5. Mai 2004, 15:51 Uhr

Blüten aus dem Geldautomat?

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Auch wenn das Verhältnis im Vergleich zu gesamtem "Blüten"-Aufkommen verschwindend gering ist, den Kunden schmerzt es trotzdem. Dieser ist nämlich auf die Kulanz der Bank angewiesen, wenn sie die falschen Scheine umtauschen wollen, erklärte der stellvertretende Leiter des Falschgeldkommissariates in Berlin, Jens Bachmann. Die Registriernummern der Scheine werden nicht notiert, deshalb lässt sich kaum feststellen, ob das Geld tatsächlich vom Automaten stammt.

Das Problem mit der Beweislast

"Das grundlegende Problem ist sowieso die Beweislast", sagt der Hamburger Verbraucherschützer Günter Hörmann. Denn die Kunden müssen nachweisen, dass sie die mutmaßlich falschen Scheine wirklich aus dem Automaten gezogen haben. "Damit ihnen das die Bank glaubt, bräuchten sie eigentlich zwei, drei unabhängige Zeugen, die gesehen haben, wie sie diese Noten ausgezahlt bekommen haben", so Hörmann. Ohne Zeugen und Kulanz hat der Kunde Pech gehabt: Falschgeld wird ersatzlos eingezogen. Der Grund ist schmerzhaft, aber schlüssig: Schließlich könnten sonst auch Fälscher ihre Blüten direkt bei Bank oder Polizei "waschen".

Trotzdem gibt es Hoffnung. Wenn ein Bankkunde am Automaten Blüten erhält bekommt, hat er zunächst ein Problem: Er muss nachweisen, dass die Bank Schuld hat - sonst ist sein Geld nichts mehr Wert. Dabei gilt: Je dichter die Beweiskette, desto besser. Das hessische LKA empfiehlt deshalb, gleich zum Bankschalter zu gehen. Ganz wichtig: Hat die Bank zu, sollte der Kunde sofort die Polizei anrufen. Die Zeit des Anrufes wird dann festgehalten und kann mit der Zeit des Geld Abhebens verglichen werden. "Vielleicht reicht das der Bank", hofft LKA-Sprecher Udo Bühler. Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen rät zudem, sich von der Polizei eine Quittung geben zu lassen. Sollte der Schein nämlich doch echt sein, bekommt der Kunde das Geld zurück.

Fremdfirmen befüllen billiger

Das alles dürfte so nicht passieren, gibt es doch seit Ende der 90er Jahre eine Vereinbarung der Geschäftsbanken, in Geldautomaten nur noch Geld einzusetzen, das von der Bundesbank oder den Landesbanken auf seine Echtheit überprüft wurde. Nach den Worten des Sprechers des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Stefan Marotzke, hat die Kreditwirtschaft ihre Selbstverpflichtung, Geldautomaten nur mit EZB- beziehungsweise bundesbankgeprüftem Geld zu befüllen, 2002 noch einmal erneuert.
"Wir empfehlen unseren Mitgliedern, sich daran zu halten und haben auch keinen Grund daran zu zweifeln, dass sie das auch so machen", sagte er. Hundertprozentig ausschließen, "dass nicht irgendwann einmal ein falscher Schein dazwischen gerät", könne er angesichts der riesigen Geldmenge, die über die Automaten verteilt werde, jedoch nicht.

Die Banken beauftragen nämlich in der Regel fremde Dienstleister mit der Bestückung - auch weil das billiger ist. "Unsere Firmen machen das gewissenhaft", sagte Martin Hildebrandt, Sprecher des Bundesverbandes deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen. "Ich kann aber nicht ausschließen, dass es auch schwarze Schafe in der Branche gibt."

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