Warum investieren immer mehr Menschen in Gold? Wird es langsam knapp? Und wie entwickelt sich der Preis? Im Interview gibt Goldexperte Robert Hartmann Antworten auf alle Fragen.

Goldbarren liegen gestapelt in einem Safe der Deutschen Bundesbank© Deutsche Bundesbank/DDP
Ja, mit voller Wucht. Im August und September sind unsere Umsätze um jeweils 100 Prozent gestiegen. Gerade nach der Schieflage bei der IKB und Krise bei Sachsen LB denken Anleger wieder vermehrt über Gold als Investment nach. Sie glauben, dass es noch mehr Institute geben wird, die in die Pleite schlittern. Bei unseren Kunden bemerken wir wieder ein höheres Sicherheitsdenken. Gold ist die sicherste Investition der Welt.
Nein, allerdings hat die gewaltige Nachfrage in den letzten Wochen dazu geführt, dass alle deutschen Banken und Produzenten kurzfristig leer gekauft sind. Für den legendären Krügerrand haben wir beispielsweise eine Lieferzeit von bis zu einer Woche. Das gab es seit mehr als 20 Jahren nicht.
Im Schnitt sind unsere Kunden so zwischen 40 und 50 Jahre alt. Wir haben aber auch 20jährige, die regelmäßig für ihre Altersvorsorge in Gold investieren. Oder den Großvater, der sein neu geborenes Enkelkind in Gold aufwiegen lässt.
Weil an dem Spruch, "Für eine Unze Gold gibt es immer einen anständigen Anzug" viel Wahres dran ist. Gold ist ein unabhängiges Investment ohne jegliches Zahlungsversprechen eines Dritten. Sie brauchen keine Bank, keine Börse um Gold zu verkaufen. Diese Eigenschaft unterscheidet Gold von jedem Fond und jeder Aktie. Und im Gegensatz zur Immobilie ist Gold mobil. Ein Haus können Sie nicht in die Tasche stecken und mitnehmen.
Wir bewegen uns seit knapp einer Woche auf dem 27-Jahres-Hoch. Der Kurs liegt derzeit bei rund 735 US-Dollar für die Feinunze Gold. Und ich bin weiter optimistisch.
Robert Hartmann ist Geschäftsführer von Pro Aurum, Deutschlands größtem Edelmetallhändler
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