den Beratercheck schickte Finanztest Testkunden in die fünf größten deutschen Privatbanken sowie in Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Die Aufgabe, die die Tester den Beratern stellten, war immer gleich: 45.000 Euro für zehn Jahre anlegen, ein Teil davon mit Risiko.

Empfohlene Fonds oft zweite Wahl

Die Berater empfahlen in der Regel Mischfonds, die Aktien und Zinspapiere enthalten. Das ist laut Finanztest grundsätzlich auch nicht verkehrt. Doch in den Augen der Verbraucherschützer wählten die Berater oft die falschen Fonds. "Die empfohlenen Fonds waren oft zu teuer und für Anleger nur zweite Wahl", schreiben die Finanztester. Dass die Berater in der Regel Produkte aus dem eigenen Haus bevorzugten, wäre dabei nicht so schlimm gewesen, wenn sie wenigstens den besten Fonds der Hausmarke empfohlen hätten.

Finanztest hat für jedes Institut dokumentiert, welches Produkt die Berater am häufigsten empfahlen - und nach besseren Alternativen desselben Anbieters gesucht.

Commerzbank

Die Commerzbank-Berater empfahlen am häufigsten den "Vermögensmanagement Balance A EUR (Allianz GI)". Es handelt sich um einen Dachfonds, der in andere Fonds investiert. Der Aktienanteil liegt bei bis zu 50 Prozent. Laut Finanztest ist der Fonds mit jährlichen Kosten von 2,49 Prozent der Anlagesumme zu teuer. Denn 2,49 Prozent von 45.000 sind mehr als 1100 Euro. Diese Summe muss der Fonds durch gute Wertentwicklung erst einmal hereinholen, damit überhaupt ein Plus beim Anleger ankommt. Die bessere Lösung: Der "Allianz Strategiefonds Balance A EUR" vom selben Anbieter mit niedrigeren Kosten (1,45 Prozent) und Topbewertung.

Hypovereinsbank

Bei der Hypovereinsbank setzten die Berater am häufigsten auf den Dachfonds "HVB Vermögensdepot privat Wachstum (Pioneer)". Der Fonds hat jährliche Kosten von 2,27 Prozent, die Wertentwicklung war gemessen an seiner Mischung laut Finanztest "enttäuschend". Finanztest empfiehlt stattdessen den Mischfonds "Private Banking Vermögensportfolio Nachhaltigkeit A PI 4". Der hat geringere Kosten, höheres Wachstum und berücksichtigt sogar ethisch-ökologische Kriterien.

Deutsche Bank

Die Deutschbanker favorisierten den "DWS Multi Opportunities LD", einen hauseigenen Dachfonds, der erst gut zwei Jahre am Markt ist. Der Fonds sei noch zu jung für eine Bewertung, schreibt Finanztest. Einen besser geeigneten Mischfonds entdeckten die Tester aber auch nicht im Portfolio. Alternativ könnten Deutsche-Bank-Kunden je eine Hälfte in einen gut bewerteten Aktienfonds wie den "DWS Top Dividende" und einen Rentenfonds wie "Invest EuroGov Bonds LC" investieren.

Postbank

Die Postbank gehört zur Deutschen Bank und empfahl ebenfalls meist DWS-Produkte, am häufigsten den "DWS Top Portfolio Balance". Für eine Finanztest-Bewertung ist der noch zu jung, das Risiko sei wegen der flexiblen Strategie aber schwer kalkulierbar. Die Empfehlung der Finanztester ist die gleiche wie für Deutsche-Bank-Kunden: den Aktienfonds "DWS Top Dividende" mit dem Rentenfonds "Deutsche Invest EuroGov Bonds LC" kombinieren

Targobank

Die Targobank hat keine hauseigenen Produkte. Sie empfahl am häufigsten den "DWS Multi Opportunities LD" der Deutschen Bank (siehe oben).

Genossenschaftsbanken

Die Berater von Genossenschaftsbanken wie den Volks- und Raiffeisenbanken empfahlen am häufigsten den "Privatfonds Kontrolliert (Union)". Der Fonds ist laut Finanztest nicht schlecht, aber mit jährlichen Kosten von 2,05 Prozent plus einer erfolgsabhängigen Gebühr recht teuer. Die Alternative: der "Fair World Fonds (Union)" mit geringeren Kosten, ohne Erfolgsgebühr und mit Berücksichtigung ethisch-ökologischer Kriterien  

Sparkassen

Der Favorit der Sparkassen-Berater war die "Deka-Basisanlage A60". Der Mischfonds hat es sich zum Ziel gesetzt, das angelegte Kapital auf Sicht von acht Jahren zumindest zu erhalten und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent. Das Konzept des Fonds überzeugt Finanztest nicht, die Experten empfehlen stattdessen den "Sigma Plus Konservativ".

Indexfonds sind die günstigere Wahl

Günstiger als aktiv gemanagte Fonds sind Indexfonds, sogenannte ETF. Sie bilden einen bestimmten Aktienindex eins zu eins ab, einen teuren Fondsmanager gibt es nicht. Die geringen Gebühren bedeuten aber auch, dass die Banken kaum an ETF verdienen. Wenn der Bankberater Indexfonds nicht von sich aus anbietet, sollten Kunden danach fragen - oder sie direkt bei einem Onlineanbieter selbst ordern.

Den kompletten Test sowie weitere Empfehlungen und Tipps gibt es kostenpflichtig auf www.test.de

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