25. November 2012, 14:13 Uhr

Deutsche-Bank-Chef Fitschen sorgt sich um Frankreich

Der Co-Vorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sieht die wirtschaftliche Lage Frankreichs mit Sorge. Deutschland müsse mit Frankreich an einem Strang ziehen. Dies sei momentan nicht der Fall.

EU, Finanzen, Banken, Deutsche, Bank, Chef, Fitschen, Frankreich, 4161

Jürgen Fitschen ist über die wirtschaftliche Lage Frankreichs besorgt, die Wahl von François Hollande habe die deutsch-französichen Achse nicht gestärkt©

Nach der jüngsten Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs blickt Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen mit wachsender Sorge über den Rhein. "Frankreich hat mir schon lange Sorgen gemacht, weil Frankreich eine wesentlich andere Bedeutung hat als alle anderen Länder", sagte der Co-Vorsitzende von Deutschlands größter Bank dem Deutschen Anleger Fernsehen (DAF).

Ohne eine starke deutsch-französische Achse werde die Weiterentwicklung Europas nicht gelingen können, sagte Fitschen: "Insofern ist es ganz wichtig, dass wir hier mit Frankreich schnell zu einem Verständnis kommen." Seit der Wahl von Präsident François Hollande ziehen die großen Nachbarn in der europäischen Krisenpolitik nicht mehr wie zuvor an einem Strang. Fitschen erwarte aber, dass sich die Dinge zu einem Besseren wenden: "Aber es ist noch eine ganze Menge zu tun in Frankreich."

Ob im Krisenland Griechenland ein weiterer Schuldenschnitt bevorsteht, wollte Fitschen noch nicht beurteilen: "Warten wir mal ab, was die genauen Untersuchungen zu dem Thema zu sagen haben." Zwar hätten die jüngsten Maßnahmen von Politik und Europäischer Zentralbank eine Rückkehr des Vertrauens ermöglicht. Überstanden sei die Krise aber damit noch nicht.

DPA
 
 
Jetzt bewerten
0 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
Umfrage der DAK Keine Angst vor Krankheiten, sondern vor Schuldenkrise

Laut einer Umfrage der DAK-Gesundheit sind in Deutschland die Ängste vor Krebs, Unfällen und Depressionen zurückgegangen. Der Grund: Die Schuldekrise.

Schuldenkrise Griechenlandgespräche vorerst geplatzt

Die politische Linie ist klar: Griechenland bleibt in der Eurozone. Doch die Rettung vor der Pleite ist eine Zitterpartie. Die Geldgeber können sich nicht darauf einigen, wie die Hilfe zu stemmen ist.

Verlust des Top-Ratings Frankreich - Europas tickende Zeitbombe

Die Schuldenkrise erreicht die zweitstärkste Volkswirtschaft der Eurozone. Kein Wunder: Frankreich hat einen aufgeblähten Staatsapparat, es scheut Reformen und die Wettbewerbsfähigkeit sinkt.

Konsequenzen aus der Schuldenkrise Gauck fordert neues Verantwortungsbewusstsein

Der Bundespräsident nimmt beim Führungstreffen der Wirtschaft kein Blatt vor den Mund. Blanke Gier sei gefährlich, verantwortlicher Kapitalismus möglich. Er kritisiert auch die Gier nach Billigwaren.

Schuldenkrise Eurozone rutscht in Rezession

Zweites Minusquartal in Folge: Europas Wirtschaft ist in eine Rezession geschlittert. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte von Juli bis September um 0,1 Prozent. Die Aussichten sind trübe.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?